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Zurich
18 August 2019

Die inneren Merkmale sind die sichersten.

Findet man einen Mitarbeiterausweis, erhält man problemlos Zutritt zum Gebäude, denn die Alarmanlage reagiert nur bei gewaltsamen Eindringen. Wie kann sich ein Unternehmen entsprechend schützen, damit Unbefugte keinen Zutritt erhalten?

Wer kennt die Situation nicht: Ein Mitarbeiter verliert seinen Zutrittsausweis oder seinen Schlüssel und schon besteht die Gefahr eines nicht autorisierten Eindringens. Damit dies nicht geschehen kann, haben sich die Zutrittsmöglichkeiten mithilfe moderner Technologie weiterentwickelt. Zur Türverriegelung eignen sich Passwörter sowie biometrische Systeme. Diese bieten den grossen Vorteil gegenüber dem altbekannten Schlüssel, den man vergessen, verlegen oder sogar nachbilden kann. Doch auch ein Passwort lässt sich schnell ausspionieren und herausfinden. Was sich jedoch nicht verlieren oder fälschen lässt, sind körpereigene Merkmale, auf denen die biometrischen Verfahren basieren. Diese Zutrittskontrollsysteme erhöhen die Sicherheit im Unternehmen und reduzieren den Administrationsaufwand, da sich Körpermerkmale einmalig registrieren und nicht vergessen lassen.

Durch eine Berührung eintreten

Schluss mit lästigem Eintippen von Codes – die Erkennung erfolgt heute über Fingerabdrücke. Ist der Fingerabdruck jedoch wirklich sicher? Heutzutage existieren die 2D-Fingerabdruckerkennung sowie die berührungslose 3D-Fingerabdruckerkennung. Der menschliche Fingerabdruck besteht aus Erhöhungen und Vertiefungen. Diese werden bei der 2D-Fingerabdruckerkennung durch die Berührung des Terminals deformiert und somit gescannt. Bei der berührungslosen Erkennung scannt eine Kamera die charakteristischen Punkte des Fingers. Somit erreicht man eine Unverwechselbarkeit von 1:64 Milliarden. Die

dreidimensionale und berührungslose Sensortechnologie generiert eine höhere Sicherheit, da die Kamera eine grössere Fläche scannen kann. Mit einem Scanner lässt sich zudem dokumentieren, wer zu welcher Zeit Zutritt erhalten hat. Bei den neusten Modellen ist die Funktionsfähigkeit selbst dann sichergestellt, wenn der Strom ausfällt. Dafür sorgt einen IS-Code, der bei einer positiven Personenerkennung die hinterlegten Zutrittsberechtigungen aktiviert. Das Terminal kann kleine bis grosse Nutzergruppen identifizieren. Dadurch lässt es sich in privaten Immobilien, Betrieben, öffentlichen Gebäuden und Konzernen einsetzen, für den Aussen- sowie Innenbereich. Somit kann das Unternehmen den Zugang zum Gebäude selbst sowie zu einzelnen Räumen oder speziellen Bereichen schützen.

Es besteht eine bindende Verpflichtung für den Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter über die neue Zugangsregulationen informieren und schulen muss.

Das unveränderliche Merkmal

Ein weiteres biometrisches Zutrittssystem, welches eine höhere Sicherheit als die bisherigen verspricht, ist die Handvenenerkennung. Hierbei erfasst ein Scanner das Venenmuster der Handinnenfläche, des Handrückens oder der Finger und vergleicht es mit den hinterlegten Informationen. Die Identifikation und Authentifizierung erfolgt eindeutig und fälschungssicher, da jeder Mensch ein unterschiedliches Venenmuster besitzt, welches im Laufe des Lebens unverändert bleibt. Laut Testversuchungen von Fujitsu, kommt eine Fehlidentifikation nur in 0,00001 Prozent der Fälle vor und wird somit ausgeschlossen. Die Bedienung ist komfortabel und einfach, da man keine Passwörter eintippt oder wie bei einer Gesichts- und Stimmenerkennung in eine Kamera sehen oder in ein Mikrofon sprechen muss.

Doch wie genau erfolgt die Erkennung durch die Handvenenbiometrie? Die zu erkennende Person platziert ihre Handfläche vor dem Sensor, ohne ihn zu berühren. Somit besteht auch kein Grund zur Sorge bezüglich der Hygiene. Der Sensor sendet Infrarotstrahlen aus, die weder spürbar noch gesundheitsschädlich sind. Das Blut absorbiert diese Strahlen, sodass sich die Reflexion verringert und die Venen als Muster erscheinen. In vielen Actionfilmen verschaffen sich Eindringlinge Zutritt, indem sie beispielsweise die Hand einer zutrittsberechtigten Person, welche gestorben ist, zur Identifikation nutzen. Dies funktioniert beim Handvenenscanner in der Realität nicht. Der Schutz ist auch dann gewährleistet, da der Scanner nur das Handmuster von Personen erkennen kann, bei denen das Blut in den Handvenen aktiv fliesst. Dank seiner hohen Präzision lässt sich die Handbiometrie besonders als Zugangskontrolle von sensiblen Bereichen einsetzen.

Die Verantwortung der Arbeitgeber

Es ist jedoch wichtig, dass man bei biometrischen Zutrittsverfahren stets auf den Persönlichkeitsschutz der Mitarbeiter achtet. Nur die notwendigen Informationen sollten gespeichert sein und keine persönlichen, die für die Zutrittsberechtigung irrelevant sind. Es besteht eine bindende Verpflichtung für den Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter über die neue Zugangsregulationen informieren und schulen muss. Dass man biometrische Verfahren immer mehr verwendet, ist am Beispiel der Sanierung des Hauptsitzes der UBS ersichtlich. Den Zugang zur Baustelle überwacht ein biometrisches System der Handvenenerkennung. Doch nicht jeder kann seine Zutrittsberechtigung wahllos speichern. Damit der Zutritt gewährleistet ist, muss man nach einer Anmeldung alle notwendigen Unterlagen vollständig und korrekt einreichen. Erst nachdem die UBS die Personenmeldung freigibt, erfolgt die Freischaltung und die Erfassung im Zutrittssystem. Mit diesem lassen sich alle Ein- und Austritte speichern und verwalten. Nach Vollendung des Projekts löscht und vernichtet die UBS sämtliche Zugangsdaten.

Text: Sara Culum

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