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23 November 2019

Matthias Glarner: «Mein nächstes grosses Ziel ist das Eidgenössische Schwingfest in Zug ».

Spätestens seit seinem Sieg am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2016 in Estavayer geniesst Matthias Glarner schweizweite Bekanntheit. Mit «Fokus Outdoor» spricht der «König der Schweiz» über sein Leben auf und abseits des Sägemehls.

Matthias Glarner, die Temperaturen steigen und die Sonne lässt sich wieder öfter blicken. Wo trifft man Sie bei schönem Wetter am häufigsten an?
Da ich bei den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg arbeite, trifft man mich bis tief in den April noch sehr oft auf den wunderbaren Skipisten des Gebiets beim Frühlingsskifahren an. Ansonsten geniesse ich bei schönem Wetter oft den Thunersee.

Sie gelten allgemein als cooler, ruhiger Typ. Mögen Sie es auch in Ihrer Freizeit ruhig?
Das ist definitiv so. Nebst den Trainings und den Schwingfesten, wo meist einiges los ist, geniesse ich die Ruhe während meiner Freizeit sehr.

Gibt es auch Situationen, in denen Sie sich aufregen können?
Diese Situationen gibt es, aber doch eher selten. Meist ist dies aber bei verlorenen Gängen oder wenn ich meine Trainingsleistungen als schlecht empfunden habe. Oder auch, wenn ich mich selber in Terminstress bringe, was im letzten Jahr öfters der Fall war.

Welches sind Ihre Lieblingsaktivitäten abseits des Schwingens und wo üben Sie diese aus?
Allzu viel Zeit bleibt neben dem Sport nicht. Neu haben wir aber die Möglichkeit, im S4Sports in Wilderswil Outdoor auf einem Dach zu trainieren. Weiter bin ich als Zuschauer sehr oft an Fussball- oder Eishockeyspielen anzutreffen.

Schlussendlich bin ich aber wohl der geborene Einzelsportler. Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, dass ich nach meiner Schwingerlaufbahn hobbymässig einen Teamsport ausüben werde.

Wie sieht es mit Mountainbiken aus? Dürfen Sie eine solche Sportart überhaupt ausüben oder ist das Verletzungsrisiko zu gross?
Vorschriften betreffend meinen Freizeitbeschäftigungen habe ich keine. Es macht aber natürlich Sinn, nicht Kopf und Kragen zu riskieren. Mountainbiken liegt grundsätzlich drin, jedoch absolviere ich meine Intervalltrainings meist auf dem Hometrainer, da ich dort die Belastungen präziser steuern kann.

Die Schweiz hat von lebhaften Städten bis hin zu ruhigen Bergregionen viele verschiedene Orte zu bieten. Welches sind Ihre Lieblingsflecken in der Schweiz?
Ich bin sehr gerne auf dem Hasliberg oder auf der Engstlenalp. Einerseits ist dort mein Arbeitsplatz und die Aussicht einfach einzigartig und andererseits, weil auf der Engstlenalp mein Lieblingsschwingfest stattfindet. Städtetechnisch mag ich die Thuner Innenstadt mit dem Bälliz sehr.

Ihre beiden Geschwister sind ebenfalls sehr sportlich und spielen erfolgreich Fussball. War bei einer so sportlichen Familie das Studium in Sportwissenschaften naheliegend?
Nach meiner Ausbildung zum Polymechaniker habe ich mich gefragt, wie ich mit meiner grossen Leidenschaft, dem Sport, meinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Und da lag ein Sportstudium sehr nahe.

Vorschriften betreffend meinen Freizeitbeschäftigungen habe ich keine.

Nach Ihrem Studium waren Sie als Turnund Sportlehrer tätig. Ist ein Leben ohne Bewegung für Sie überhaupt vorstellbar?
Für mich ist ein Leben ohne Sport nur sehr schwer vorstellbar. Meine Geschwister und ich haben uns schon als Kinder viel bewegt. Dies auch dank unseren Eltern, welche mit uns sehr viel Zeit in der Natur verbrachten. Sport bleibt daher wohl mein Leben lang ein wichtiger Bestandteil.

Wie war die Konkurrenzsituation mit drei ehrgeizigen Sporlern in einem Haushalt?
Lustigerweise gab es bei uns praktisch keine Konkurrenzsituationen, da jeder von uns sein eigenes Ding hatte. Im Gegenteil, die Leistungen meiner Geschwister haben mich immer extrem stolz gemacht und ich mag ihnen den Erfolg von Herzen gönnen.

Sie haben früher selbst Fussball gespielt. Warum haben Sie sich dann für das Schwingen entschieden und nicht für eine andere Sportart?
Ich habe beim Schwingen die grössten Erfolgschancen gesehen. Beim Fussball hätte ich ziemlich sicher niemals so grosse Erfolge feiern dürfen, wie dies beim Schwingen der Fall war.

Das klingt, als hätten Sie ein gutes Näschen gehabt. Treffen Sie immer solch gut überlegte Entscheidungen?
Naja, diese Entscheidung war relativ einfach zu treffen. Ansonsten bin ich schon einer, der sehr lange und sehr gründlich überlegt, bevor er sich entscheidet. Anschliessend gibt es aber kein Zurück mehr. Deutlich wird dies vor allem bei meinem Umfeld. Mit meinem Athletiktrainer arbeite ich bereits seit über 15 Jahren zusammen.

Wie von Ihnen bereits angesprochen, arbeiten Sie neben Ihrer Karriere als Schwinger bei den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg. Welche Tätigkeiten übernehmen Sie dort?
Ich bin vor allem im Skirennzentrum und im Personalbereich engagiert. Einerseits helfe ich bei der Durchführung von Skirennen mit, andererseits führe ich interne Weiterbildungen mit dem Personal durch.

Ab und zu geniesse ich die Zeit auch einmal auf meiner Couch oder dann bei einem guten Kaffee irgendwo in der Stadt Thun.

Wir erinnern uns an Ihren heftigen Sturz im Sommer letzten Jahres. Wie geht es Ihnen heute?
Grundsätzlich sehr gut. Ich kann beinahe wieder alles machen. Jedoch muss ich meinen linken Fuss immer noch sehr gut pflegen. Der nächste Schritt wird sein, wieder wettkampfmässige Trainings zu absolvieren.

Zur Vorbereitung der Saison 2017 waren Sie u.a. in Gran Canaria. Wo bereiteten Sie sich für die Saison 2018 vor?
Die Vorbereitung sieht eigentlich jedes Jahr in etwa ähnlich aus. Im Janaur und Februar war ich sechs Wochen in Magglingen und habe dort Spitzensport-Wiederholungskurse des Militärs absolviert. Dies ist ein absolutes Privileg. Im März waren wir dann wiederum eine Woche in Gran Canaria.

Auch wenn Sie mit anderen Schwingern gemeinsam trainieren, ist Schwingen doch ein Einzelsport. Vermissen Sie manchmal gewisse Aspekte eines Mannschaftssports wie Fussball, wo man im Team intensive Momente erlebt?
Es hat wohl beides seine Vor- und Nachteile, was ich schon oft mit meinem Bruder (Anm. der Redaktion: Stefan Glarner ist professioneller Fussballer beim FC Thun) diskutiert habe. Schlussendlich bin ich aber wohl der geborene Einzelsportler. Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, dass ich nach meiner Schwingerlaufbahn hobbymässig einen Teamsport ausüben werde.

Apropos Fussball: YB könnte diese Saison nach langer Zeit wieder Schweizer Meister werden. Gönnen Sie den Stadtbernern diesen Titel oder sind Sie zu sehr FC Thun-Fan?
Also in erster Linie bin ich Fan von gutem Fussball und es wäre für mein Berner Herz toll, wenn es YB in diesem Jahr endlich packen würde. Für Thun hoffe ich, dass sie die Kurve kriegen und die Saison auf einem Platz im Mittelfeld beenden können.

Wo und wie erholen Sie sich nach anstrengenden Trainingstagen?
Ab und zu geniesse ich die Zeit auch einmal auf meiner Couch oder dann bei einem guten Kaffee irgendwo in der Stadt Thun. Ansonsten empfinde ich meine Arbeit draussen auf dem Hasliberg ebenfalls als tolle Erholung.

Wir stehen nun am Anfang des Schwingjahres 2018. An welchen Schwingfesten kann man Sie in naher Zukunft unterstützen?
Meine Agenda richtet sich nach meinem Gesundheitszustand. Wann ich starten werde, steht noch nicht ganz fest. Sobald ich aber mehr weiss, werde ich die Daten auf meiner Homepage veröffentlichen.

Schlussendlich bin ich aber wohl der geborene Einzelsportler.

Den Höhepunkt Ihrer bisherigen Karriere haben Sie mit dem Gewinn des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2016 erreicht. Wie sehen Ihre nächsten sportlichen Ziele aus?
Mein nächstes grosses Ziel ist das Eidgenössische Schwingfest in Zug im nächsten Jahr. Darauf arbeite ich hin. Was anschliessend sein wird, weiss ich noch nicht genau.

Welche Rolle spielt Ihre Lebenspartnerin bei Ihrer sportlichen Erfolgsgeschichte?
Sie spielt eine sehr grosse Rolle im ganzen Erfolgspuzzle. Durch ihre Unterstützung ist es mir erst möglich, den Sport so umfangreich zu gestalten. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Wie sieht Ihre Zukunft nach der sportlichen Karriere aus?
Spielen Kinder in der Planung auch eine Rolle? So weit haben wir bisher noch nicht konkret studiert. Für uns passt die Situation im Moment so, wie sie ist. Irgendwann könnten Kinder aber sicher einmal ein Thema werden.

Auf welche Momente mit Ihrem zukünftigen Nachwuchs freuten Sie sich besonders?
Sollte es so weit kommen, würde ich mich sicher freuen, wenn sie sich ebenfalls so viel bewegen können, wie wir dies als Jugendliche tun konnten.

Text: Ishan Ilangakoon

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