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17 Januar 2020

Millie Bobby Brown erobert die Unterhaltungsindustrie.

Als Mädchen mit übernatürlichen Kräften wurde Millie Bobby Brown in der Netflix-Serie Stranger Things berühmt. Woher ihr Selbstvertrauen kommt und wann sie die Bodenhaftung verliert, erzählt die 15-jährige Millie Bobby Brown im Interview.

Wie hat sich Dein Leben verändert, seit du mit der Netflix-Serie «Stranger Things» berühmt geworden bist?

Verändert ist vielleicht das falsche Wort, aber es beinträchtigt mein Leben schon. Manchmal kann es eine Herausforderung sein. Trotzdem habe ich immer noch ein normales Leben und natürlich grossartige Möglichkeiten. Obwohl ich es schon damals gern getan hätte, hatte ich früher keine Plattform, den Leuten zu helfen. «Stranger Things» hat es mir ermöglicht, mich für Wohltätigkeitsorganisationen stark zu machen.

Du bist Unicef-Botschafterin. Als Schauspielerin hast du Verantwortung und Verpflichtungen. Hast du nicht das Gefühl, dass du deine Kindheit verpasst?

Ich werde oft gefragt, ob ich überhaupt eine Kindheit habe und ich kann alle beruhigen, denn ich habe sehr wohl eine Kindheit. Man muss nur mal zu mir nach Hause kommen und mir beim Backen und Brownie-Verbrennen zuschauen! Ich wachse mit einer sechsjährigen Schwester auf. Ava und ich gehen in den Park oder schwimmen. Wir haben drei Hunde und eine Katze und dann ist natürlich auch noch die Schule. Die ist mir ebenfalls sehr wichtig.

Du backst gerne?

Ja, mit den Serien-Kollegen hatten wir sogar einen Back-Wettbewerb. Noah Schnapp gab uns alle ein Thema: Gaten Matarazzos Thema war Musik, mein Thema Hollywood und Sadie Sinks Thema war Natur. So machte ich einen Kuchen mit viel Glitzer-Streusel drauf – Hollywood inspiriert halt. Es war ein Chaos, Gatens Kuchen war auch ein Kunstwerk der furchtbaren Sorte und Sadie backte einen wunderschönen Kuchen mit einem Baum drauf. Es war ganz klar, dass sie gewinnen würde. Überdies war der Kuchen auch sehr lecker.

Du trägst ein David Bowie T-Shirt. Er war ein Musiker vor deiner Zeit. Wie kommt das?

Durch Stranger Things bin ich auf ihn aufmerksam geworden. Die Serie spielt ja in den achtziger Jahren. Vorher stand ich eigentlich nicht so auf achtziger Musik, aber jetzt total. Toto’s «Africa» ist der Hit! Oft verwende ich Musik, um mich auf eine Szene vorzubereiten. Als ich einmal Adele hörte, sagte der Regisseur Shawn Levy, das ginge doch nicht, ich müsse für die Serie 80er-Musik hören. Er liess Guns N’Roses’ «Sweet Child of Mine» aus den Lautsprechern spielen. Mein Schauspielkollege Finn Wolfhard und ich hüpften nur noch so auf dem Bett herum. Es schaffte die perfekte Stimmung.

Ich verwende oft Musik, um mich auf eine Szene vorzubereiten.

Was gefällt Dir aus den Achtzigerjahren sonst noch ausser der Musik?

Ich beneide die Leute wirklich sehr, die in den Achtzigerjahren aufgewachsen sind. Tatsächlich hatte man damals viel mehr Freiheiten. Selbst wenn ich ein normales Kind wäre, könnte ich heute nicht einfach raus, weil es zu gefährlich ist. In den Achtzigern konnte man einfach sorglos aufs Fahrrad steigen und in der Gegend herumfahren.

Du bist in Spanien geboren, in England aufgewachsen und mit acht Jahren in die USA gezogen. Wie hast du eigentlich mit der Schauspielerei angefangen?

Es fing in Orlando, Florida an. Anfangs habe ich einfach Kurse besucht: Singen, Tanzen, Modeling, Schauspielerei etc. Aber dass da ein wirkliches Handwerk dahintersteht, war mir damals noch nicht klar. Dann sind wir nach Los Angeles gezogen und ich habe Werbespots gebucht. Sogar einen Barbie-Werbespot! Das war wirklich das grösste aller Gefühle. Damals wusste ich gleich, das möchte ich für immer machen. Wenn ich in einer Kulisse bin, werde ich irgendwie die beste Person, die ich sein kann.

UNICEF ernannte Millie Bobby Brown am Weltkindertag 2018 in New York City zur jüngsten Goodwill-Botschafterin. (Foto von Cindy Ord / Getty Images für UNICEF)
Du stehst noch am Anfang deiner Karriere. Braucht es viel Selbstvertrauen, deine Rollen anzugehen?

Da wächst man rein: Bei der ersten Staffel von Stranger Things habe ich Eleven einfach so gespielt, wie es die Serien-Schöpfer, die Duffer Brothers, mir vorgaben. Die Rolle ist ja ihr Baby. In der zweiten Staffel hingegen habe ich dann schon ein wenig eigene Ideen eingebracht und bei der dritten sagte ich klipp und klar, was Eleven meiner Meinung nach tun und nicht tun würde.

Welche Schauspielerinnen sind deine Vorbilder?

Gute Frage. Frauen sind momentan so relevant, haben mehr Power denn je. Alle Schauspielerinnen inspirieren mich – auch die, die nicht bekannt sind. Natürlich mag ich Winona Ryder. «Beetlejuice» ist der Hammer und eigentlich alle ihre Filme. Angelina Jolie, weil sie auch Regie führt und sich für wohltätige Zwecke einsetzt. Natalie Portman und Blake Lively – die hat auch süsse Kinder.

Und bei welchen Jungs kriegst du weiche Knie?

Zwar hat mir Zac Efron immer gut gefallen, aber ich kenne ihn nun persönlich, also ist es ein bisschen komisch, ihn hier zu nennen. Deshalb muss ich aufpassen, sonst kriege ich ein SMS und es beklagt sich einer, wieso ich gesagt hätte, ich schwärme für ihn. Aber es gibt einen Sänger etwa in meiner Alter, von dem ich total besessen bin. Aber mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.

Du bist ja selber ein Star. Wie gehst du mit deinen Fans um?

Manchmal braucht es Bodyguards. Fanatische Fans machen mir Angst, aber die meisten sind ja sehr nett. Wenn sie mich normal behandeln, behandle ich sie auch normal. Ich verstehe es ja auch, ich war und bin selbst ein Fan-Girl. Ich bin beispielsweise ganz verrückt nach «Vampire Diaries».

Was passiert, wenn du einmal jemanden triffst, der dich beeindruckt?

Da kann ich total die Bodenhaftung verlieren. Meine Energie kann dann schon schockieren. Doch es gibt Leute, bei denen nehme ich mich zusammen, wie Obama – er ist so gross und majestätisch – oder bei Meryl Streep. Vor solchen Leuten kann man nicht einfach ausflippen. Bei Zac Efron aber schon, oder bei Blake Lively. Da hatte ich einen kleinen Kreischanfall bei den Golden Globes. Es war schlimm [lacht].

Du bist bereits eine Fashion-Ikone. Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Jung. Denn wir Jungen erobern die Unterhaltungsindustrie momentan. Doch ich bin 15 und werde nicht versuchen, wie eine 25-Jährige daherzukommen. Deshalb sieht man mich auch in Sneakers auf dem roten Teppich. Diamanten und Perlen sind nicht mein Ding.

Wie blickst du in die Zukunft für dich und deine jungen Kollegen?

Wir lieben das, was wir gemeinsam machen als Schauspieler. Denn unsere Dynamik ist wie Feuer. Wir haben Power und Jugend auf unserer Seite. Ich glaube, wir sind alle auf einem guten Weg. Ich werde immer weiterwachsen als Schauspielerin und freue mich, eines Tages eine 20-Jährige spielen zu können.

Diamanten und Perlen sind nicht mein Ding.

Millie Bobby Brown
Hast du nicht Angst, dass du verheizt wirst? Viele Kinderstars hatten ja Mühe, als Erwachsene ihren Platz in Hollywood zu finden.

Die Filmindustrie ändert sich dauernd und ich glaube, sie ist diesbezüglich nicht mehr so gefährlich wie früher. Inzwischen wissen wir, was es zu vermeiden gilt und was wir tun sollen – nämlich unsere Leidenschaft und unsere Plattform nutzen und uns auch wehren, wenn es nötig ist. Ich sehe meine Zukunft in einem wunderbaren Licht.

Text & Headerbild: Marlène von Arx

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