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19 Februar 2020

Damit alles noch ein bisschen reibungsloser läuft.

Nicht einfach nur Schnelligkeit, sondern vor allem flexible Pünktlichkeit wird von Logistikunternehmen immer mehr gefordert. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen Firmen ihre Prozesse analysieren und so ihre Logistik optimieren. Die Digitalisierung hält dafür verschiedene Mittel bereit.

Logistik ist immer auch ein Kampf gegen die Zeit. Um Waren so schnell wie möglich von A nach B zu transportieren, sucht man stets die ideale Lieferroute. Man optimiert das Warenhandling im Lager oder automatisiert den Dialog mit den Kunden. Dieses kontinuierliche Streben nach Effizienz und schnelleren Abwicklungszeiten hat eine Branche geschaffen, deren Prozesse an der Grenze des Möglichen ablaufen.

Doch gemäss Expertinnen und Experten existiert nach wie vor Optimierungspotenzial. Eine Möglichkeit, dieses zu nutzen, besteht im Einsatz von Robotern. Die «Logistikmarktstudie Schweiz 2018» von GS1 Switzerland und der Uni St. Gallen hält dazu folgendes fest: «Logistikdienstleister sehen in Robotern eine Gelegenheit, ihre Konkurrenzfähigkeit in einem zunehmend kompetitiven Umfeld zu bewahren.» Ausserdem erhöhe sich die Attraktivität von Logistikunternehmen als Arbeitgeber dahingehend, dass Roboter repetitive Aufgaben übernehmen und damit Angestellte höherwertige Tätigkeiten besetzen können. 

Roboter werden immer wichtiger

Innerhalb der nächsten vier Jahre dürften sich gemäss «Logistikmarktstudie» die Verkäufe für Roboter im Anwendungsfeld optimierter Logistik mehr als versiebenfachen. Diese Entwicklung hängt sehr stark mit den technologischen Fortschritten in der Robotik zusammen. Ein Grossteil der bis anhin verfügbaren Lösungen war stationär gebunden und weder mit Wahrnehmungsfähigkeiten noch mit Entscheidungsintelligenz ausgestattet. Es sei aber davon auszugehen, dass Lösungen mit den Entwicklungen bei der Sensortechnologie und künstlichen Intelligenz künftig noch schneller, akkurater und günstiger werden. Dadurch würde die neue Robotergeneration nicht nur agiler, sondern die Maschinen wären auch in der Lage, mit menschlichen Mitarbeitenden zu kooperieren – daher rührt der Name «Cobots». 

Doch nicht nur die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wird wichtiger, um sich im logistischen Spannungsfeld erfolgreich behaupten zu können – sondern auch die Zusammenarbeit mit der Konkurrenz. «Es wird eine Verschiebung hin zur verstärkten Kooperation mit Wettstreitern geben, die man auch als ‹Coopetition› bezeichnet», schreiben die Studienverfasser. Schweizer Logistikdienstleister machten davon heute bereits Gebrauch, z.B. in Form gemeinschaftlich genutzter Hubs. Diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit könnte mittelfristig auch einem anderen interessanten Konzept zum Durchbruch verhelfen: Der optimierten, urbanen Logistik oder «Citylogistik». Deren grundlegendes Ziel ist es, durch Transportbündelung die Verkehrsbelastung in Innenstadtlagen zu reduzieren.

Nicht nur die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wird wichtiger, um sich im logistischen Spannungsfeld erfolgreich behaupten zu können – sondern auch die Zusammenarbeit mit der Konkurrenz.

Von A bis Z durchgeplant

Ein wesentliches Element zur Optimierung von Logistikprozessen auf Firmenebene besteht im professionellen «Supply Chain Management» (SCM). Das mag im ersten Moment trivial erscheinen. Man muss sich aber vergegenwärtigen, wofür der Begriff tatsächlich steht: Denn SCM meint gemäss «GS1 Switzerland» die «professionelle Bewirtschaftung aller Prozesse entlang der Versorgungs- bzw. Lieferkette – vom Vorlieferanten über die Produktion zum Handel und bis zum Konsumenten oder Verbraucher sowie zur Wiederverwertung.» Angesichts dieser Definition wird schnell klar, dass in vielen Schweizer Betrieben noch Nachholbedarf besteht. Denn viele Unternehmen haben ihre Supply Chain nicht durchgehend digitalisiert – oder wenigstens organsiert. Darum kommt es häufig zu Sollbruchstellen, die zu Doppelspurigkeiten führen und damit einen Effizienzverlust verursachen. Die Transparenz bleibt dabei ebenfalls auf der Strecke. 

Abhilfe schaffen hier ERP-Anwendungen oder dezidierte Supply-Chain-Lösungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Dank einer durchgängigen IT-Lösung wissen die Verantwortlichen innerhalb der Lieferkette immer, wer wann wofür verantwortlich ist und welche Massnahmen zu welchem Zeitpunkt erforderlich sind. Das Angebot an entsprechenden Branchenlösungen in der Schweiz ist gross. Häufig bieten die Unternehmen ihre Anwendungen auch modular an. Wer zum Beispiel nur eine Anwendung zur Optimierung der Warenflüsse im Lager sucht, wird ebenso fündig wie ein Unternehmen, das seine gesamte Supply Chain digital abbilden möchte. Es lohnt sich, verschiedene Lösungen zu vergleichen und Offerten einzuholen. Man sollte auch darauf achten, dass die entsprechende Anwendung möglichst unkompliziert in die bestehende Firmen-IT-Infrastruktur integriert werden kann.  

Mehr zur Studie unter www.logistikmarkt.ch.

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