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Die KI-Welt stellt die Arbeitswelt auf den Kopf

22.10.2026
von SMA

Geschwindigkeit, Komplexität und Unsicherheit prägen die Arbeitswelt der Zukunft. Während in traditionellen Branchen und Konzernen zehntausende Arbeitsplätze wegfallen, entstehen in anderen Bereichen völlig neue Geschäftsmodelle. Traditionelle Abschlüsse verlieren an Wert, neue Skills gewinnen für die Employability an Bedeutung.

Marcel Pesch, Gründer & Geschäftsführer academy4.ai®

Marcel Pesch, Gründer und Geschäftsführer der academy4.ai® GmbH, erklärt im Interview, wie KI-Agenten die Arbeitswelt auf den Kopf stellen und was das für den Arbeitsmarkt der Zukunft heißt.

Wie unterscheidet sich die Arbeitswelt von morgen von der heutigen?

Heute nutzen wir KI als Werkzeug, morgen arbeiten wir mit KI-Agenten als Kollegen. Sie recherchieren, planen und führen ganze Prozessketten eigenständig aus. Das World Economic Forum erwartet bis 2030 rund 170 Millionen neue und 92 Millionen wegfallende Jobs weltweit (Future of Jobs Report 2025). Der Mensch wird vom Ausführenden zum Dirigenten: Er definiert Ziele, steuert Agenten und verantwortet Ergebnisse. Statt fester Stellenprofile zählen künftig Fähigkeiten, Lernagilität und die Kompetenz, Mensch und Maschine sinnvoll zu kombinieren.

Der Mensch wird vom Ausführenden zum Dirigenten: Er definiert Ziele, steuert Agenten und verantwortet Ergebnisse.

Wie verändert sich der Arbeitsmarkt, wenn KI-Systeme und humanoide Roboter zusammenarbeiten?

Dann trifft die Automatisierung erstmals Kopf- und Handarbeit zugleich. KI-Agenten übernehmen Wissensarbeit, Roboter physische Routinen in Logistik und Produktion. Laut McKinsey könnten bis 2030 rund 30 Prozent der Arbeitsstunden automatisiert werden. Neue Rollen entstehen an der Schnittstelle: Menschen, die Agenten orchestrieren, Prozesse neu denken und Qualität sichern. Entscheidend ist: Wer sich jetzt qualifiziert, gehört zu den Gewinnern dieses Wandels.

Welche Skills von Menschen sind in Zukunft relevant?

Laut WEF werden sich bis 2030 rund 39 Prozent der Kernkompetenzen verändern. Ganz oben: KI und Big-Data-Kompetenz, analytisches Denken, Resilienz, Neugier und lebenslanges Lernen. Ich ergänze: Urteilsvermögen, Führung hybrider Teams aus Menschen und Agenten sowie Ethik. Microsoft und LinkedIn zeigen: 66 Prozent der Führungskräfte würden keine Person ohne KI-Skills einstellen (Work Trend Index 2024). Fachwissen bleibt wichtig, verliert aber schneller an Wert. Die Halbwertszeit von Wissen sinkt drastisch.

Wofür brauchen Unternehmen in Zukunft noch Menschen als Mitarbeitende?

Für Verantwortung, Vertrauen und Richtung. KI liefert Antworten, aber keine Haftung, keine Werte und keine Beziehung zum Kunden. Menschen setzen Ziele, treffen Entscheidungen in Grauzonen, führen, verhandeln und schaffen Neues. Der Wettbewerbsvorteil liegt nicht im Tool, sondern in Menschen, die es besser einsetzen als der Wettbewerb. Mitarbeiter:innen werden zu Unternehmer:innen im Unternehmen, unterstützt von einem Team digitaler Agenten.

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Was heißt das für die Unternehmen, die Menschen und die Gesellschaft?

Für Unternehmen: KI-Transformation ist Chefsache und vor allem ein Kulturthema. Seit Februar 2025 verpflichtet Art. 4 EU AI Act Unternehmen, die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden sicherzustellen. Für Menschen: Weiterbildung wird zur Pflicht. Für die Gesellschaft: Wir müssen verhindern, dass eine KI-Kluft entsteht. Den Change in den Köpfen erreicht man nur durch Enablement. Technologie ist schnell eingekauft, Kompetenz und Haltung nicht.

Wie setzen Sie das konkret in Ihrem Unternehmen um?

Wir leben, was wir lehren: Bei academy4.ai® arbeiten KI-Agenten täglich in Vertrieb, Marketing und Lernbegleitung mit. Diese Praxis fließt direkt in unsere Programme ein, mit über 3000 Absolventinnen und Absolventen aus Konzern, Mittelstand und Startup. Unser Flaggschiff, der Master Management with AI, befähigt Führungskräfte, die Transformation strategisch zu steuern. Keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter wird bei uns ohne KI-Onboarding eingearbeitet, und jedes Teammitglied verantwortet eigene Agenten.

Wie kann ich diese Skills heute erwerben und auf dem Laufenden bleiben?

Durch strukturiertes Lernen mit Praxis statt Tool-Tutorials. Die BCG-Studie AI at Work 2025 zeigt: Wer mehr als fünf Stunden Training erhält, nutzt KI deutlich häufiger regelmäßig. Unser AI Essential Bootcamp schafft den kompakten Einstieg, der Master Agentic AI befähigt Teilnehmende zum Bau eigener KI-Agenten. Dazu kommen unsere Community und regelmäßige Updates. Wichtig ist Kontinuität: Lernen muss ein fester Teil des Arbeitsalltags werden, nicht ein einmaliges Event.

Was ist der Mehrwert von »Seilschaften«?

In einer Welt, die sich alle paar Monate neu erfindet, ist niemand allein schnell genug. Netzwerke teilen Use Cases, Fehler und Abkürzungen. Unser Alumni-Netzwerk ist eine solche Seilschaft: Führungskräfte aus Konzern und Startup lernen voneinander und öffnen sich Türen. Wissen veraltet, Beziehungen tragen. Gerade im Mittelstand erleben wir, wie Teilnehmende gemeinsam Projekte aufsetzen, die allein nie entstanden wären.

Rechnen Sie in Zukunft mit einer KI-Steuer, wenn Arbeit als Besteuerungsgrundlage an Relevanz verliert?

Die Debatte kommt sicher. Bill Gates hat 2017 eine Robotersteuer ins Gespräch gebracht, das EU-Parlament lehnte sie im selben Jahr ab. Ich halte eine pauschale KI-Steuer für riskant, weil sie Innovation in Europa bremst.

Klüger ist es, Produktivitätsgewinne in Bildung zu investieren. Die beste Sozialpolitik ist Qualifizierung. Länder, die heute massiv in KI-Kompetenz investieren, werden morgen die höchste Wertschöpfung und damit die stabilste Steuerbasis haben.

Kann ein digitaler Klon von Arbeitnehmer:innen für eine bessere Work-Life-Balance sorgen und mit ihren individuellen Skills »Human Touch« zu einem Mehrwert machen?

Ja, wenn er richtig eingesetzt wird. Ein Agent, der Wissen, Stil und Prozesse eines Menschen abbildet, kann Routinen übernehmen und Zeit freisetzen. Dieser Gewinn muss beim Menschen ankommen. Wichtig sind klare Regeln zu Datenschutz, Einwilligung und Haftung. Den Human Touch skaliert der Klon nicht, er schafft Raum dafür. Am Ende gewinnt, wer seinen Klon als Assistenten versteht, nicht als Ersatz. Ich klone mich gerade selbst. KI führt meiner Meinung nach zu mehr Vereinbarkeit von Beruf und Privat. Ich arbeite 2-3 h pro Tag.

Was sollten Menschen in den verschiedenen Lebensphasen heute tun, um sich fit für die Zukunft zu machen?

Schüler:innen und Studierende: KI früh als Lernpartner nutzen, aber das eigene Denken trainieren. Berufseinsteiger: KI-Skills als Karrierebeschleuniger aufbauen. Erfahrene Fach- und Führungskräfte: Ihr Erfahrungswissen plus KI ist unschlagbar, der Master Management with AI ist dafür gemacht. Und 50+: Es ist nie zu spät. Neugier ist die wichtigste Zukunftskompetenz. Für Unternehmen gilt: Investieren Sie in alle Altersgruppen, denn Transformation gelingt nur gemeinsam.

Über academy4.ai

academy4.ai® ist Deutschlands führende Akademie für KI-Weiterbildung, E-Learning Award Gewinner, Mitglied im KI-Bundesverband und BVMID offiziell mit dem Qualitätssiegel „TOP UNTERNEHMEN 2026“ ausgezeichnet für KI-Transformation, mit über 3000 Absolventinnen und Absolventen aus Konzern, Mittelstand und Startup. Programme: Master Management with AI (Flaggschiff), Master Agentic AI und AI Essential Bootcamp.

Kontakt: kontakt@academy4.ai

Weitere Informationen unter: academy4.ai

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