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Ab vierzig gehts mit dem Gedächtnis bergab

23.06.2012
von Henry Pflock

Bereits Anfang 40 erreicht das menschliche Gedächtnis den Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Danach nimmt das Erinnerungsvermögen langsam ab; Namen und Fakten werden nach und nach vergessen. 

Wer älter wird, kennt es: Statt Namen und Fakten werden immer mehr «Stellvertreterwörter» benötigt – die Person heisst plötzlich «der oder die Dingsda» und statt einer konkreten Bezeichnung wird «von diesem Teil» gesprochen. Manche öffnen den Kühlschrank und haben während dieser Bewegung bereits vergessen, was sie eigentlich entnehmen wollten. Das ist aber kein Grund zur Panik – und vor allem muss es nicht gleich ein Zeichen von drohender Altersdemenz sein. Nicht immer liegt das «schlechte Gedächtnis» an der Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeit. Oft liegt es einfach nur daran, dass es älteren Menschen schwerer fällt, Störfaktoren auszublenden oder sich in gestressten Situationen auf das zu konzentrieren, was sie gerade tun. Da hilft nur Gelassenheit. Stress und Angst sind Gift für das Gedächtnis. Und wer sich dauernd damit auseinandersetzt verschlimmert die Situation. 

Glückliche Menschen haben ein besseres Gedächtnis. 

Das Gedächtnis kann trainiert werden

Wer sich mit 50 frühpensionieren lässt, nur noch Kreuzfahrten unternimmt oder irgendwo am Strand liegt, keine Bücher liest und nicht einmal Kreuz-worträtsel löst, muss sich nicht wundern. Wer nicht trainiert, kann keine Höchstleistungen vollbringen. Das gilt auch für die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses. Dazu braucht es nicht viel – die Übungen können ohne grossen Aufwand in den Alltag eingebaut werden. Das Einkaufen ohne Einkaufszettel ist eine solche Übung (erst am Schluss wird kontrolliert, ob nichts vergessen wurde). Oder man liest ein Buch oder einen Zeitungsartikel und versucht das Gelesene, sich selbst oder einem Gegenüber, nachzuerzählen. Zahlen kann man sich übrigens am besten merken, wenn man sie in Gruppen aufteilt: 74 56 789 statt 7456789. Zum Gehirnjogging gehören Schach, Memory und intelligente Computerspiele. 

Wer nicht trainiert, kann keine Höchstleistungen vollbringen.

Auch körperliche Tätigkeit fordert das Gehirn

Untersuchungen zeigen, dass regelmässige körperliche Aktivität (auch schnelles Spazieren gehört dazu) eine bessere Hirnleistung erzeugt und den Rückgang geistiger Fähigkeiten reduziert. Wandern, langsames Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Tanzen haben nach oben keine Alterslimite. Und schliesslich: Glückliche Menschen haben ein besseres Gedächtnis. Neben Gedächtnistraining sollte man aktiv im Leben stehen, Freundschaften pflegen und sich sozial engagieren. 

Text: Henry Pflock

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