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21 Oktober 2020

Einbruchsicherheit für Unternehmen.

Opfer von Einbrüchen haben nicht nur mit dem materialistischen Schaden zu kämpfen. Betroffene fühlen sich danach nicht mehr wohl, sind unsicher oder haben sogar Angst. Deshalb ist es wichtig, Einbrüchen mit effektiver Einbruchsicherheit bestmöglich vorzubeugen – auch als Arbeitsgeber.

Diesen Monat konnte das Ermittlungsverfahren einer beinahe unglaublichen Einbruchs-Karriere abgeschlossen werde. Der 26-jährige Dieb brach im Kanton Zürich während drei Jahren immer wieder ein und ergatterte Diebesgut im Wert von rund 600 000 Franken. Ende des letzten Jahres hat die Zürcher Kantonspolizei ihn schliesslich erwischt. Sie konnte dem Dieb mit Hilfe von DNA-Spuren 67 Einbrüche in Wohnungen und Häuser nachweisen. Eine erschreckend hohe Zahl, die zum Nachdenken veranlasst und eine interessante Frage aufwirft: Kann man Einbrüche verhindern? Mit der richtigen Prävention vermindert sich das Risiko eines Diebstahls, wobei niemand einen Einbruch gänzlich ausschliessen kann.

Die richtigen Massnahmen tragen zur Einbruchsicherheit bei

Um die geeigneten Vorkehrungen zu treffen, sollten Unternehmen abwägen, wie hoch der finanzielle Schaden bei einem Einbruch ausfiele. Ausserdem müssen sich Firmen überlegen, ob Angestellte oder Kunden bei einem Einbruch in Gefahr geraten könnten. Wenn das Risiko dafür hoch ist, berücksichtigen das Betriebe idealerweise bei der Prävention. In der heutigen Zeit können neben Wertgegenständen ebenfalls digitale Daten zum Diebesgut werden. Es empfiehlt sich demnach nicht nur für Organisationen mit teuren Gütern, Überfällen vorzubeugen. Marcel Graf von der Präventionsabteilung der Kantonspolizei Zürich weiss: «Die Einbrecher bevorzugen keine bestimmte Branche. Sie suchen sich grundsätzlich die Unternehmen als Opfer, die nicht gut genug geschützt sind.» Daher ist es wichtig, die Diebe abzuschrecken, wofür es mechanische und elektronische Hilfsmittel gibt.

Unter mechanischen Hilfsmitteln versteht man unter anderem einbruchhemmende Fenster und Zusatzschlösser. Diese Massnahmen sind laut Marcel Graf besonders wichtig, da Einbrecher in der Regel klassische Einbruch-Methoden bevorzugen. Dazu gehört unter anderem das Einschlagen oder Aufhebeln von Fenstern. Einbrecher greifen meistens in der Nacht und am Wochenende zu, weil sie dann ungestört sind. Deshalb rät Marcel Graf allen Betrieben, das Gebäude so zu beleuchten, dass es von aussen gut einsehbar ist. Auch Hecken und Pflanzen versperren unter Umständen die Sicht auf das Gebäude, wenn das Unternehmen sie nicht regelmässig zurückschneiden lässt.

Die Einbrecher bevorzugen keine bestimmte Branche. Sie suchen sich grundsätzlich die Unternehmen als Opfer, die nicht gut genug geschützt sind.

Marcel Graf, Präventionsabteilung der Kantonspolizei Zürich

Zu den elektronischen Vorbeugungen zählt beispielsweise die Installation von Bewegungsmeldern und Kameras. Für Betriebe, die besonders attraktiv für Einbrecher sind, lohnt es sich, einen Einbruchschutz zu beauftragen. Dieser installiert eine professionelle Alarmanlage und ist schnell vor Ort, wenn der Alarm ausgelöst wird. Eine weitere Möglichkeit sind Sicherheitsdienste, die Kontrollgänge anbieten. Sie schrecken potenzielle Einbrecher ab und erhöhen dadurch die Einbruchsicherheit.

Wenn die Diebe trotzdem zuschlagen

Unabhängig davon, ob ein Unternehmen eine gute oder gar keine Prävention vollzogen hat, gilt: Wenn jemand eingebrochen hat, müssen zwingend gewisse Schritte eingeleitet werden. Zuerst gilt es, ruhig zu bleiben und nichts anzufassen, bis die Polizei eingetroffen ist. Das ist wichtig, weil die Spuren am Tatort für die Arbeit der Polizei wichtig sind. Damit diese essentielle Vorgehensweise vom Personal und dem Arbeitgeber auch in einer hektischen Situation vollzogen wird, sollte sich jede und jeder schon vor einem Einbruch über das richtige Verhalten informieren. Nachdem die Polizei eingetroffen ist, muss eine Firma genau prüfen, was der Einbrecher gestohlen und beschädigt hat. Fehlt beispielsweise ein Schlüssel, muss ein Fachmann das Schloss unbedingt austauschen. Die betroffene Firma schreibt für die Polizei und die Versicherung eine exakte Liste mit den gestohlenen Gegenständen. Wenn die Polizei das Okay gibt, dürfen die Schäden repariert werden. Zuerst empfiehlt es sich dringend, den Zugang zum Gebäude wieder sicherzustellen.

Wenn Mitarbeiter während des Überfalls anwesend waren oder die Auswirkungen auf irgendeine Weise spüren, sollte der Arbeitgeber auf diese Rücksicht nehmen und eventuell nach Hause schicken. Oft hilft es für das Wohlbefinden, die Räumlichkeiten gründlich reinigen zu lassen. Hat der Einbrecher Arbeitswerkzeuge geklaut oder kaputtgemacht, ist es die Aufgabe des Arbeitgebers, diese schnellstmöglich zu ersetzten. Wenn die Mitarbeiter den Vorfall trotzdem nicht verarbeiten können, gibt es Anlaufstellen für Einbruchsopfer. Wichtig ist, dass sich die Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz sicher und wohlfühlen. Je nach Betrieb ist es auch von Vorteil, die Kunden und Lieferanten zu informieren.

Diebstahl-Versicherung – freiwillig, aber wichtig

Zur Vorbeugung schliessen Firmen, genau wie Privathaushalte, eine Versicherung ab, damit diese bei Diebstählen für den Schadenersatz aufkommt. Was bei Privatpersonen die Hausratversicherung regelt, übernimmt bei Firmen die Sachversicherung. Sie versichert demnach alle Gegenstände in der Organisation, die beweglich sind. Alles, was fest eingebaut ist, deckt die Gebäudeversicherung. Die Sachversicherung ist zuständig für sämtliche Schäden, die durch Feuer, Elementar, Wasser, Glasbruch und Diebstahl verursacht wurden. Aber Achtung: Nicht alle Versicherungspakete übernehmen die Haftung für alle dieser Gefahren. Je nach Bedürfnissen des Kunden sind entweder nur ausgewählte oder alle fünf Risiken versichert. Falls eine Organisation mehrere Standorte hat, muss sie diese in der Versicherungspolice erwähnen. Des Weiteren ist es wichtig, dass Unternehmen weder unter- noch überversichert sind. Dies ist der Fall, wenn der Wert der versicherten Gegenstände nicht der Versicherungssumme entspricht. Die Versicherungssumme ist die vereinbarte Menge Geld, die maximal bei einem Vorfall gezahlt wird.

Die Sachversicherung für Diebstahl ist für Firmen in der Schweiz nicht obligatorisch. Die Kantonspolizei Zürich empfiehlt allerdings allen Betrieben, sich gegen Einbrüche zu versichern.

Text: Michelle Christen

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