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Zürich
6 August 2020

Wenn das Herz aus dem Takt gerät.

Herzkrankheiten sind weit verbreitet und gehören zu den zentralen Todesursachen. Wie entstehen sie und wie versucht die Medizin, dagegen anzukämpfen?

Das Herz erfüllt im menschlichen Körper eine essenzielle Funktion und wird nicht umsonst umgangssprachlich als «Pumpe» bezeichnet: Denn beim Herz handelt es sich um eine kräftige Muskelpumpe, die laut Schweizerischer Herzstiftung täglich etwa 100 000-mal schlägt und dabei rund 10 000 Liter Blut durch den Körper pumpt. Damit dieser Muskel diese gewaltige Arbeit leisten kann, muss er ständig mit Sauerstoff, sprich mit frischem Blut versorgt werden. Diese Versorgung geschieht über die Herzkranzgefässe, auch Koronararterien genannt.

Hier entsteht eine der häufigsten Herzkrankheiten: die Arteriosklerose oder umgangssprachlich die «Arterienverkalkung». Dabei lagern sich gemäss «Beobachter» in den Arterien des Körpers Fette an, die verkalken und mit der Zeit zu einer dicken, weniger elastischen Gefässwand und zu einem verengten Blutgefässquerschnitt führen – auch in den Herzkranzarterien. Als Folge nimmt der Blutfluss in den betroffenen Arterien stark ab. Bildet sich dann an einer verengten Stelle ein Blutgerinnsel, das das Gefäss gänzlich verstopft, kann es zum Herzinfarkt kommen. 

Ein anderes weitverbreitetes Krankheitsbild ist die Herzinsuffizienz oder Herzschwäche. Dabei ist das Herz nicht mehr in der Lage, die volle Pumpleistung zu erbringen.

Wenn das Herz zu gross wird

Ein anderes weitverbreitetes Krankheitsbild ist die Herzinsuffizienz oder Herzschwäche. Dabei ist das Herz nicht mehr in der Lage, die volle Pumpleistung zu erbringen. Dementsprechend staut sich das Blut vor dem Herzen und es findet eine Unterversorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut statt. Bei der chronischen Herzinsuffizienz handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung: Die Wand der linken Herzkammer verdickt, und die Herzkammern weiten sich aus – die Herzleistung wird zunehmend schlechter. Das Herz wird mit der Zeit grösser und zugleich kraftloser. Die Hälfte der Patienten verstirbt an einem plötzlichen Herztod wegen einer Herzrhythmusstörung. Eine Herzschwäche kann die Folge hohen Blutdrucks oder eines zuvor erlittenen Herzinfarkts sein. Des Weiteren gehören Herzklappenfehler sowie Herzmuskelerkrankungen zu den potenziellen Auslösern. 

Eine grassierende Krankheit

Es gibt Prognosen, die besagen, dass bis 2030 alleine in den USA acht Millionen Menschen unter dieser Herzkrankheit leiden werden. Das
entspricht einer Verdreifachung gegenüber heute: In den Vereinigten Staaten geht man derzeit von etwa 6,5 Millionen Herzinsuffizienz-Patienten aus, in Europa belaufen sich die Zahlen auf 14,9 Millionen. Die Krankheit gilt als eine der zentralen Todesursachen weltweit und ist ein massgeblicher Treiber der Gesundheitskosten.

Mit verschiedenen Innovationen und Eingriffen versucht man, dem Krankheitsbild entgegenzuwirken. Zu den heute angewendeten Eingriffen gehören nebst der Herztransplantation auch die Implantierung von Herzunterstützungssystemen (VAD), die kardiale Resynchronisationstherapie sowie – als neuer Ansatz – die Nutzung von Mikrostrom.

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