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20 Januar 2020

Ein Cheminée im Niedrigenergiehaus – kein Widerspruch.

Mit der Familie vor dem Kamin einen warmen Winterabend in den eigenen vier Wänden geniessen. Beruhigende Stimmung durch das lodernde Feuer und das knisternde Holz. Moment: brennendes Holz? Dafür mussten Bäume gefällt werden? Kann man in einem Niedrigenergiehaus überhaupt ruhigen Gewissens ein klassisches Cheminée platzieren?

Viele Schweizer träumen vom trauten Eigenheim mit Platz für die ganze Familie. Dabei spielt auch der Gedanke an einen Kamin im Wohnbereich schnell eine Rolle. Denn ein solcher ist romantisch und erwärmend zugleich. Doch die Verbrennung des Holzes ist bei der Entscheidung für ein Cheminée hinderlich und wird häufig als energieaufwändig betrachtet. Deshalb klären wir diesen Mythos in «Fokus Mein Eigenheim» auf.

Ideale Kombination

Oftmals vertreten Architekten und Planer die Meinung, dass sich Wohnraumfeuerungen nicht mit der Niedrigenergiebauweise vereinbaren lassen. Gründe wie Unzulässigkeit und Unmöglichkeit werden genannt. Die Folge: Der Gedanke daran wird bereits bei der ersten Planung verworfen. Damit verzichten die Eigentümer auf die ideale Kombination zwischen optimierter energetischer Nutzung und einem exklusiven Lebensgefühl. Denn Niedrigenergiehäuser zeichnen sich durch eine sehr gute Wärmedämmung und eine dichte Gebäudehülle aus. Beheizt man sie mit Holz- oder Sonnenenergie, ergiebt sich daraus ein sehr geringer Energiebedarf und ein äusserst angenehmes Wohnklima.

Ganz nebenbei nutz man mit Holz einen erneuerbaren, heimischen und CO2-neutralen Energieträger, was sich besonders günstig auf die Energiebilanz eines Niedrigenergiehauses auswirkt. Durch die modernen, sehr effizienten Geräte braucht es immer weniger Holz, um einen spürbaren Beitrag an den Heizenergiebedarf zu leisten. Ein Cheminée oder Ofen kann in einem modernen, energieeffizienten Gebäude nicht nur als Zusatzheizung, sondern mit relativ geringem Aufwand sogar als Hauptheizung eingesetzt werden. Dabei benötigt man nur ein bis zwei Chargen Holz pro Wintertag.

Qualifizierte Beratung als Grundstein

Damit die Wohnraumfeuerung die gewünschte positive Wirkung in der Energiebilanz aufweist und kein Risiko darstellt, ist es für Bauherr, Architekt und Planer ratsam, mit qualifizierten Fachpersonen zusammenzuarbeiten. Damit sind vor allem erfahrene Ofen- und Kaminproduzenten gemeint. Denn es gilt einige Punkte bei einem Cheminée zu beachten. Es kommt nur moderne, geschlossene Qualitäts-Wohnraumfeuerung mit hohem Wirkungsgrad und tiefen Emissionen in Frage. Zudem sollen nur Cheminées installiert werden, die eine angepasste Wärmeleistung mit langanhaltender Abgabe gesunder Strahlungswärme erzeugen. Dabei gilt es zu beachten, dass die direkte Verbrennungsluftzufuhr in den Brennraum gewährleistet wird. Ebenfalls darf kein Unterdruck im ganzen Gebäude durch die Abluftanlagen entstehen.

Schlussendlich ist es nur zu empfehlen, ein Heizeinsatz mit Qualitätssigel einzusetzen und keine individuelle Bastelei zu installieren. Damit ein Niedrigenergiehaus nicht überheizt wird, ist die Wärmeabgabe der Wohnraumfeuerung sorgfältig auf den geringen Wärmebedarf abzustimmen. Am besten eignen sich Anlagen zur möglichst langanhaltenden Speicherung der Wärme. Wenn man den genannten Aspekten Beachtung schenkt, steht einem Kamin im Niedrigenergiehaus nichts mehr im Wege.

Damit ein Niedrigenergiehaus nicht überheizt wird, ist die Wärmeabgabe der Wohnraumfeuerung sorgfältig auf den geringen Wärmebedarf abzustimmen.

Zusammen blühen sie auf

Wohnraumfeuerung und Niedrigenergiebauweise können zusammen den ganz grossen Auftritt haben und der Verwirklichung der Ideen der Bauherren dienlich sein. Innovative Schweizer Cheminée- Hersteller produzieren niedrigenergietaugliche Kamine, insbesondere weil man bei gewissen Anbietern die Produkte geschlossen einbauen kann. Das heisst, dass mit Speichermasse eine langanhaltende Wärmeabstrahlung möglich ist. Dadurch kommt es zu keiner Überhitzung des Wohnraums. Damit der Traum vom persönlichen Cheminée sorglos verwirklicht werden kann, planen und bauen spezialisierte Ofenbauer sorgfältig und begleiten ihre Kunden von der ersten Idee bis zur Feuertaufe. Bereits bei der Auswahl des Herstellers ist somit Vorsicht geboten. Denn dieser entscheidet schlussendlich, ob der Kamin im Niedrigenergiehaus kein Widerspruch in sich darstellt.

So geht es noch umweltfreundlicher

Es gibt sie, die Alternative zum klassischen Cheminée. Wer absolut gegen die Verbrennung von Holz ist, kann sich einen Kamin installieren lassen, der weder Asche noch Qualm produziert. Es handelt sich hierbei um ein Bio-Ethanol-Cheminée. Man braucht auch keinen Schornstein oder Abzug. Trotzdem gilt: Die Feuer-Romantik ist garantiert. Diese Bio-Ethanol-Cheminées sehen nicht nur etwas anders aus als konventionelle Kamine, sondern sind auch um einiges moderner. Das zeigt sich auch beim Design des Kamins, welches gläsern, formschön in mattschwarz erscheint. Ebenfalls ist es deutlich leichter als die klassichen Cheminées und man kann es bereits ab einer Deckenhöhe von 2.30 Metern im Eigenheim aufstellen. Dank der einfachen Aufstellmöglichkeit und dem modernen Design bietet sich die innovative Bio-Ethanol-Variante als konkurrenzfähige und zudem noch umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Kaminen an. Sie sind also definitiv einen Gedanken wert.

Text: Ishan Ilangakoon

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