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Zürich
29 November 2020

Gibt es in Zukunft überhaupt noch Banken?.

Die Digitalisierung erfasst die Finanzwelt. Neue Märkte, Produkte und Dienstleistungen entstehen. Der Wettbewerb nimmt zu, die Unsicherheit wächst. Welche Rolle spielen Apple, Facebook und Google?

«Personal Computers in 1975, the Internet in 1993, and – I believe – Bitcoin in 2014»; So formulierte Marc Andreessen, der einen der ersten Webbrowser entwickelte, seine Einschätzung über die zukünftige Bedeutung virtueller Währungen, allen voran Bitcoin. Dank dieser Kryptowährung ist aktuell eine universelle Plattform im Entstehen begriffen. Darauf der Transaktionen kostengünstig, weltweit und innert weniger Minuten abgewickelt werden können.

Der Finanzbereich befindet sich schon länger im Umbruch. Die Anzahl Banken verringert sich in Europa sowie den USA seit Jahren. Neue Marktakteure wie etwa Anbieter von Handy-Apps für mobile Finanztransaktionen oder Crowdfinancing treten auf. Aber auch die Möglichkeit, ein grenzüberschreitendes Geschäft aufzubauen, schafft zusätzlich Konkurrenz. «Vielfach integrieren diese neuen Akteure klassische Bankdienstleistungen mit neuen Ansätzen, wie beispielsweise der Selbstberatung durch andere Kunden, Covesting oder Social Trading», beobachtet Thomas Puschmann, Direktor des Swiss FinTech Innovation Lab der Universität Zürich.

Trendsurfen in der Finanzwelt

Die traditionellen Banken sind daran, die Trends aufzunehmen: Sie spezialisieren und lagern gewisse Tätigkeiten zum Kunden oder externen Dienstleistern aus. Sie sehen in der IT nicht mehr nur ein Instrument, um Kosten zu reduzieren, sondern «zunehmend ihre Bedeutung für neue Geschäftsmodelle und für die Differenzierung in der Interaktion mit dem Kunden beziehungsweise im Wettbewerb», sagt Puschmann. Hinzu kommt der Nachhaltigkeitstrend, der dazu führt, dass Banken etwa ihre Anlageportfolios entsprechend daran ausrichten. Dabei häufig auf digitale Lösungen setzen. 

«Bereits 1999/2000 wurde die baldige Ablösung der Banken durch neue Digitalbanken prognostiziert», sagt Puschmann. Aber erst jetzt würden die technischen Grundlagen zur Verfügung stehen, um etwa auf der Basis von Blockchain digitale Werte zu speichern und zu transferieren. «Dieser Prozess erfordert aufwändige Standardisierungsverfahren und wird sich eher über Jahre und Jahrzehnte als Monate hinziehen», so Puschmann. 

Konkurrenz kommt von den BigTech-Firmen und FinTech-Start-Ups vor allem im Vertriebsgeschäft. So bietet Apple digitale Konten an, und Facebook positioniert sich mit entsprechenden Zahlungen. In anderen Bereichen der traditionellen Banken ist der Konkurrenzdruck bislang geringer gewesen. Es hänge stark von der Bank selber ab, wie ihre Rolle in Zukunft aussehen wird. «Kann sich eine Bank schnell und flexibel in neue digitale Ökosysteme einklinken oder gibt es hier Beschränkungen aufgrund der IT oder Prozesse», sagt Puschmann. «Die Öffnung in Richtung dieser neuen Systeme ist von zentraler Bedeutung.»

Text Werner Schüepp

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