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11 April 2021

Rémy Hübschi: «Der Lehrstellenmarkt widersteht der Krise».

Steigt der Druck auf dem Lehrstellenmarkt? Rémy Hübschi, stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SFBI), weiss die Antwort.

Herr Rémy Hübschi, die Schweiz erlebt ihre grösste Wirtschaftskrise seit der Ölpreiskrise der 1970er-Jahre. Die Zahl der im Jahr 2020 unterzeichneten Lehrverträge ist jedoch höher als im Jahr 2019. Überrascht Sie das?

Ja. Im März hätten wir nie mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Der Lehrstellenmarkt beweist, dass er der Krise standhalten kann. Und Unternehmen sind sich bewusst, dass sie bereits heute ausbilden müssen, um morgen eine ausreichende Anzahl von Fachleuten zu haben.

Der Lehrstellenmarkt beweist, dass er der Krise standhalten kann.

Rémy Hübschi
Eine von der ETH veröffentlichte Umfrage zeigt, dass 84 Prozent ​​der Ausbildungsbetriebe 2021 die gleiche Anzahl von Lehrstellen anbieten wollen wie im Jahr 2020; wenn nicht sogar mehr. Was denken Sie darüber?

Diese Umfrage zeigt ermutigende Ergebnisse, wurde jedoch vor der zweiten Welle des Coronavirus durchgeführt. Wir wissen nicht, wie sich die Situation entwickeln wird. Im Zuge dessen müssen wir sicherstellen, dass die Schritte der Berufswahl, der Lehrlingsausbildung und des Auswahlverfahrens nicht durch die Pandemie beeinträchtigt werden. Daher muss man gewährleisten, dass die Schnupperlehren, Info-Anlässe und Vorstellungsgespräche weiterhin stattfinden. Denn dies kann jedoch nicht ausschliesslich online erfolgen.

Rémy Hübschi
Wie werden Bund und Kantone reagieren, wenn aufgrund der Wirtschaftskrise die Zahl der Ausbildungsunternehmen, die ihre Türen schliessen oder Lehrstellen streichen, höher ist als erwartet?

Um die Entwicklung des Lehrlingsmarktes zu verfolgen, hat Bundesrat Guy Parmelin im Frühjahr 2020 die Task Force «Perspektiven Berufsbildung 2020» ins Leben gerufen. Diese vertritt den Bund, die Kantone und Unternehmen. Wenn also Probleme auftreten, werden zuverlässige Instrumente implementiert. Dabei handelt es sich um Massnahmen zur Förderung von Lehrstellen sowie Beratung und Coaching für junge Menschen, die eine Lehrstelle suchen. Auch Unterstützung für Auszubildende, die ihre Lehrstelle verloren haben, ist Teil des Angebots. Die Kantone können diese Werkzeuge schnell nutzen oder entwickeln. Der Bund unterstützt zudem Projekte von Berufsbildungspartnern durch ein Förderprogramm.

Glauben Sie, dass man eine ausreichende Anzahl von Lehrstellen nur sicherstellen kann, wenn die Unternehmen vom Nutzen der Berufsausbildung überzeugt sind? 

Ja. Dies belegen aktuelle Umfragen zur Bereitschaft von Unternehmen, Lehrlinge auszubilden, die auf einem hohen Niveau bleibt. Die Berufslehre ist hierzulande im Vergleich zu anderen Ländern ein wichtiges wirtschaftliches Gut, da sie auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet ist. Die Berufslehre vermittelt daher berufliche Qualifikationen, die gefragt sind.

Interview SMA

Übersetzung aus dem Französischen Lars Gabriel Meier

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