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Zurich
8 Dezember 2019

Psychische Krankheiten sind ernst zu nehmen.

Prof. Dr. med. Erich Seifritz 
Direktor KPPP bei der PUK, Vorstandsmitglied
Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP),
Präsident der SGAD

Depressionen, Suchterkrankungen und andere psychische Krankheiten gehen mit erheblich verkürzter Lebenserwartung einher. Eine Vorstufe von Depressionen und Suchterkrankungen kann Burnout sein. Dieses stellt eine krankhafte Anpassung an anhaltenden, nicht bewältigbaren Stress dar. Burnout zeichnet sich durch zunehmende Verminderung der Leistungsfähigkeit, eine emotionale und körperliche Erschöpfung, eine gleichgültige, negative bis zynische Haltung gegenüber der Arbeit und gegenüber den Mitmenschen aus sowie durch die Überzeugung, beruflich überfordert zu sein oder versagt zu haben.

Assoziiert mit chronischem Stress und Depression sind häufig Schlafstörungen. Diese können einerseits Symptom sein, aber andererseits auch Risikofaktor oder Frühwarnzeichen von Depressionen. Schlafstörungen und Depressionen sind mit verschiedenen körperlichen Erkrankungen, vor allem Stoffwechselstörungen wie Zuckerkrankheit, Gewichtszunahme, hohem Blutdruck aber auch neurologischen oder kardiovaskulären Erkrankungen vergesellschaftet. Auch zwischen Depressionen und Sucht bestehen gegenseitige Wechselwirkungen. So können Depressionen Suchtverhalten auslösen – manchmal auch als Selbstbehandlungsversuch – und umgekehrt. Die Zusammenhänge zwischen körperlichen und depressiven beziehungsweise Suchterkrankungen werden in Artikeln dieser Sonderausgabe eindrücklich beschrieben. 

Als Prävention gegen Depressionen haben sich ausgewogene Schlafhygiene, sportliche Aktivität und gesunde Ernährung, aber auch eine intakte soziale Einbettung als wirksame Massnahmen erwiesen. Diese können die sogenannte «Resilienz», d.h. die Widerstandsfähigkeit, gegen Stress-assoziierte Erkrankungen erhöhen. Darüber hinaus können sie als komplementäre Massnahmen zur Unterstützung einer umfassenden Therapie eingesetzt werden. 

Die Behandlung von Depressionen, Sucht und anderen Stress-assoziierten psychischen Erkrankungen basiert in einem ersten Schritt auf einer sorgfältigen und umfassenden körperlichen und psychiatrischen Untersuchung und Diagnosestellung. Diese schliesst die Abklärung möglicher psychischer und körperlicher Ursachen und Begleitstörungen mit ein. Der nächste Schritt ist die Therapieplanung, welche zusammen mit der Patientin beziehungsweise dem Patienten sowie den Angehörigen erörtert und etabliert wird – idealerweise im Rahmen eines «shared decision makings». Behandlungsbausteine bei Depressionen und Sucht sind biomedizinische, psychologische und soziale Therapieelemente. Diese umfassen sowohl Psychotherapie, Medikamente und soziale Unterstützung. 

Text: Prof. Dr. med. Erich Seifritz

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