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26 Februar 2020

Was tun bei Vorhofflimmern?.

Das Vorhofflimmern ist eine beunruhigend häufige Form der Herzrhythmusstörung. Zirka 1 Prozent der Gesamtbevölkerung ist betroffen. Doch Lifestyle-Anpassungen oder operative Eingriffe können Abhilfe schaffen.

Das Wort Vorhofflimmern ist Vielen bekannt. Doch was versteckt sich hinter dem Begriff? Vorhofflimmern bezeichnet eine Herzrhythmusstörung der kleinen Herzkammern, bei welcher das Herz sich nicht den Bedürfnissen des Körpers anpasst. Dies resultiert in Symptomen wie raschem Herzklopfen, stundenlangem Herzrasen und Enge- oder Druckgefühlen in der Brust. Die Störung betrifft etwa 1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Aktuell liegt bei einem 50-Jährigen die Wahrscheinlichkeit bei über 40 Prozent, einmal im Leben davon betroffen zu sein.

Elektrische Störimpulse

Doch wie entsteht Vorhofflimmern überhaupt? Das Problem beginnt tief im Inneren des Herzens. Wo die Venen, von den Lungen kommend, in das Herz münden, entstehen lokal kleine, elektrische Störimpulse, die dann den Vorhof in ein elektrisches Chaos versetzen können. Dadurch wird dann keine rhythmische Herzkontraktion mehr erreicht, der Puls wird unregelmässig, was als störend wahrgenommen wird.

Bekannte Risikofaktoren

Die Symptome bleiben oftmals unbemerkt, eine Früherkennung ist jedoch essenziell. Nur so kann man katastrophalen Komplikationen, wie einem Hirnschlag, vorgebeugen. 

Sogenannte Trigger können Vorhofflimmern auslösen. Für diese gibt es einige bekannte Risikofaktoren. Übergewicht, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankung sowie Alkohol- und Kaffeekonsum können allesamt Vorhofflimmern auslösen. 

Risiko Hochleistungssport

Mit dem Alkohol besteht eine dosisabhängige Verbindung – je mehr man konsumiert, desto höher ist das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken. Intensiver und jahrelanger Hochleistungssport kann zu einer Vernarbung des Vorhofs führen, was wiederum Vorhofflimmern unterstützt.  Bemerkt man Vorhofflimmern frühzeitig, kann man dies durch Verminderung der Trigger oftmals eliminieren. Wenn das Vorhofflimmern aber schon länger präsent ist, wird es schwieriger.

Neue Ablationsmethoden

Heikel wird es, wenn eine Abnahme der Pumpfunktion des Herzens für einen Leistungseinbruch und die Symptome verantwortlich ist. Aber moderne Behandlungsstrategien ermöglichen es, das Vorhofflimmern gut kontrollieren zu können. Denn neue Ablationsmethoden, mit 3D-Mapping, neuen Verödungsverfahren und der chirurgischen Ablation, können bei hartnäckigem Vorhofflimmern ausgezeichnete Resultate erreichen und Patienten von Medikamenteneinnahme und Symptomen befreien.

Veränderung des Lebensstils

Als erstes sollte eine Anpassung des Lebensstils erfolgen. Abnehmen, weniger Alkoholkonsum und ein angemessenes Mass an Sport und Schlaf stehen auf dem Programm. Danach erfahren ein Grossteil der Patienten eine medikamentöse Behandlung. Diese dient der Stabilisierung des Herzrhythmus und der Prophylaxe des Hirnschlags. Wenn keine lebenslange Medikation erwünscht oder diese nicht effektiv ist, empfiehlt der Arzt oder die Ärztin eine Ablation.

Sperren störender Signale

Das Ziel einer Ablation ist es, eine Narbe zu schaffen, die der elektrischen Isolation dient. Diese Narbe sperrt dann die störenden Signale, die das Vorhofflimmern verursachen, in den Lungenvenen ein. Heutzutage gibt es moderne Katheter, mit denen die Narbe gemacht werden kann. Einfaches Vorhofflimmern kann so meistens in einer oder selten zwei Sitzungen erfolgreich behandelt werden. Bei hartnäckigem Vorhofflimmern ist die Situation schwieriger. Hier müssen Katheter-Ablationen oft mehrmalig durchgeführt werden. Manchmal kann man die Situation gar nicht verbessern.

Die Katheter-Ablation

Es gibt die Katheter-Ablation und die chirurgische Ablation. Bei der Katheter-Ablation wird ein Katheter über die Leiste in das Herz geschoben. Dazu werden Röntgenstrahlen verwendet. Der Katheter wird dann durch die Herztrennwand in den linken Vorhof manövriert. Dort werden gezielt die Lungenvenen verödet. 

Bei der Katheter-Ablation wird Strom- oder Kälteenergie abgegeben, was zur gewünschten Narbe führt. Der grosse Vorteil der Katheter-Ablation ist, dass der Eingriff mehrmals wiederholt werden kann und die elektrischen Ströme im Herzinneren auch dargestellt werden können. Leider sind diese Eingriffe nicht immer zielführend und müssen wiederholt werden. In diesen Situationen bietet die chirurgische Ablation eine sinnvolle Alternative.

Die chirurgische Ablation

Eine chirurgische Ablation ist dank der Entwicklung von endoskopischen Techniken sehr schonend. Die Instrumente für die Ablation bringt der Arzt oder die Ärztin über kleine Schnitte seitlich an der Brust, an der Lunge vorbei, direkt zum Herz. Dann wird die Energie sicher und kontrolliert auf der Herzoberfläche abgegeben – am schlagenden Herzen und unter Vollnarkose. Am Ende des Eingriffs erfolgt eine Verschliessung des linken Herzrohrs, was den Patienten ermöglicht, die Blutverdünner endgültig abzusetzen. Der Eingriff dauert in der Regel 90 Minuten. Die Patienten verlassen die Klinik nach drei bis vier Tagen.  

Zwei Methoden, ein Ziel

Beide Methoden der Ablation haben das gleiche Ziel – die Isolation der Lungenvene. Dies verbessert die Symptome, und darum geht es. Die Zusammenarbeit von Elektrophysiologen und Herzchirurgen ist essentiell, um das optimale Vorgehen für alle Patienten individuell festzulegen. Nur so können Mediziner die besten Resultate individuell erreichen. Für den Katheter (Mehrheit) sprechen das einfachere Vorgehen und die Möglichkeit den Eingriff zu wiederholen. Für die Operation aber die höhere Effektivität und die Möglichkeit nach der Operation Medikamente abzusetzen. Viele Patienten empfinden dies als überzeugendes Argument für die Operation. 

Text SMA, Prof. Dr. med. Sacha P. Salzberg

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