14.9 C
Zürich
6 Juni 2020

Selbstbestimmt leben – trotz Sehbehinderung.

Für viele Menschen ist die Vorstellung, ihre Sehkraft zu verlieren, extrem beängstigend. Und tatsächlich gehen mit einer Sehbehinderung teilweise einschneidende Lebensveränderungen einher. Doch mit den richtigen Anpassungen im Alltag können blinde und sehbehinderte Menschen nach wie vor ein unabhängiges Leben führen. Wir zeigen, wie.

Für einen Grossteil der Schweizer Bevölkerung ist «sehen» ebenso selbstverständlich wie atmen. Dank gesunder Augen nehmen die meisten Menschen ihre Umwelt und sich selber wahr und sind dadurch in der Lage, mit ihrer Umgebung zu interagieren. Doch rund 325’000 Schweizerinnen und Schweizer befinden sich in einer ganz anderen Ausgangslage: Sie sind sehbehindert, also in ihrem Sehen eingeschränkt. Etwa 10’000 dieser Betroffenen sind blind.

Fachleute gehen davon aus, dass diese Zahl in Zukunft noch merklich ansteigen wird. Einen der Hauptgründe dafür orten sie in der demografischen Entwicklung: Da immer mehr Menschen immer länger leben, werden die Fälle altersbedingter Sehbehinderungen zwangsläufig zunehmen. Umso wichtiger ist es gemäss Experten, die Bevölkerung für diese Problematik zu sensibilisieren. Ziel sei es aber nicht, Panik zu schaffen, sondern vielmehr ein Verständnis zu kultivieren für die Tatsache, dass sehbehinderte und blinde Menschen durchaus weiterhin selbstbestimmt leben können.

Da immer mehr Menschen immer länger leben, werden die Fälle altersbedingter Sehbehinderungen zwangsläufig zunehmen. Umso wichtiger ist es gemäss Experten, die Bevölkerung für diese Problematik zu sensibilisieren.

Wie äussert sich die Krankheit?

Doch was versteht man eigentlich unter einer «Sehbehinderung »? Es handelt sich dabei um einen Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die sich in unterschiedlichen Symptomen äussern. Von einer Sehbehinderung spricht man etwa dann, wenn Betroffene Gesichtsfeldausfälle oder einen Tunnelblick verzeichnen, oder wenn sie Doppelbilder oder Flimmerlinien sehen. Die häufigste Sehbehinderung im Alter ist die sogenannte «Altersbedingte Makula-Degeneration», kurz AMD. Hier ist die zentrale Stelle des scharfen Sehens betroffen. Das bedeutet, dass man genau diejenigen Objekte, die man anschauen möchte, nicht sehen kann. Die Peripherie ist dabei jedoch kaum beeinträchtigt. Nebst dem zunehmendem Alter können Erkrankungen wie Grauer und Grüner Star, Netzhauterkrankungen, Augenverletzungen oder vorgeburtliche Schädigungen weitere Gründe für eine Sehbehinderung sein.

Selbstbestimmung bewahren

Geht die Sehkraft zurück oder droht gar Erblindung, stellt sich schnell die Frage nach der Erwerbstätigkeit. Und dieses Thema ist in der Tat komplex. Je nach Berufsfeld lassen sich gewisse Tätigkeiten schlicht nicht mehr ausführen. Das Ausführen von Arbeiten am Computer aber ist beispielsweise oft nach wie vor gut möglich, dank verschiedener moderner Technologien, dem Internet sowie Software-Anwendungen. Beispiele dafür sind Vergrösserungsprogramme oder Vorlesehilfen. Ob Betroffene in ihrem angestammten Beruf bleiben oder eine neue Tätigkeit annehmen können, hat gemäss Fachleuten viel mit ihrer Bereitschaft zu tun, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Damit eine Integration gelingen kann, muss aber auch das berufliche Umfeld diese Bereitschaft aufbringen. Auf www.blind.ch finden Arbeitgeber ein Merkblatt mit Anregungen und Tipps, wie man den Arbeitsplatz so ausgestalten kann, dass Menschen mit Sehbehinderung ihrer Tätigkeit nachgehen können.

Die Beratung und Begleitung durch Fachkräfte sorgt dafür, dass oftmals eine erstaunliche Selbstständigkeit im Alltag bewahrt werden kann.

Nicht nur im Berufsalltag, sondern in praktisch allen Lebensbereichen stellt der Computer ein praktisches Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen dar. Die Zahl der barrierefreien Internetseiten nimmt zu und die bereits angesprochenen Programme ermöglichen ein relativ leichtes Zurechtfinden im Web. Die Braille-Schrift wiederum ermöglicht das Lesen von Inhalten durch Berührung der Schrift mit den Fingerkuppen. Braille kann mit den Fingern gut und schnell gelesen werden, heute schreibt man mit Punktschriftmaschinen und Druckern am Computer. Aufgrund des Abstands zwischen den einzelnen Punkten lässt sich feststellen, welche Punkte zusammengehören und einen Buchstaben bilden. Dabei wird der Buchstabe oder auch ein kurzes Wort anhand der Form identifiziert, die sich aus dem jeweiligen Punktemuster ergibt. Die Brailleschrift, oder Punktschrift, ist laut Experten bis heute die einzige wirkliche Schrift geblieben, mit der Sehbehinderte und Blinde selbstständig lesen können. Dementsprechend hat sie sich an die modernen Anforderungen und Notwendigkeiten angepasst.

Vorbeugen im Alter

Wie bereits angesprochen können im Alter schwerwiegende und irreparable Sehschädigungen auftreten. Wird beispielsweise eine Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) von einem Arzt diagnostiziert, ist es ratsam, eine AMD-Beratung bei einer Fachstelle in Anspruch zu nehmen. Diese ermöglicht auch einen Erfahrungsaustausch zwischen Betroffenen. Das wirkt nicht nur drohender Isolation und destruktivem Selbstmitleid entgegen, sondern hilft Betroffenen auch dabei, alltagstaugliche Tricks für den Umgang mit der Krankheit zu lernen. Die Beratung und Begleitung durch Fachkräfte wiederum sorgt dafür, dass oftmals eine erstaunliche Selbstständigkeit im Alltag bewahrt werden kann. Auch bei der Wahl von Hilfsmitteln können Experten kompetent und praxisbezogen beraten.

Lesen Sie mehr.

Der Appetit auf kulinarische Reisen steigt

Das Kennenlernen neuer Essenskulturen sowie fremder Geschmäcker gehört bei vielen Reisenden mittlerweile zu einem unvergesslichen Urlaub. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen bei ihrer Urlaubsplanung auf die Essenauswahl vor Ort achten.

Wie Duolingo die Chancengleichheit fördern will

Willkommen! E komo mai! Croeso! Dank verschiedenster Apps ist es heute so einfach wie noch nie, Fremdsprachen zu erlernen. Die bekannteste ist sicherlich Duolingo. «Fokus Next Step» hat mit dem Gründer und CTO Severin Hacker über die Entwicklung des Sprachenlernens und den Ansatz einer freien Bildung gesprochen.

Auf Nummer sicher gehen – eine gute Idee?

Wenn man bedenkt, dass Schweizerinnen eine um viereinhalb Jahre höhere Lebenserwartung haben, scheint die Theorie, Schweizer gingen zu spät zum Arzt, gar nicht so abwegig. Vorsorgeempfehlungen, von denen es heutzutage nur so wimmelt, haben jedoch noch lange nicht alle Hand und Fuss.

Was Klara und Hans heute nicht lernen, lernen sie morgen

Die Volksweisheit, wonach der erste Entscheid in Sachen Bildung der alles bestimmende ist, gilt längst nicht mehr. Das lebenslange Lernen und damit verbunden die Weiterbildung haben stark an Bedeutung gewonnen. Die Wissensgesellschaft, der technologische Fortschritt und der Strukturwandel stellen ständig neue und häufig auch höhere Qualifikationsanforderungen an die Menschen.

Zugangsregulation für hohe Gebäudesicherheit

Findet man einen Mitarbeiterausweis, erhält man problemlos Zutritt zum Gebäude, denn die Alarmanlage reagiert nur bei gewaltsamen Eindringen. Wie kann sich ein Unternehmen entsprechend schützen, damit Unbefugte keinen Zutritt erhalten?

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.