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12 Dezember 2019

Good Boss vs. Bad Boss.

Einen guten Chef möchte jeder haben. Selber ein guter Chef zu sein, ist hingegen gar nicht so einfach. Die Ansprüche der Firma, der Vorgesetzten und der Mitarbeiter widersprechen sich, der Druck ist gross, die Freizeit knapp. Wer Verantwortung übernehmen will, sollte deshalb professionelles Training und etablierte Weiterbildungen in Anspruch nehmen.

«Du hättest heute meinen Chef hören sollen! Unmöglich, der Typ!», klagt der junge Mann im Viererabteil nebenan. Sein Visavis ist nicht minder empört: «Meine Vorgesetzte überhäuft uns mit Arbeit, jeden Tag Überstunden derzeit!». Beschwerden über den Boss sind wahrscheinlich überall auf der Welt deutlich häufiger zu hören als positive Äusserungen. Doch was macht denn überhaupt einen guten Chef aus? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten – auf jeden Fall deutlich schwieriger als jene, was denn einen schlechten Chef ausmacht. Die Zahl der möglichen Verfehlungen schlechter Vorgesetzter ist nämlich Legion.

Der Chef und die Motivation

Eine der schlimmsten und häufigsten «Sünden» ist die mangelnde Wertschätzung gegenüber Angestellten. Obwohl Arbeitnehmern auch gute Arbeitsbedingungen und ein fairer Lohn wichtig sind, ist Anerkennung für erbrachte Leistungen ein urmenschliches Bedürfnis. Wird es nicht erfüllt, sinkt die Motivation oft rasant. Im schlimmsten Fall ist eine sogenannte «innerliche Kündigung» die Folge: Man schliesst mit dem Job geistig ab und leistet maximal noch «Dienst nach Vorschrift». Für den Erfolg eines Unternehmens ist eine solche Arbeitseinstellung natürlich verheerend. Obschon auch Chefs nur Menschen sind und niemand alles perfekt machen kann – gewisse Dinge sind einfach No-Gos. Solche Kardinalfehler sind etwa eine schlechte Kommunikation, die Ungleichbehandlung der Mitarbeiter, Mobbing, Verweigern von Weiterbildungen oder auch die Überlastung mit zu vielen Aufgaben.

Wer mit solchen Methoden führt, vergrault nicht nur seine Mitarbeiter, sondern wird auch keinen Erfolg haben. Um hingegen ein kompetenter Chef zu sein, genügt es allerdings nicht, sich nur auf die Vermeidung dieser No-Gos zu beschränken. Ganz im Gegenteil muss ein guter Vorgesetzter aktiv agieren: Wertschätzung ausdrücken, offen kommunizieren, alle gleich behandeln, Weiterbildungen fördern, Belastung steuern – und noch vieles mehr.

Solche Kardinalfehler sind etwa eine schlechte Kommunikation, die Ungleichbehandlung der Mitarbeiter, Mobbing, Verweigern von Weiterbildungen oder auch die Überlastung mit zu vielen Aufgaben.

Richtige Führung ist lernbar

In der Tat ist Teamführung kein Kinderspiel, sondern eine anspruchsvolle Aufgabe. Die wenigsten Menschen sind allerdings geborene Leader, sondern haben Stärken und Schwächen in den unterschiedlichen Bereichen. Und selbst ein Naturtalent ist sich kaum aller Anforderungen bewusst, welche die Personalführung mit sich bringt. Gezielte Schulungen und Weiterbildungen sind deshalb für eine modere Führungskraft unerlässlich. An zahlreichen Institutionen werden diverse Ausbildungen rund um «Leadership» angeboten. Diese Angebote unterscheiden sich punkto Kosten, Dauer, Aufbau, Anspruch und Schwerpunkt. Während einige Studiengänge generalistisch ausgerichtet sind, fokussieren sich andere auf Themen wie Sitzungsleitung und Moderation, Virtuelles Führen, Selbstmanagement oder Gruppendynamik. Andere Angebote konzentrieren sich auf Kommunikation, Präsentation und Konfliktmanagement. Bei der Breite des Angebots muss man auf jeden Fall genau überlegen, was einem konkret am meisten weiterhilft.

Der Mensch im Mittelpunkt

Solche Aus- und Weiterbildungen fördern Kompetenz, Selbstvertrauen und Souveränität von Führungskräften. Das ist wichtig, denn heute verlangt der Arbeitsmarkt nach flexiblen, gut ausgebildeten Teamleadern, die Teams rasch zusammenschweissen und funktionsfähig machen können. Die entscheidende Eigenschaft ist dabei nicht die fachliche Kompetenz eines Chefs, auch wenn das in vielen Firmen nach wie vor das wichtigste oder gar einzige Kriterium bei Beförderungen ist. Ein richtiger Leader legt den Fokus auf die Menschen, ist fürsorglich und hat ein Augenmerk darauf, dass sich seine Mitarbeiter wohlfühlen.

Damit er dafür die nötigen zeitlichen Ressourcen hat, muss er auch Verantwortung abgeben und wichtige Aufgaben delegieren können. Einerseits beweist man seinen Teammitgliedern so, dass man ihnen vertraut und ihrer Arbeit Wertschätzung entgegenbringt. Anderseits wird dadurch Zeit frei für strategische Führungsaufgaben. Zum Beispiel für regelmässige Einzelgespräche mit den Mitarbeitern, in denen man sich gegenseitig Feedback geben kann. Durch diesen persönlichen Austausch erhält eine Führungskraft wertvolle Informationen zur Stimmung im Team und kann ihrerseits konkrete Rückmeldungen persönlich anbringen. Chef sein bedeutet zudem, nach dem Anhören von Argumenten und gemeinsamen Diskussionen letztlich eine Entscheidung zu treffen – auch oder gerade wenn diese unangenehm ist.

Ausgleich zum Arbeitsalltag

Genauso wichtig ist es, dass ein Vorgesetzter die Verantwortung für ihre Entscheide übernehmen. Wer seine Fehler kaschieren will und bei Problemen die Schuld stets bei anderen sucht, gerät als Chef schnell in Misskredit. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der bei Vorgesetzten häufig vergessen geht, ist der Ausgleich zum Job. Es benötigt viel Energie und Kraft, Verantwortung zu übernehmen und eine Führungsaufgabe auszuüben. Damit dies nicht auf Kosten des persönlichen Wohlbefindens geht, braucht man als Chef ein funktionierendes Umfeld, das Abwechslung und Erholung von der Arbeit ermöglicht. Selbstverständlich ist das für jeden Menschen wichtig, doch das «Abschalten» fällt in Führungspositionen oft schwerer. Der Zeit mit Familie und Freunden oder dem Ausüben eines Hobbys sollte deshalb unbedingt der nötige Stellenwert eingeräumt werden.

Text: Remo Bürgi

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