«Wir agieren als Drehscheibe zwischen dem Finanzsektor und der Welt der digitalen Assets»
Während manche Akteure Kryptowährungen und Blockchain noch als unseriöse Trends abtun, wissen Fachleute, dass diese Entwicklungen derzeit den gesamten Finanzmarkt revolutionieren. Die Crypto Finance Group ist hier an vorderster Front tätig.

Stijn Vander Straeten
CEO
Herr Vander Straeten, was ist ein gängiges Klischee zu Kryptowährungen, das Sie regelmässig zu hören bekommen?
Zu den hartnäckigsten Klischees gehört sicherlich die Ansicht, dass Kryptowährungen «reines Casino» sind. Hier wird primär die Volatilität des Marktes angeführt und die Behauptung gemacht, dass der Handel mit Bitcoin und Co. reine Spekulation sei. Zwar ist Volatilität ein Merkmal junger Märkte, doch mit zunehmender institutioneller Beteiligung und klaren regulatorischen Rahmenbedingungen nimmt sie spürbar ab.
Welche spezifischen Transformationspotenziale bringt die Blockchain-Technologie tatsächlich mit sich?
Die Technologie eignet sich etwa hervorragend für die fälschungssichere Abbildung von Vermögenswerten – man denke an die Tokenisierung. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die digitale Verbriefung und Handelbarkeit von Assets. Sie ermöglicht zudem die Programmierbarkeit von Finanzflüssen und wird wesentlich dazu beitragen, den gesamten Finanzsektor hin zur Rund-um-die-Uhr-Abwicklung (Instant Settling) zu bewegen.
Wie verändern Blockchain und Kryptowährungen insgesamt den Status Quo des Finanz- und Anlagesektors?
Der Wandel vollzieht sich auf zwei Ebenen: bei den Assets selbst sowie bei der zugrundeliegenden Technologie. Auf der Asset-Seite etabliert sich der Bitcoin als eine Form der Werterhaltung und bietet eine attraktive Alternative, etwa zu Gold. Ferner ist er ein ideales Element für die strategische Portfoliobeimischung oder eben als Substitut zu Gold. Auf der Blockchain-Seite sind die Benefits der Technologie mannigfaltig. Der Wandel hin zum Instant Settling wird massive Auswirkungen auf das Collateral Management haben und neue Möglichkeiten in der Risikosteuerung eröffnen. Agilere Prozesse bedeuten besseres Kapitalmanagement und im Back-Office der Banken wird die Blockchain die Automatisierung massiv befeuern. Überspitzt formuliert: Wir bewegen uns vom Papierkram hin zur Programmierung. Der Fax wird im Finanzwesen hoffentlich bald endgültig ausgedient haben.
Wir müssen auf den Kunden individuell eingehen und vor allem ehrlich sein. – Stijn Vander Straeten, CEO
Angesichts dieser Vorteile: Welche Rolle spielt die Crypto Finance Group in diesem Kontext?
Wir agieren als zentrale Drehscheibe zwischen dem traditionellen Finanzsystem und der Welt der Digital Assets. Unsere Klientel besteht primär aus Banken, Asset Managern und Hedgefonds. Als FINMA-reguliertes Schweizer Wertpapierhaus und Teil der Deutsche Börse Gruppe sprechen wir die Sprache der Banken, sowohl fachlich als auch regulatorisch. Zusätzlich verfügen wir über eine deutsche Einheit, die von der BaFin reguliert wird, was uns ermöglicht, Kunden in Europa unter klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen zu bedienen. Wir bieten die notwendige Seriosität und Skalierbarkeit für den Mainstream, haben gleichzeitig aber auch die «Krypto-Nerds» im Haus – Mitarbeiter, die mit enormer Leidenschaft und tiefem technischem Verständnis agieren. Wir verbinden diese beiden Welten im Interesse unserer Kunden und deren Endkundschaft.
Welche sind Ihre wichtigsten Services und wie implementieren Sie diese Lösungen bei Ihren Kunden?
Zu unseren zentralen Services zählen die Verwahrung (Custody) digitaler Assets, Sub-Custody sowie das Brokerage und die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Wir machen es Banken dadurch extrem einfach, in diese neue Asset-Klasse einzusteigen. Zudem gewinnen Zahlungssysteme, insbesondere dank Stablecoins, zunehmend an Gewicht. Im Grunde sind wir ein Mediator zwischen Banken, Endkunden und dem Kryptomarkt.
Was ist Ihnen im direkten Kundenumgang wichtig?
Wir müssen auf den Kunden individuell eingehen und vor allem ehrlich sein. Wenn ein geplantes Vorhaben aus unserer Sicht keinen Sinn ergibt, dann sprechen wir das offen an. Wir fordern den Kunden auch einmal auf: Machen Sie bitte erst Ihre Hausaufgaben, dann können wir mögliche Projekte besprechen. Transparenz ist dabei zentral – nicht nur in der Kommunikation, sondern auch in der Darstellung von Chancen und Risiken. Dazu gehört auch, komplexe Sachverhalte nachvollziehbar zu erläutern. Unser Credo lautet: Substanz statt Schlagworte.
Welche wichtigen Trends sehen Sie im Feld der Kryptowährungen?
Die Entwicklungen sind hochspannend, gerade nach der jüngsten Kurskorrektur. Wir verfolgen eine Langzeitperspektive. Was die Trends angeht: Zum einen erwarte ich, dass die USA Vollgas geben werden. Alle Schleusen scheinen geöffnet, die Dynamik in New York ist förmlich spürbar. Wir müssen uns also auf eine starke Offensive aus dem US-Raum einstellen. Allgemein ist noch mehr Klarheit in der Regulierung notwendig.
Wir werden zudem sehen, dass weitaus mehr Banken in den Markt eintreten, wir selbst begleiten derzeit viele Häuser im Onboarding-Prozess. Die Technologie verschwindet vermehrt in der bestehenden Infrastruktur, und genau dadurch wird der Finanzmarkt transformiert. Und wir haben vor, diesen Wandel gemeinsam mit unseren Kunden aktiv voranzutreiben.
Über die Crypto Finance Group
Die Crypto Finance Group, Teil der Deutschen Börse Group, bietet professionelle Lösungen für digitale Vermögenswerte für institutionelle Kunden. Die Gruppe umfasst die Crypto Finance AG, reguliert durch die FINMA in der Schweiz, die Handels-, Verwahr- und Wallet-Dienstleistungen anbietet, sowie die Crypto Finance (Deutschland) GmbH, reguliert durch die BaFin in Deutschland, die Handels- und Verwahr-Dienstleistungen bereitstellt. Seit dem 25. Januar 2025 verfügt Crypto Finance über eine MiCAR-Lizenz für den europäischen Markt und gehört damit zu den ersten Anbietern in der EU. Die Crypto Finance AG ist ein von SIX zugelassener Krypto-Verwahrer für ETP-Emittenten.
Weitere Informationen unter crypto-finance.com

Schreibe einen Kommentar