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28 September 2020

Wer digitale Innovation will, muss die entsprechenden Talente ausbilden.

Die Schweiz hat es trotz ihrer geringen Grösse immer wieder geschafft, sich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren. Der Grund dafür liegt in ihrer grossen Innovationskraft. Doch um diese weiterhin sicherstellen zu können, muss die Schweiz die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht nur nutzen, sondern aktiv vorantreiben. Das klappt aber nur, wenn schon heute die Talente von morgen ausgebildet werden. 

Die Digitalisierung ist keine ferne Entwicklung mehr, die sich am Horizont abzeichnet. Die Digitalisierung ist hier – und sie verändert Unternehmen aller Branchen und Grössen nachhaltig. Für die Schweiz wird diese Entwicklung von Fachleuten generell als Chance gesehen: So hält unter anderem das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) fest, dass es gerade für ein ressourcenarmes Land wie die Schweiz entscheidend sei, die Möglichkeiten der Digitalisierung bestmöglich zu nutzen. Um Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern, müsse sich die hiesige Volkswirtschaft gut für die bestehenden und kommenden Herausforderungen positionieren. 

Kein Grund zur Sorge

Die Digitalisierung darf also mit Fug und Recht als Paradigmenwechsel für die Schweiz bezeichnet werden. Doch welche konkreten Veränderungen bringt sie mit sich? Zum einen verändern sich aufgrund der technischen Entwicklungen die Stellenprofile in der Wirtschaft, und zum anderen geschieht eine Umwälzung der Stellenanzahlen innerhalb sowie zwischen den Branchen. In einem Bericht von 2017 führt der Bundesrat Analysen auf, die belegen, dass in den nächsten Jahrzehnten etwa elf Prozent der Stellen wegfallen könnten. Damit bewege sich der aktuell erwartete Strukturwandel im Rahmen der Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt während der letzten Jahrzehnte. 

Diese Aussichten mögen auf den ersten Blick alles andere als positiv erscheinen. Jedoch: Ein der Digitalisierung ähnlicher Strukturwandel hatte in den letzten beiden Jahrzehnten positive Auswirkungen für die Schweiz. So gingen innerhalb der letzten 20 Jahre zwar rund 350 000 Stellen verloren, es wurden aber netto auch 860 000 neue Stellen geschaffen. Zusammen mit anderen Einflussfaktoren habe der technologische Fortschritt auch in diesem Zeitraum ein anhaltendes Beschäftigungswachstum ermöglicht.

Die Hochschulen und Universitäten müssen ihren Teil dazu beitragen, die digitalen Kompetenzen in der Gesellschaft zu stärken.

Die Bildung steht in der Verantwortung

Was sich heute deutlich abzeichnet: Der Arbeitsmarkt von heute und der Arbeitsmarkt von morgen werden sich massgeblich voneinander unterscheiden. Gemäss dem Bericht des Bundesrates wird es «entscheidend sein, dass sich die benötigten Qualifikationen rasch auf dem Arbeitsmarkt finden lassen.» Und diese Qualifikationen entstehen natürlich nicht von alleine. Hier steht das Schweizer Bildungssystem in der Verantwortung, die entsprechenden Talente zu identifizieren und zu fördern. Dafür sei die Bildungslandschaft in der Schweiz insgesamt gut aufgestellt. Dies nicht zuletzt dank des dualen Bildungssystems. Doch natürlich müssen auch die Hochschulen und Universitäten der Schweiz ihren Teil dazu beitragen, die Kompetenzen der Digitalisierung in der Gesellschaft zu stärken und bestehendes Fachwissen zu vertiefen.

Diese Message ist bei den Verantwortlichen der Bildungsinstitute definitiv angekommen: Egal ob Universität oder Hochschule – in der Schweiz wird der Digitalisierung im Bereich der Aus- und Weiterbildungen immer mehr Rechnung getragen. Dabei geht es primär um die Vermittlung von neuem technischem Fachwissen. Dieses lässt sich unter anderem im Rahmen von Bachelor- und Masterstudiengängen vermitteln. Ein zunehmend beliebtes Mittel sind aber auch die vergleichsweise kurzen CAS-Module. Deren Vorteil: Sie richten sich an Fachpersonen, die schon über gewisse Kenntnisse verfügen, zum Beispiel im Bereich des Programmierens. In Rahmen des CAS werden ihnen dann neue, zusätzliche Kompetenzen vermittelt. Diese Weiterbildungen sind auch wichtig, um ältere Arbeitsnehmer fit zu halten für die sich wandelnden Ansprüche ihrer jeweiligen Branche.

Auch eine Führungsaufgabe

Die Digitalisierung ist aber nicht nur ein rein technischer Prozess, sondern auch ein kultureller. Aus diesem Grund sind die «Transformationskompetenzen» von Führungskräften enorm wichtig. Entsprechende Aus- und Weiterbildung gewinnen daher zunehmend an Beliebtheit, wie etwa EMBA-Angebote zur digitalen Transformation. Diese richten sich an Führungskräfte, die sich den Anforderungen des digitalen Wandels aktiv stellen wollen. Es werden insbesondere zukunftsorientierte Managerinnen und Manager angesprochen, die am Puls des Wirtschaftslebens stehen und deren Aufgabe es ist, Schweizer Unternehmen oder Unternehmensbereiche im Zeitalter der Digitalisierung erfolgreich zu führen. Zu den vermittelten Inhalten gehören bspw. strategische Unternehmensführung, digitales Marketing sowie digitales Leadership. Der letzte Punkt umfasst auch digitales HR, ein wichtiges potenzielles Spannungsfeld.  

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