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11 Juli 2020

Korrekt und konfliktfrei kündigen.

Kündigen kann eine Herausforderung sein. Als Arbeitnehmer gibt es dazu diverse Gründe. Jedoch ist eine Tatsache zentral: Kündigungen sollen überlegt und professionell gehandhabt werden, damit man das Arbeitsverhältnis im Guten auflösen kann.

Das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kann durch eine Kündigung beendet werden. Wenn man als Arbeitnehmer die Stelle wechseln oder sich neuen Herausforderungen stellen möchte, gilt es also, dies bedacht und professionell anzugehen.

Nicht spontan, sondern überlegt

Die eigene berufliche Karriere verläuft oftmals nicht so wie geplant. Es kann schnell gehen und man ist im Job unglücklich: Es fehlt an Herausforderung, der Arbeitsinhalt liegt einem nicht oder zwischenmenschlich passt es nicht mehr. Jedoch kann es auch sein, dass man einen neuen beruflichen Weg einschlagen möchte oder sich eine Auszeit gönnt.

Arbeitnehmer können unter Einhaltung der Kündigungsfrist jederzeit kündigen und sind daher flexibel. Gemäss Mathias Steger, Content Manager bei JobCloud (jobs.ch), ist eine Kündigung aber mit mehr verbunden: «Man sollte sich gut überlegen, ob man wirklich kündigen möchte und wie es danach weitergeht. Nur aus einer schlechten Laune heraus und ohne Grund zu kündigen, wird nicht empfohlen.»

Formgerecht kündigen

Grundsätzlich – wenn es im Arbeitsvertrag nicht anders definiert ist – kann formlos gekündigt werden. Jedoch ist dies nicht gerade der beste Weg, da eine mündliche Kündigung einen Spielraum für verschiedene Interpretationsmöglichkeiten offen lässt.

Mit einem sauberen Kündigungsschreiben kann man Missverständnisse vorbeugen. Bevor ein solches aber eingereicht wird, ist es von Vorteil, zuerst das Management in einem Gespräch über die Kündigung zu informieren. So überrumpelt man seine Vorgesetzten nicht und kann das Schreiben anschliessend problemlos einreichen.

Was ein Kündigungsschreiben ausmacht

Damit ein Kündigungsschreiben auch formal gültig ist, müssen diverse Punkte enthalten sein. Der Absender und Empfänger müssen beide mit Name und Adresse angegeben werden. Auch muss erwähnt sein, welcher Arbeitsvertrag aufgelöst werden sollte und per wann man kündigt. Mit der eigenen Unterschrift bestätigt man das Ganze zum Schluss, um dem Schreiben seine Gültigkeit zu verleihen. Einen Kündigungsgrund muss ein Arbeitnehmer dabei nicht zwingend angeben.

Damit ein Arbeitgeber eine Kündigung akzeptieren kann, muss man sie innerhalb der jeweiligen Kündigungsfrist einreichen. Je nach Branche, Tätigkeit und Unternehmen variieren diese Fristen – jedoch gibt es gesetzliche Zeiträume, die nicht unterschritten werden dürfen. Die Arbeitsstelle ist dabei auf das jeweilige Monatsende kündbar.

Im Kündigungsgespräch soll man diplomatisch bleiben und dem Gegenüber nicht ins Wort fallen.

Mathias Steger
Vertrag wird unterschrieben
Der Ton macht die Musik

Mit einer Kündigung teilt man dem Arbeitgeber mit, dass man das Unternehmen verlassen möchte. Da kann es durchaus sein, dass auf der Gegenseite ungewollte Emotionen ausgelöst werden. Hier hilft es, in einem allfälligen Kündigungsgespräch diplomatisch und freundlich zu bleiben, um das Arbeitsverhältnis nicht zu verschlechtern. «Kritik kann man als Arbeitnehmer anbringen. Man sollte aber dem Gegenüber nicht ins Wort fallen oder vorwurfsvoll sein», sagt Mathias Steger.

Eine Kündigung ist nicht immer die Folge negativer Erfahrungen im Betrieb. Wenn dies jedoch der Fall ist, gilt es, sich professionell zu verhalten. Auch wenn dicke Luft herrscht, soll man bei Meinungsverschiedenheiten das Gespräch und eine Lösung suchen. Im Extremfall kann dann immer noch externe Hilfe – beispielsweise ein Fachanwalt für Arbeitsrecht – beigezogen werden.

Beide Parteien profitieren

Im Grunde genommen ist es für beide Parteien von Interesse, das Arbeitsverhältnis im Guten aufzulösen. «Auch der Arbeitgeber sollte sich um den reibungslosen Ablauf einer Kündigung kümmern, da sonst sein Ruf darunter leiden kann», meint Mathias Steger. «Wenn ein Mitarbeiter ein Unternehmen mit einem guten Gefühl verlässt, spricht dieser positiv über die Firma und betreibt so Employer Branding. Auch leidet das Unternehmensklima nicht, wenn Kündigungen sauber abgewickelt werden», so der Experte weiter.

Im Grunde genommen ist es für beide Parteien von Interesse, das Arbeitsverhältnis im Guten aufzulösen.

Für Arbeitnehmende heisst es also, sich auf eine Kündigung gut vorzubereiten. Dies auch ganz im Sinne der Nachfolge: Dokumente richtig ablegen, offene Pendenzen und Baustellen abarbeiten und eventuell Checklisten schreiben. So ermöglicht man eine reibungslose Übergabe, während man gleichzeitig einen souveränen Abgang vollzieht. In Hinsicht auf die spätere berufliche Karriere ist es nämlich nicht schlecht, wenn man positive Eindrücke hinterlässt und seinen Weg professionell fortführt.

Text: Dominic Meier

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