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28 September 2020

Innovative Büros – mehr als nur Stehpults.

Viele berufstätige Personen in der Schweiz verdienen ihr Geld mit Bürojobs, doch die tägliche Arbeit in einem Büro kann durch ständiges bzw. falsches Sitzen gravierende gesundheitliche Folgen haben und trist eingerichtete Räume können auf die Stimmung schlagen. Wie kann man solche Auswirkungen als Arbeitgeber vorbeugend minimieren? Und wie gestalten Unternehmen ihre innovativen Büros?

Heute weiss man, dass die Arbeit am PC durchaus negative Folgen für die Gesundheit mit sich bringen kann. Doch die Mitarbeitenden selbst können dieses Problem lösen, und zwar durch eine ergonomische Haltung und stetige Positionswechsel. Auch Arbeitgeber können die Ergonomie des Personals grundsätzlich durch geeignetes Mobiliar unterstützen. Wie stark sich aber ein Unternehmen für die Mitarbeitenden einsetzt, hängt grösstenteils von dessen Kultur ab.

Unternehmenskultur entscheidend

Ein trist eingerichtetes Grossraumbüro mit unbequemen Stühlen ist nicht gerade das, was man sich unter einer Wohlfühloase vorstellt. Ob ein Unternehmen jedoch ein Büro ganz nach dem Geschmack der Mitarbeitenden einrichtet, ist stark von der Kultur und dem Corporate Design abhängig. Bei Arbeitgebern, wo Kreativität und Kommunikation zum «daily business» gehören, findet man nicht selten sehr ergonomisch und innovativ eingerichtete Arbeitsplätze vor. Die Arbeitsbedingungen, welche z.B. die Mitarbeitenden von Google geniessen, sind mittlerweile schweizweit bekannt. Google hat Arbeitsplätze zu Wohlfühloasen verwandelt mit dem Ziel, Kreativität und Kommunikation zu steigern. Doch natürlich muss nicht jedes Unternehmen der Schweiz gleich gratis Essen oder einen hauseigenen Fitnessraum anbieten, um Arbeitseffizienz zu fördern. Es geht auch anders.

Richtige Gestaltung

Zentrales Element eines innovativen Büros ist logischerweise dessen Gestaltung. Ganz wichtig in einem Büro: Mitarbeitende sollen sich wohlfühlen. Um dies zu gewährleisten, gibt es verschiedene Massnahmen, die Unternehmen treffen können. Folgend werden einige kurz aufgeführt. Ganz schlecht für die Konzentration der Mitarbeitenden ist Lärm. Um diesen zu minimieren, gibt es flexibel einsetzbare Trennwände. Nebst dem Gedröhne eines Büros kommt hinzu, dass ein Mensch eigentlich nicht gemacht ist, den ganzen Tag vor einem Bildschirm zu sitzen. Dabei können ergonomische Bürostühle sowie ein Steh- und Sitzpult Abhilfe schaffen. Vor allem die Möglichkeit das Pult stehend und sitzend zu benutzen, wird von Arbeitgebern bereits heute häufig angeboten.

Nebst dem Arbeitsplatz kann auch das Umfeld abseits des eigenen Schreibtischs wichtig sein. Ein moderner Arbeitgbeber bietet seinen Schützlingen Rückzugsmöglichkeiten an. Sei es, um sich kurz zu erholen, oder für den Dialog mit dem Kollegium. Ganz wichtig bei der Gestaltung: Die Mitarbeitenden müssen in innovativen Büros auch die Zeit erhalten, dessen Infrastruktur zu nutzen. Zudem müssen sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen.

Doch natürlich muss nicht jedes Unternehmen der Schweiz gleich gratis Essen oder einen hauseigenen Fitnessraum anbieten, um Arbeitseffizienz zu fördern.

Finanziell anspruchsvoll

Die Lösung für langweilige Grossraumbüros scheint deshalb klar: neues Mobiliar. Jedoch ist dies vor allem für kleinere Unternehmen nicht einfach zu bewerkstelligen, da der ganze Innovationsprozess mit Kosten verbunden ist. Für einen ergonomischen Bürostuhl bezahlt man je nach Marke und Bedürfnissen über CHF 1’000.-. Auch für einen Sitz- und Stehtisch bezahlt man gut und gerne über CHF 1’000.-. Wenn man diese Zahlen betrachtet, merkt man schnell, wie gross der finanzielle Aufwand für ein innovatives Büro ist, da noch viele weitere Kosten dazukommen. Kleinere Unternehmen müssen sich dementsprechend genau überlegen, ob sie bereit sind, solche Summen zu investieren.

Sharing Economy als Lösung?

Heutzutage gilt: «Sharing is Caring». Wir leben in einer Gesellschaft, in der beinahe alles geteilt und weitergegeben wird. Sei es beispielsweise das Auto, Lebensmittel oder gar die eigene Wohnung. Doch ist dies auch für Arbeitsplätze möglich? Ja, ist es. Diverse Unternehmen bieten buchbare Räume für Veranstaltungen, Sitzungen usw. an. Solche Angebote sind vor allem für Unternehmen lukrativ, die viel im Home Office arbeiten und nur begrenzten Zugang zu passender Infrastruktur haben. Etwas etablierter ist da die Massnahme gewisser Firmen, dass Mitarbeitende keine festen Arbeitsplätze mehr haben. «Shared Desk» ist heute in aller Munde und bedeutet nichts anderes, als dass Mitarbeitende einer Unternehmung nicht mehr «ihren» festen Arbeitsplatz haben. Fazit: Die Sharing Economy bietet den Unternehmen weitere Möglichkeiten der Einführung innovativer Arbeitsplätze und Büros.

Flexible Arbeitsplätze sind umstritten

Hintergrund dabei: Man hat festgestellt, dass aufgrund der Digitalisierung viele Schreibtische unbesetzt bleiben. Für Unternehmen ergibt sich daraus ein Sparpotential von bis zu 30 Prozent. Doch Mitarbeitende schätzen einen fixen Arbeitsplatz, welcher ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit vermittelt. Dies ist auch der Hauptgrund, weshalb Google keine flexiblen Arbeitsplätze anbietet. Gemäss Lucas Stolwijk, welcher bei dem Grosskonzern als Facility-Manager arbeitet, ist es Google wichtig, dass die Mitarbeitenden einen festen Arbeitsplatz haben. Zudem soll man wissen, wer neben einem sitzt und auch gegen private Objekte wie Fotos hat das Unternehmen nichts einzuwenden. Innovative Büros machen heutzutage eines aus: Sie verstehen es, Innovation und die Anliegen der Mitarbeitende aufeinander abzustimmen und zu kombinieren.

Text: Ishan Ilangakoon

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