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Zürich
30 Mai 2020

Was Klara und Hans heute nicht lernen, lernen sie morgen.

Die Volksweisheit, wonach der erste Entscheid in Sachen Bildung der alles bestimmende ist, gilt längst nicht mehr. Das lebenslange Lernen und damit verbunden die Weiterbildung haben stark an Bedeutung gewonnen. Die Wissensgesellschaft, der technologische Fortschritt und der Strukturwandel stellen ständig neue und häufig auch höhere Qualifikationsanforderungen an die Menschen. Der Erwerb von Wissen und Können sowie deren kontinuierliche Aktualisierung und Weiterentwicklung sind unabdingbar. Sie sind Voraussetzung für die persönliche Entfaltung und für die Teilhabe an Gesellschaft und Wirtschaft in all ihren Facetten.

Vor diesem Hintergrund ist es gut zu wissen, dass die Schweiz über ein trefflich funktionierendes Bildungssystem verfügt. Eine seiner Stärken ist seine Anpassungsfähigkeit an neue Herausforderungen. Die Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. Dieser Wandel lässt sich auch im Bildungssystem ablesen. Denn Anbieter von Weiterbildungen reagieren sehr rasch auf neue Bedürfnisse seitens des Arbeitsmarkts. Damit ergänzen Weiterbildungen in geeigneter Weise das formale Bildungssystem. Dieses hat sich seinerseits auch weiterentwickelt, denken wir an die Einführung der Berufsmaturität oder die Schaffung der Fachhochschulen in den 1990er-Jahren oder an die jüngsthin von den Kantonen beschlossene Stärkung der Informatik an den Gymnasien.

Berufliche Karrieren ohne grössere Veränderungen sind seltener geworden.

Die Stärke der Dualität

Eine andere unserer bildungssystemischen Stärken ist  jene der Dualität. Im Vergleich zu sehr vielen anderen Ländern stehen in der Schweiz allgemeinbildende und praxisorientierte Bildungswege gleichwertig nebeneinander. Jede und jeder Einzelne kann sich demnach gemäss den eigenen Neigungen und Talenten einen persönlichen Bildungsweg aussuchen und sich zeitlebens beruflich weiterentwickeln oder umorientieren. Denn es ist klar: Berufliche Karrieren ohne grössere Veränderungen sind seltener geworden. Normalfall sind heute Wechsel aufgrund persönlicher Neuorientierungen, durch den technologischen Fortschritt bedingte Veränderungen von Berufsbildern oder Quer- und Wiedereinstiege in den Arbeitsmarkt, beispielsweise nach einer Familienphase.

All diese Veränderungen bieten aber auch Chancen. Man kann beispielsweise etwas lernen, das man schon immer einmal lernen wollte. Oder man nutzt eine Weiterbildung mit Blick auf eine neue, spannendere oder auch lukrativere Arbeitsstelle.

Der Weiterbildungsmarkt ist sehr vielfältig und bietet eine Fülle von Angeboten. Wichtig ist mir, dass den Personalverantwortlichen in den Betrieben drei Punkte besonders bewusst sind. Erstens: Die Menschen lernen aus dem Denken und ebenso aus der praktischen Erfahrung. Beide Lernarten sind zwar je nach Lerninhalt und Aufgabengebiet unterschiedlich relevant. Sie sind aber gleichwertig, und entsprechend ist auch das Lernen im Arbeitsumfeld entsprechend zu würdigen. Zweitens ist festzustellen, dass in der heutigen Arbeitswelt allgemeine, berufsübergreifende Elemente wichtig sind, beispielsweise Teamfähigkeit, kommunikative Kompetenz in verschiedenen Sprachen oder analytisches und strukturierendes Denken. Und drittens sind es oft gerade diese sogenannten «Softskills», die auf keinem Abschluss festgehalten sind. Sie sind (bei allem Respekt vor Zeugnissen und Titeln) heute bei Rekrutierungen umso mehr zu beachten.

Ich wünsche allen auf den Bildungswegen, die sie heute, morgen oder übermorgen beschreiten, viel Erfolg!

Text: Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung, Forschund und Innovation

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