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9 August 2020

«Bitcoin ist das Asset mit der besten Rendite des letzten Jahrzehnts».

Alternative Investmentformen wie Bitcoin boomen. Fabio Federici, Gründer und CEO der Base58 Capital AG, spricht im Interview mit «Fokus» über Kryptoanlagen als alternatives Investment und wie diese die Zukunft prägen werden.

Fabio Federici
Fabio Federici
Herr Fabio Federici, Sie haben 2017 die Base58 Capital AG gegründet. Was hat Sie dazu motiviert?

2013 habe ich Bitcoin für mich entdeckt und bin seitdem überzeugt, dass es die transformativste Erfindung unserer Zeit sein kann. Nach meinem Exit aus einer Blockchain-Analyse-Firma im Silicon Valley möchte ich nun dazu beitragen, Kryptoassets als Anlageklasse zu etablieren.

Was ist die Vision der Firma?

Dezentrale Systeme zu fördern für eine freie und offene Wirtschaft, welche die Gesellschaft verändern wird. Der erste Schritt dazu besteht darin, einen traditionellen Einstieg in die Anlageklasse zu ermöglichen. Das heisst konkret, Anlagelösungen anzubieten, die sich wie Anlageprodukte verhalten, welche verwendet werden, um in andere Anlageklassen wie Gold oder Private Equity zu investieren.

An wen richtet sich ihr Angebot?

Wir richten uns an professionelle und institutionelle Anleger. Derzeit sind dies vermögende Privatpersonen und Family Offices. Jüngst ist zudem auch das Interesse von Vermögensverwaltern, Privatbanken und anderen institutionellen Anlegern gestiegen.

Es gibt verschiedene Arten von Digitalen Anlagen und Kryptowährungen – welche sind diese?

Wichtig ist es, zwischen «Digital Assets» und «Kryptoassets» klar zu differenzieren. Die digitale Darstellung von traditionellen Vermögenswerten wird oft als «Digital Asset» bezeichnet, beispielsweise der Anteil an einem Unternehmen, ein Goldbarren, ein Kunstwerk oder eine Währung wie der Schweizer Franken. Auch Zentralbanken beschäftigen sich mit der Ausgabe ihrer Währung in rein digitaler Form.

Wichtig ist es, zwischen «Digital Assets» und «Kryptoassets» klar zu differenzieren.

Fabio Federici

Dagegen handelt es sich bei «Kryptoassets» um Inhaber-Werte, die ausschliesslich in digitaler Form existieren, so wie etwa Bitcoin. Hauptunterschied ist, dass man hier keiner zentralen Partei wie einer Regierung oder einem Unternehmen vertrauen muss, um Zugang zu gewährleisten und Transaktionen zu ermöglichen. Erstmals können wir somit Werte in kurzer Zeit von Punkt zu Punkt global übertragen.

Wie hat sich die Kryptoindustrie in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Die Branche hat grosse Fortschritte gemacht. Die Technologie hat sich enorm weiterentwickelt; Milliarden wurden investiert. Die Finanzinfrastruktur hat einen Reifegrad erreicht, der den anspruchsvollsten Anlegern Zugang ermöglicht. Fidelity, das ein Vermögen von drei Billionen verwaltet, bietet zum Beispiel Depotdienstleistungen an. CME bietet weiterhin Derivate an, und immer mehr etablierte Finanzinstitute erobern den Markt. Dies ermöglicht es Unternehmen wie Renaissance Technologies, das den erfolgreichsten Hedgefonds der Welt verwaltet, und renommierten Investoren wie Paul Tudor Jones, in Kryptoassets zu investieren.

Gehören Kryptoanlagen in jedes Investment-Portfolio?

Kurz gesagt, ja. Bitcoin ist das Asset mit der besten Rendite des letzten Jahrzehnts. Es verfügt zwar noch nicht über die Vertrauenswürdigkeit anderer «Safe Havens», was sich durch das vergleichsweise junge Alter erklären lässt. Nichtsdestotrotz weist es aber einzigartige Merkmale auf, die seine Position als «digitales Gold» festigen.

Die Finanzinfrastruktur hat einen Reifegrad erreicht, der den anspruchsvollsten Anlegern Zugang ermöglicht.

Fabio Federici
Was sind diese Merkmale?

Bitcoin ist das einzige Gut der Welt mit einem bekannten festen Maximalangebot. Es ist der einzige Wertspeicher, der rund um die Uhr gehandelt wird, und bei weitem der tragbarste. Alles, was man dafür benötigt, ist ein Smartphone. Aufgrund des dezentralen Charakters und im Gegensatz zu anderen Anlagen wie Aktien, Schulden und Immobilien, lebt es ausserhalb jeglicher gesetzlichen Rahmenbedingungen und ist folglich besonders widerstandsfähig gegen Zensur. Es gibt gute Gründe für eine Investition: Über längere Zeiträume zeigt sich zum Beispiel, dass Bitcoin wenig mit anderen Anlageklassen korreliert ist. Eine Allokation kann daher sowohl die Rendite verbessern als auch die Volatilität eines Portfolios verringern.

Was spricht gegen eine Investition und wie kann man dem entgegenhalten?

Volatilität ist das oft genannte Argument gegen eine Investition. Die Aufteilung des zu investierenden Betrags auf regelmässige Einkäufe, eine periodische Neugewichtung und strategische Anpassungen der Grösse der Position sind aber gute Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. Nebst den Risiken einer Investition ist es ebenso wichtig, das Risiko einer Nichtinvestition zu verstehen. Im Zuge der Coronakrise ist das Risiko unvorhergesehener Folgen der von Regierungen und Zentralbanken getroffenen Massnahmen in den letzten Monaten erheblich gestiegen. Daher kann eine Investition als Absicherung gegen das Eintreffen einiger dieser Konsequenzen betrachtet werden, wie etwa ein Anstieg der Inflation.

Inwiefern werden Kryptoanlagen und die Blockchain-Technologie unsere Zukunft beeinflussen?

Diese Technologien bieten die Möglichkeit, gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen zu schaffen, welche die Treiber der zukünftigen Gesellschaft der Zukunft darstellen werden. Wir haben die Möglichkeit, Werte ohne zentrale Partei global zu versenden und die Struktur kritischer Knotenpunkte der Weltwirtschaft zu überdenken – von Geld über Finanzdienstleistungen bis hin zu E-Commerce sowie sozialen Netzwerken.

Die Base58 Capital AG wurde 2017 gegründet und ist eine technologiegetriebene Investmentfirma, die auf Kryptoassets spezialisiert ist. Base58 wird von einem internationalen Team aus Informatik- und Finanzspezialisten aus der Schweiz sowie den USA geleitet.

Weitere Informationen base58.ch

Interview Lars Gabriel Meier

Base58 Logo

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