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19 Januar 2021

Auf der Suche nach dem passenden Beruf.

Die Suche nach dem passenden Beruf wird immer mehr zur Qual der Wahl. Das Angebot an Berufslehren wird permanent vielfältiger. «Fokus» hat nachgeforscht, mit welchen Tools man am besten den Überblick behält und worauf man achten sollte, um die passende Stelle zu finden.

Das Schweizer Bildungssystem ist bekannt dafür, dass es viele verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe bietet. Letztes Jahr befanden sich 201 567 junge Frauen und Männer in einem Lehrverhältnis mit Ausbildungstyp EFZ. Diese grosse Zahl lässt ahnen, dass ein grosses Angebot an Lehrstellen vorhanden ist. Tatsächlich gibt es unzählige Lehrstellen in allen möglichen Bereichen mit jeweils verschiedensten Weiterbildungsmöglichkeiten. Damit man den Überblick nicht verliert, helfen Berufsberater oder entsprechende Webseiten, sodass man sich zurechtfindet. Yousty.ch ist eine davon. Auf dieser Webseite finden sich mehr als 250 Lehrberufe und aktuell über 20 000 freie Lehrstellen. Domenica Mauch, Geschäftsführerin von Yousty weiss: «Jugendliche kennen oft nur ungefähr fünf Berufe. Für sie ist es eine Herausforderung, sich auf dem breiten Lehrstellenmarkt zurechtzufinden.» 

Jugendliche kennen oft nur ungefähr fünf Berufe. Für sie ist es eine Herausforderung, sich auf dem breiten Lehrstellenmarkt zurechtzufinden.

Domenica Mauch
To-dos vor der definitiven Entscheidung 

Damit man sich für einen passenden Beruf entscheidet, sollte man unbedingt seinen Interessen und Fähigkeiten folgen. Das heisst, es ist wichtig zu wissen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Ausserdem ist die Beschäftigung mit dem Thema der Berufswahl unabdinglich, damit man eine gewisse Freude dafür entwickeln kann und seinen Horizont erweitert. «Sehr wichtig ist, dass man Berufe anschauen und schnuppern geht, Berufsmessen besucht und mit vielen Leuten darüber spricht», erklärt Domenica Mauch. So kann man von Erfahrungen profitieren, die andere bereits machten und erhält ein Gespür dafür, was einem selber gefallen könnte.

Auf keinen Fall sollte man sich selbst zu stark unter Druck setzen. Um einen ersten Einblick in den Lehrberufsdschungel zu erhalten, helfen auch Online-Tools wie zum Beispiel der Berufs-Finder auf Yousty weiter. Während drei Minuten beantwortet der Schüler 33 Fragen zu seinen Interessen und Fähigkeiten und erhält anschliessend eine Liste mit den zwanzig passendsten Berufen. Das ist eine enorme Hilfe.

Praktische Ausbildung

Das System der Berufslehre, welches wir in der Schweiz pflegen, ist in seiner Form einzigartig. Die Expertin bestätigt: «Wir haben eine sehr starke Wirtschaft, die unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass sie praktisch veranlagt ist. Viele junge, engagierte Fachkräfte tragen dazu massgebend bei.» Daher ist die extrem tiefe Jugendarbeitslosigkeit der Schweiz nicht weiter verwunderlich. Auch die Innovationsfähigkeit der Schweiz ist zu einem bestimmten Grad auf unser duales Bildungssystem zurückzuführen. Wenn man sich aber für eine Ausbildung entschieden hat und merkt, dass es doch nicht die richtige ist, kann aus verschiedenen Brückenangeboten, ausgewählt werden, bevor man eine passendere Berufslehre beginnt. Domenica Mauch erläutert: «Schlussendlich ist es wichtig, dass man eine Arbeit findet, die einem Freude bereitet und ein Umfeld hat, welches einen unterstützt.»

Zufrieden am Arbeitsplatz

Nicht nur die Wahl des Berufes, sondern auch andere Faktoren und Umstände beeinflussen die Zufriedenheit mit dem gewählten Job. «Extrem wichtig ist für mich, dass das Team sowie die Kultur der Firma zu mir passen.» Wenn man sich wohl fühle, könne man sich besser entfalten. Weiter sei essenziell, dass andere einen fördern, engagierte Vorgesetzte beispielsweise. Ziel sei, dass man selbst Entwicklungsmöglichkeiten oder Potenzial sehe, schildert Domenica Mauch ihre Ansicht. Was Zufriedenheit bringt, ist allerdings individuell. Je nach Person sind also die Faktoren unterschiedlich. Trotzdem sind sie wichtig und können sogar der Grund sein, weshalb jemand eine Ausbildung abschliesst und sich bereits nach Weiterbildungsmöglichkeiten umsieht. 

Text Lea Zoss

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