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Zürich
29 November 2020

Zuerst die Arbeit und dann?.

Während unserem Arbeitsleben bauen wir uns eine Existenz und bestenfalls eine erfolgreiche Karriere auf, um ab dem Renteneintrittsalter das Leben in vollen Zügen geniessen zu können. Wir alle wünschen uns, das Rentenalter gesund erreichen und ausleben können. Was für Perspektiven bietet der heutige Arbeitsmarkt den kommenden Rentnern? Und ist dieser (Un-)Ruhestand überhaupt noch erstrebenswert?

Die Babyboomer-Generation geht ungebremst, geschlossen und fast zeitgleich in Rente. Es gibt innovative Unternehmen, die sich deshalb intensiv mit dem Thema Wissenstransfer beschäftigen und sich danach ausrichten, ältere Arbeitnehmende auch über das Renteneintrittsalter hinaus zumindest teilweise im Arbeitsprozess halten zu können. Denn der Fachkräftemangel wird zunehmen und die neusten Prognosen zeigen auf, dass der Schweizer Arbeitsmarkt für ausländische Stellensuchende eher weniger reizvoll sein wird. Das bedeutet, dass erfahrene inländische Fachkräfte für die Arbeitgeber in der Schweiz zunehmend attraktiver werden.

Beim heutigen Renteneintrittsalter sind die meisten Menschen noch topfit

DANIEL G. NEUGART PRÄSIDENT UND GESCHÄFTSFÜHRER SAVE 50PLUS SCHWEIZ

Trotz dieser Entwicklung gibt es Unternehmen, meist Konzerne, die ihre erfahrenen Fachkräfte in die Frühpensionierung entlassen und sich damit gleichzeitig und freiwillig auch von der Chance, den Wissenstransfer abzusichern verabschieden. Ob dies mittelfristig eine gute Strategie ist wird sich zeigen. Die unfreiwilligen «Frührentner» müssen oft wohl oder übel einen Deal eingehen, der sie finanziell und sozial benachteiligt. Mit dieser Ausgangslage ist man als Konsument eher weniger interessant. Denn den «Lebensplan nach der Arbeit» hat man sich in der Regel mit ein bisschen mehr finanziellen Mitteln vorgestellt. Die Politik ist in diesem Zusammenhang gefordert der Wirtschaft neue Anreize zu geben, um erfahrene Fachkräfte bis zur Rente und darüber hinaus im Arbeitsprozess zu halten oder nachhaltig zu integrieren.

Altersneutrale Arbeitgeber werden wichtiger

Beim heutigen Renteneintrittsalter sind die meisten Menschen noch topfit und haben schlicht keinen Bock darauf nichts mehr tun zu müssen. Im eigenen Interesse sollte die Wirtschaft diese Generation der «reifen Jugend» umwerben, um nicht den oft bejammerten Fachkräftemangel noch zu verschärfen. Die meisten dieser kommenden Rentnergeneration möchte später zumindest Teilzeit noch ein wenig weiterarbeiten. Das ist nicht nur gesund für Körper, Geist und Seele, sondern gibt dem Leben auch Struktur und Inhalt.

Für die Wirtschaft kann es nur vorteilhaft sein, wenn das Potenzial dieser Generation auch im Rentenalter eine hohe Kaufkraft hat. Um dies sicherzustellen müssen erfahrene Fachkräfte mindestens bis zur Rente im Arbeitsprozess bleiben. Hierzu braucht es keine neuen gesetzlichen Regulierungen. Der gesunde Menschenverstand müsste reichen. In Zukunft wird es immer wichtiger, dass ein Unternehmen sich als «altersneutraler Arbeitgeber» profiliert und positioniert. In der wohlhabenden Schweiz sollte es selbstverständlich sein, dass man den Ruhestand sorglos geniessen und die Früchte der Arbeit ernten kann.

 

Text Daniel G. Neugart

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