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17 Januar 2020

Wegbereiter der intelligenten Mobilität.

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Art und Weise wie Menschen kommunizieren, einkaufen und arbeiten – sondern auch, wie sie sich bewegen. Dank moderner Technologie sind Automobile heute quasi fahrende Computer. Diese Entwicklung bringt viele Vorteile für die Passagiere mit sich. Möglich wird das durch eine ausgeklügelte und hochpräzise Fahrzeug-Verkabelung. Wodurch sich diese auszeichnet und welche weiteren Entwicklungen zu erwarten sind, erklärt Martin Stier, Head of Business Development bei der Schleuniger Gruppe.

Einmal im Kolonnenverkehr nicht richtig aufgepasst – und schon kommt es zu einem Blechschaden. Zumindest war dies bis anhin so, denn heute verfügen viele Automobile über einen «Brems-Assistenten». Dabei messen Sensoren die Distanz zum vorderen Fahrzeug und leiten, wenn nötig, ein Bremsmanöver ein. Dieses mittlerweile alltägliche Beispiel zeigt, wie Automobile dank digitaler Technologie zunehmend «intelligent» werden und Lenkerinnen und Lenker beim sicheren Fahren unterstützen. Diese technische Entwicklung stellt natürlich auch neue Anforderungen an die Fertigung von Fahrzeugen. Zum Beispiel an die Verkabelung. Vor allem der Trend hin zur Miniaturisierung sei deutlich spürbar und ein wesentlicher Faktor, um die ganze Technologie im Automobil unterzubringen, erklärt Martin Stier, Head of Business Development bei der Schleuniger AG.

Als Head of Business Development gehört u.a. die Geschäftsfeldentwicklung zu Martin Stiers Aufgaben. Doch auch das Trendscouting in Bezug auf Technologien und Applikationen machen einen wesentlichen Teil seiner Arbeit aus. Welche Trends ortet er also aktuell? «Die grösste Veränderung ist immer noch die evolutionäre, nicht die revolutionäre Entwicklung. Leitungen und Verbindungstechnologien werden zunehmend miniaturisiert. Daher erfordern sie ein Umschwenken von manueller Montage auf automatisierte Systeme.» Ebenfalls keine disruptive, aber dennoch eine weitreichende Veränderung sei die zunehmende Einführung der «Hoch-Volt-Technologie» für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. «Hier nehmen die Anfragen nach zuverlässiger, prozesssicherer sowie automatisierter Verarbeitung mit den steigenden Produktionszahlen der Erstausrüster langsam, aber stetig zu.»

Die hohe Relevanz der Daten

Die Digitalisierung führt zu einer Zunahme der zu verarbeitenden Datenmenge in Fahrzeugen. Zwar sind gemäss Martin Stier Datenleitungen in Fahrzeugen nichts Neues. «Auch hier ist der Trend zu breitbandigeren, schnelleren Systemen von fünf bis zehn Gigabit Leistung erkennbar, was ein Treiber für unser Center of Competence Process Automation in Cham darstellt.» Doch es gehe nicht nur um die reine Menge der Daten, sondern auch um deren Auswertung bzw. Verarbeitung: «Die Rückverfolgbarkeit sowie die Transparenz von Prozessen und Arbeitsschritten werden immer wichtiger», betont Stier. Denn die Führung und Bereitstellung von Qualitätsdaten biete bspw. die Möglichkeit, Rückrufaktionen von Automobilien auf ein Minimum zu beschränken oder die «Weiterveredelung von fehlerhaften Bauteilen und Ausschuss in der Produktion zu vermeiden.»

Die Digitalisierung führt zu einer Zunahme der zu verarbeitenden Datenmenge in Fahrzeugen.

Innovationstreiber E-Mobility

Der Trend hin zur E-Mobilität gewinnt immer mehr an Fahrt. Wie wird sich diese Entwicklung auf die Verkabelung von Fahrzeugen in Zukunft auswirken? «Das ist schwer einzuschätzen», gibt Martin Stier zu bedenken. Die Elektromobilität alleine verändere noch keinen Leitungssatz im Fahrzeug. Es kämen lediglich einige Inhalte im Bereich Hochvoltleitungen (Koaxial-Leitungen) hinzu. Sobald aber Themen wie ‹Autonomes Fahren› oder ‹Breitbandvernetzung über 5G› ins Spiel kämen, müsse man diverse zusätzliche Sicherheitsaspekte beachten. Hinzu kommen erhöhte Anforderungen an gewisse Komponenten des Bordnetzes. Dies betreffe konkret Busleitungen für die schnelle Übertragung von externen Sensordaten sowie die Verbindungen zur Cloud. Generell findet langfristig sicherlich eine höhere Integration von Bauteilen und Komponenten von batterieelektrischen Fahrzeugen statt: «Mit zunehmendem Produktionsvolumen halten vermehrt ‹echte› E-Mobil-Plattformen Einzug und erhöhen die Integration von Antriebsaggregaten und Invertern.» Einige Leitungen würden zukünftig wohl wegfallen, während gleichzeitig neue Funktionen hinzukommen dürften.

Weitere wichtige Aspekte der E-Mobilität stellen die Gesetzgebung sowie der Infrastrukturausbau dar: «Städte wie Peking oder Shanghai forcieren und fördern bereits heute reine Batterie-elektrische Fahrzeuge über vereinfachte, sprich kostengünstigere Zulassungsverfahren oder Förderprogramme in der Neuanschaffung», weiss Stier. Diesbezüglich hinke man in Europa noch hinterher. Auch der Infrastrukturausbau, also die Ladesäulen für E-Fahrzeuge, bergen noch ein gewisses «Henne-Ei-Problem». Ist die Infrastruktur nicht gegeben, kaufen die Menschen keine batterieelektrischen Fahrzeuge. Und weil der Anteil an Stromern darum gering bleibt, wird die Infrastruktur nicht übermässig gefördert bzw. ausgebaut. Aber auch hier setzt sich Schleuniger ein: «Wir sind an der Verarbeitung von Ladesäulen-Adaptionen gleichermassen beteiligt wie am Testen von Batterien für Elektrofahrzeuge.»

 

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