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Die Arbeit im Homeoffice als Treiber für DevOps

31.08.2020
von Flavia Ulrich

Die Covid-19-Pandemie stellt DevOps-Teams auf die Probe: Die Arbeit wurde ins Homeoffice umgelagert und Mitarbeitende kollaborierten über grössere Entfernungen. Auch andere Firmen stellten von einem Tag auf den anderen komplett auf digitales Arbeiten um und die Nachfrage nach schnell entwickelten und zuverlässigen Softwareprodukten stieg enorm an. Was eine unlösbare Herausforderung zu sein scheint, öffnet die Tür zu versteckten Chancen.

In Europa arbeiteten 2019 rund zehn Prozent aller Arbeitnehmenden gelegentlich von zu Hause aus. Dass die globale Coronapandemie ein Jahr später fast die ganze Welt ins Homeoffice schicken würde, ahnte damals noch niemand. Obwohl das Büro auch in IT-Unternehmen wieder erneut zum Mittelpunkt der Arbeit geworden ist, hat sich gezeigt: Homeoffice hat zahlreiche Vorteile für DevOps-Teams. 

DevOps als Unternehmensphilosophie

In IT-Unternehmen stellt DevOps die Verbindung zwischen den Softwareentwicklern im Development einerseits und dem Betrieb in den Operations andererseits dar. Diese Kooperation erstreckt sich über den ganzen Lebenszyklus des Produkts vom Design über die Entwicklungsphase bis hin zur Produktionsbegleitung. Eng begleitet wird dieser Ablauf von weiteren wichtigen Instanzen wie dem Product Owner, dem Scrum Master, der Qualitätssicherung und der Security.

In IT-Unternehmen stellt DevOps die Verbindung zwischen den Softwareentwicklern im Development einerseits und dem Betrieb in den Operations andererseits dar.

Doch hinter dem Begriff steht nicht hauptsächlich ein Tool oder eine Technologie, sondern eine Philosophie, welche drei Ebenen umfasst: Kultur, Praxis und Werkzeuge. Im Zentrum stehen jedoch immer die Menschen in der Organisation, welche diese DevOps-Lebensweise engagiert verfolgen müssen. Dabei sind die Kommunikation, Kollaboration und Koordination unter den Mitarbeitenden in den beiden Bereichen entscheidende Aspekte. DevOps ermöglicht somit eine effizientere und effektivere Zusammenarbeit mit dem Ziel, leistungsfähige Software in einer kürzeren Zeitspanne auf den Markt zu bringen.

Standortunabhängig arbeiten

Die Umstellung auf Arbeit im Homeoffice stellt laut dem technischen Architekten Amit Kumar Gupta für DevOps keine Herausforderung dar. Denn diese Philosophie eigne sich aufgrund der Prozessorientierung und der Automation der Softwareentwicklung optimal für die Fernarbeit. Somit spielt es keine Rolle, ob die Mitarbeitenden direkt im Unternehmen arbeiten oder ausserhalb.

Allgemein erlaubt das Homeoffice den Unternehmen durch das Wegfallen von örtlichen Einschränkungen die Auswahl von Talenten aus einem viel grösseren Kandidatenpool. Dies vereinfacht für Organisationen an stark konkurrenzbetonten Standorten das Einstellen von besonders qualifizierten Mitarbeitenden. Da das Schreiben von Code ausserdem ein kreatives Unterfangen ist, erlaubt das Homeoffice den Mitarbeitern ihre Arbeit dann zu absolvieren, wenn deren Energie, Fokus und Produktivität am höchsten ist. Dies fördert wiederum die Moral der Mitarbeitenden. Für DevOps ist dies insofern relevant, da diese Philosophie nur durch engagierte Teammitglieder erfolgreich umgesetzt werden kann.

Im Homeoffice Kollaboration fördern

Ohne den täglichen Austausch im Büro sind Kommunikation und Kollaboration bei der Telearbeit somit wichtiger denn je. Durch diese Arbeitsplatzverschiebung können die Teams davon profitieren. Denn obwohl man unter der DevOps-Philosophie eine interdisziplinäre Interaktion der verschiedenen Abteilungen versteht, herrscht oft noch eine «Wir und die anderen»-Mentalität vor. Durch die ganzheitliche Abschaffung von kleinen Grüppchen an verschiedenen Arbeitsplätzen – wie es im Homeoffice der Fall ist – verschwimmen die Grenzen zwischen den funktionsübergreifenden Teams, was eine kollaborativere Kultur fördert.

Ohne den täglichen Austausch im Büro sind Kommunikation und Kollaboration bei der Telearbeit somit wichtiger denn je.

Dieses traditionelle Silo-Denken wird nicht nur durch fehlende Grenzen zwischen Abteilungen aufgespaltet. Digitale Hilfsmittel wie Videocalls, Telefonkonferenzen und Chatchannels machen Kommunikation unter Mitarbeitenden nicht nur möglich; sie ist damit heutzutage so einfach wie nie zuvor. Dabei sind nicht nur Konversationen über geschäftliche Themen von Bedeutung. Vor allem im Homeoffice ist es wichtig, das Gemeinschaftsgefühl aufrecht zu halten. Dieses wird durch die DevOps-Philosophie mit ihrem Fokus auf die Unternehmenskultur verstärkt.

Externe Unternehmen verlangen DevOps

Auch die abrupte Veränderung vieler Unternehmen hinsichtlich der Digitalisierung verlangt von externer Seite regelrecht nach DevOps. Neue Software muss schneller entwickelt und auf den Markt gebracht werden, wobei die Qualität und Datensicherheit keineswegs darunter leider dürfen. Der Balanceakt zwischen der agilen Softwareentwicklung und dem stabilen Betrieb muss reibungslos funktionieren. Die von der DevOps-Philosophie geforderte interdisziplinäre Zusammenarbeit und Automatisierung macht es möglich, in einer kürzeren Zeit hochwertige Ergebnisse zu erzielen.

Vier wichtige Aspekte

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass DevOps von Homeoffice profitieren kann, wenn dabei vier unumgängliche Punkte beachtet werden. Wichtig ist erstens die Verschiebung der ganzen DevOps-Infrastruktur mit all ihren Tools in die Cloud, um den Betrieb und die Überwachung der Prozesse ausserhalb des Büros sicherzustellen. Ferner ist die Einführung von flexibleren Arbeitsweisen und -prozessen für die Produktivität der Softwareentwickler das A und O. 

Bereits jetzt nimmt die Automation in der DevOps-Philosophie eine wesentliche Stellung ein. Dennoch muss sie für eine erfolgreiche Umsetzung von «Remote Working» noch stärker angetrieben werden. Manuelle Prozesse benötigen mehr Zeit als automatische. Der Betrieb sollte daher Maschinen verstärkt einsetzen – sei es, um Schwachstellen zu ermitteln oder die Funktionsweisen zu testen. Da der Mensch bei DevOps der entscheidende Faktor ist, muss man auch im Homeoffice besonderes Augenmerk auf ihn legen. Zuhause verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeits- und Alltagsleben oft, umso wichtiger sind regelmässige Check-ins bei den Mitarbeitenden, eine tragbare Arbeitsbelastung sowie ein unterstützendes Teamumfeld.

Text Flavia Ulrich

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