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26 Februar 2020

Verschwommen, verzerrt, vernebelt – Makuladegeneration?.

Wenn im Alter die Sehkraft nachlässt, kann das verschiedene Ursachen haben. Statistisch gesehen ist die häufigste Ursache jedoch die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, denn das Fortschreiten der AMD kann verlangsamt werden.

Eine AMD macht sich meist nach dem sechzigsten Lebensjahr bemerkbar. Doch die gute Nachricht gleich vorweg: Es kommt in keinem Fall zu einer kompletten Erblindung.  Denn der Rest der Netzhaut, mit Ausnahme der Makula, bleibt intakt. Dennoch kann die AMD zu erheblichen Einbussen der Sehkraft führen – nämlich in der Mitte des Sichtfeldes.

Was passiert hier?

Betroffene verspüren zwar keine Schmerzen, bemerken aber Veränderungen in der visuellen Wahrnehmung. Zum Beispiel, dass sie Dinge verzerrt wahrnehmen. Es ist möglich, dass das Lesen auf einmal schwerfällt und die Beleuchtung immer ausgeprägter werden muss. Oder es wird auf einmal zur Herausforderung, Gesichter zu erkennen.

Wieso ich?

Verständlicherweise löst die Situation Angst aus. Viele Betroffene reagieren zunächst verzweifelt und hadern mit dem Schicksal. Die Ursachen der AMD sind leider nicht restlos geklärt. Es gibt jedoch einige bekannte Risikofaktoren (siehe Infobox). Klar ist, dass dabei der Zellstoffwechsel Ablagerungen unter der Netzhaut festsetzt. Dies hat Auswirkungen auf die Netzhautmitte, auch Makula genannt.

Zwei Arten

Es gibt zwei Varianten der AMD – die «trockene» und die «feuchte» Makuladegeneration. Die trockene Makuladegeneration verläuft langsamer und äussert sich typischerweise durch langsames Abnehmen der Sehschärfe. Die feuchte Makuladegeneration ist seltener und macht sich oft durch Formverzerrungen und «neblige» Stellen im Sehfeld bemerkbar. Diese Form der AMD kann sich aus der trockenen Makuladegeneration entwickeln. Zwar verläuft sie schneller als die trockene Makuladegeneration, sie ist aber behandelbar! 

Ärztliche Kontrollen essenziell

Ein Besuch in der Augenpraxis bringt Klarheit und kann nur nutzen. Bei Verdacht auf eine AMD wird die Krankengeschichte durchgegangen, ein Amsler-Gitterlinie-Test durchgeführt und gegebenenfalls mithilfe einer Tomografie die Netzhaut genauer untersucht. Nicht nur im «Verdachtsfall», dass etwas mit den Augen nicht stimmt: Regelmässige Besuche beim Augenarzt beziehungsweise der Augenärztin des Vertrauens sind essentiell. Für die feuchte AMD gibt es verschiedenste Therapieformen, welche den Verlauf verlangsamen oder gar die Sehkraft etwas verbessern können. Dazu eignen sich eine medikamentöse Behandlung sowie die Injektionstherapie. Anders sieht es bei der trockenen AMD aus, denn sie ist nicht medikamentös behandelbar. Wer an einer trockenen AMD leidet, sollte aber trotzdem unbedingt regelmässig zur ärztlichen Kontrolle, um bei einem möglichen Übergang zur feuchten AMD rechtzeitig reagieren zu können!

Wissen verschafft Vorsprung

Ein wichtiger Garant für Lebensqualität mit einer AMD ist, den Alltag gut meistern zu können. Hier kann die kostenlose Fachberatung des Schweizerischen Blindenbunds helfen. Denn die «Low Vision Beratung» informiert über nützliche Hilfsmittel. Dazu gehören beispielsweise optische Hilfsmittel, welche die Lesefähigkeit erhöhen. Der Schweizerische Blindenbund schult ebenso sicheres Fortbewegen im Alltag. Ein Austausch mit anderen Betroffenen ist, falls erwünscht, auch möglich.

Die Makula

  • befindet sich in der Mitte der Netzhaut.
  • wird auch «gelber Fleck» genannt.
  • hat einen Durchmesser von zirka vier Millimetern.
  • ermöglicht es, den Blick auf etwas zu fokussieren.
  • sorgt für scharfes Sehen.
  • macht es möglich, Farben zu unterscheiden.

Risikofaktoren der AMD besiegen

Nebst genetischer Disposition und Alter gibt es auch Risikofaktoren, die man beeinflussen kann. So schützt man seine Augen vor AMD:

  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Bei Diabetes: gute Einstellung von Blutzucker
  • Nichtraucher/in sein
  • Sich vor Sonneneinstrahlung schützen
  • Ausreichend Bewegung
  • Exposition von blauem Licht (Bildschirme) minimieren: Schutzfolien, Blaulichtfilter (auch: Nachtmodus) auf den Geräten aktivieren, begrenzte Nutzung von Fernseher, Computer, Smartphone und Tablet.

Weiterführende Informationen für Betroffene

Zum Amsler-Gitter-Selbsttest: www.dbsv.org/amsler-gitter-test
Zur Augenklinik des Universitätsspital Zürich: www.augenklinik.usz.ch
Zum Schweizerischen Blindenbund: www.blind.ch/unsere-angebote/beratung

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