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Zürich
12 August 2020

Bewegung ist der Schlüssel zur Gesundheit.

Je früher und je mehr, desto besser! Das gilt für die Bewegung. Kinder sollen wenig sitzen und oft aktiv spielen. Kleinkinder, die sich oft und abwechslungsreich bewegen, haben jetzt und später viele Vorteile – dies zeigt die Forschung.

Wer sich regelmässig bewegt, beugt damit vielen Erkrankungen vor. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs, Diabetes oder Gelenkprobleme wegen Übergewicht: All dies lässt sich vermeiden oder vermindern, wenn man in Bewegung kommt und bleibt. Nicht nur Herz, Knochen und Muskeln profitieren, auch die Psyche und die geistige Leistungsfähigkeit. Bewegung ist also gesund. Dies ist gut erforscht und gilt natürlich auch für Kinder.

Wirkung auf vielen Ebenen

Forscherin Susi Kriemler untersucht an der Universität Zürich die Effekte von frühkindlicher Bewegung auf die psychische und körperliche Gesundheit. «Wir stellen fest, dass Kinder, die im Vorschulalter genügend aktiv sind, sich vielfältiger und geschickter bewegen können und mehr Freude an Bewegung haben als inaktive. Und sie schlafen sogar besser und länger.» Diese Resultate bestätigen sich auch in anderen Untersuchungen. Ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Resultate von Tausenden von Studien zusammengefasst. Ihr Fazit: Für Kleinkinder ist es wichtig, sich viel zu bewegen, ausreichend und gut zu schlafen und weniger zu sitzen, nicht im Kinderwagen, Maxicosi und auch nicht vor dem Bildschirm. Diese drei Massnahmen haben viele positive Folgen: Die psychische Gesundheit, die geistige Entwicklung und das Sozialverhalten werden gestärkt, ebenso Fitness, Kraft und Knochengesundheit. Die motorischen Fähigkeiten, also die Geschicklichkeit und Vielfältigkeit der Bewegungen, nehmen zu und es kommt weniger zu Übergewicht.

Für Kleinkinder ist es wichtig, sich viel zu bewegen, ausreichend und gut zu schlafen und weniger zu sitzen.

Früh übt sich

Wie viel aktives Spiel soll es denn sein? Was können Eltern, das Grosi oder die Kitamitarbeitenden zu Bewegung im Vorschulalter beitragen? Susi Kriemler weiss Bescheid. «Alles, was die Kinder bewegt, ist gut, es gibt kein Zuviel. Die Empfehlungen der WHO sehen eine Abstufung je nach Alter vor».

So sollten Säuglinge von null bis eins täglich mindestens 30 Minuten aktive Bewegungszeit haben, mehr ist besser. Aktive Bewegungszeit heisst zum Beispiel, in Bauchlage oder auf dem Boden liegend die Umwelt erkunden.

Kleinkinder im Alter von ein bis zwei Jahren sollten pro Tag mindestens zwei Stunden verschiedene Formen von körperlicher Aktivität und Bewegung haben, zum Beispiel beim Verstecken spielen, Tanzen, beim Krabbelparcours, Ballrollen oder draussen auf dem Spielplatz.

Alles, was die Kinder bewegt, ist gut, es gibt kein Zuviel.

Auch für Drei- bis Vierjährige gilt: Mindestens zwei Stunden Bewegung pro Tag sind wichtig für die Entwicklung. Davon sollte eine Stunde von mittlerer bis hoher Intensität sein, als etwa Fussball spielen, rennen, klettern oder hüpfen. Kriemler empfiehlt: «Gehen Sie raus aus dem Haus, in den Wald, Garten, auf den Spielplatz. Und wenn immer möglich mit anderen Kindern – das ist ein wahrlicher Magnet und zweifelsohne die beste Motivation.»

In ihren Studien hat Susi Kriemler festgestellt, dass aktive Vorschulkinder häufig schwerer sind als inaktive. «Das wird oft als Übergewicht gewertet. Das kann, muss aber nicht so sein. Gerade aktive Kinder haben trotz weniger Körperfett mehr Muskeln, was natürlich positiv und gewollt ist.»

Der Alltag prägt die Gesundheit

Auch für Schulkinder gilt, je mehr Bewegung desto besser. Es muss nicht Leistungssport sein, wichtig ist vor allem der Alltag. Experten empfehlen für Kinder und Jugendliche eine Stunde in zumindest mässig intensiver Bewegung pro Tag, das heisst, die Kinder sollten «ins Schnaufen und Schwitzen» kommen. Hierzu kann auch die Schule beitragen: Bewegungspausen im Unterricht fördern nicht nur die Gesundheit der Kinder, sie steigern auch die Konzentration- und schulische Leistungsfähigkeit. Die Eltern sind vor allem gefragt, wenn es darum geht, die Kids von der Spielkonsole oder dem Tablet ins Freie zu lotsen, wo sie ihren Bewegungsdrang ausleben können. Dabei helfen verbindliche Regeln wie altersangepasste maximale Bildschirmzeiten pro Woche, dass Bildschirmzeit erst auf Bewegungszeit folgen kann, und keine «kleinen und grossen Bildschirme» im Bett und vor dem Einschlafen. TV-Geräte oder Computer gehören nicht ins Kinderzimmer. Kinder unter zehn Jahren sollten keine eigenen Geräte besitzen.

Freude an der Bewegung früh wecken

Ein gesunder familiärer Lebensstil prägt die Kinder und gibt ihnen eine wichtige Grundlage für die spätere Gesundheit. Susi Kriemler weiss: «Wenn schon Kleinkindern Freude an Bewegung vermittelt wird, kann dieses Gefühl bis ins Erwachsenenalter verinnerlicht bleiben, da positive Emotionen wie eine Art Glückshormone, geweckt werden.» Eltern oder Bezugspersonen haben deshalb eine wichtige Vorbildfunktion.

Für Sportmuffel ist dies kein Grund zur Sorge. Der Alltag hält genügend Gelegenheiten für gesunde Bewegung bereit: zu Fuss oder mit dem Velo zur Arbeit oder zum Einkaufen, Treppensteigen anstatt den Lift benutzen, Spazieren, Haushalt- und Gartenarbeit. Und ebenfalls wichtig: Pflegen Sie einen bewussten Umgang mit Mobiltelefonen. Leben Sie Ihren Kindern vor, dass bildschirmfreie Zeiten möglich sind.

Broschüren mit Bewegungstipps im Kleinkindalter.

Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich gibt Broschüren mit Bewegungstipps für Kleinkinder heraus. Download und Bestellung (im Kt. ZH):

www.gesundheitsfoerderung-zh.ch

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