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Zürich
28 September 2020

Wir brauchen eine intelligente Klimapolitik.

«Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!» So hallt es seit einigen Wochen jeweils freitags auf den Schweizer Strassen, wenn tausende Schülerinnen und Schüler an Klimademonstrationen für eine bessere Klimapolitik protestieren. Sie fordern, dass die Politik in Sachen Klima endlich vorwärts macht und ihnen eine lebenswerte Zukunft ermöglicht.

Und sie haben recht. Die Folgen einer ungebremsten Erderwärmung bedrohen unsere Lebensgrundlage. Die Schweiz mit ihren Gletschern und dem Permafrost, der unsere Berge zusammenhält, reagiert besonders sensibel auf diese Entwicklung. Ein Anstieg der Erderwärmung um mehr als 1,5 oder höchstens 2 Grad stellt demzufolge eine existentielle Gefahr für viele Lebensräume dar. Biologische Vielfalt und Klima sind eng miteinander verbunden. Intakte Ökosysteme speichern CO2 in ihrer Biomasse. Sie tragen mit ihrer Vielfalt entscheidend zur Anpassungsfähigkeit des gesamten Erdsystems bei. Kurz: Sie sind unsere Lebensgrundlage!

Die Zeit drängt. Der Bericht des internationalen Weltklimarats warnt eindringlich: Uns bleiben, nach jahrelangem Müssiggang, nur noch etwa zwölf Jahre, um griffige Massnahmen umzusetzen. Danach schwinden unsere Chancen rapide, die Erwärmung auf ein Mass zu beschränken, das keine katastrophalen Auswirkungen auf den Globus haben wird.

Uns bleiben, nach jahrelangem Müssiggang, nur noch etwa zwölf Jahre, um griffige Massnahmen umzusetzen.

Klimapolitik stockt

Das Klimaabkommen von Paris und die Energiestrategie 2050 setzen Ziele für die Energiewende. Das ist wichtig. Sobald es jedoch darum geht, wie diese Ziele konkret erreicht werden sollen, wird es schwierig. So konnte sich der Nationalrat in der vergangenen Wintersession bei der Beratung des revidierten CO2-Gesetzes nicht auf Massnahmen einigen, die den CO2-Ausstoss in der Schweiz wirksam beschränken. Am Ende ist die Vorlage ganz gescheitert und der Ständerat beginnt seine Beratung bei null. In mehreren Kantonen hat die Stimmbevölkerung Massnahmen im Gebäudebereich abgelehnt – etwa die Forderung, dass Neubauten zwingend auch erneuerbare Energie produzieren sollen oder, dass ausgemusterte Heizungen durch Systeme mit erneuerbaren Energien ersetzt werden. Jüngstes Beispiel ist der Kanton Bern, der im Februar das neue Energiegesetz knapp verworfen hat.

Die Lösungen sind bekannt

Das Wissen sowie die Technologien für eine 100 Prozent erneuerbare und CO2-freie Energieversorgung sind in der Schweiz längst vorhanden. Die Energiewende kann mit neuen erneuerbaren Energien und der bestehenden Wasserkraft umgesetzt werden. Volkswirtschaftlich ist der Umstieg auf erneuerbare Energien sogar günstiger als ein Festhalten an klimaschädlichen Technologien. Die erneuerbare Zukunft schafft zudem Arbeitsplätze und einheimische Wertschöpfung. Das belegen auch die Firmen sowie Organisationen, die auf dieser Seite konkrete Lösungsansätze präsentieren.

Über die Autoren

Dr. Urs Leugger-Eggimann ist Zentralsekretär von Pro Natura und Vorsitzender der Umweltallianz, dem Zusammenschluss der grossen Schweizer Umweltorganisationen (www.umweltallianz.ch)

Nils Epprecht ist Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung SES und Mitglied der Umweltallianz

Urs Leugger
Urs Leugger

Nils Epprecht
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