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Inkontinenz: Aufklärung und Beckenbodentraining geben Freiheit

11.04.2026
von SMA

Obwohl so viele Menschen von Inkontinenz betroffen sind, ist das Thema nach wie vor tabu. Betroffene planen ihren Alltag meist heimlich nach erreichbaren Toiletten, aus Angst vor einem «Malheur». Dabei können frühe Abklärung und passende Therapien den Alltag spürbar erleichtern.

Jolanda Kull,Geschäftsleiterin

Jolanda Kull
Geschäftsleiterin

Frau Kull, welche Situationen sind für Inkontinenz-Betroffene besonders belastend?

Schon das Rausgehen kann stressig sein: Wo ist das nächste WC, wie ist der Tagesablauf, schaffe ich es rechtzeitig zur Toilette? Viele vermeiden aus Angst Aktivitäten, bis hin zum sozialen Rückzug.

Wo sehen Sie die grössten Hebel für mehr Freiheit?

Ein gut funktionierender, «elastischer» Beckenboden, der im Gleichgewicht zwischen An- und Entspannung ist. Das gibt Sicherheit: weniger Urin- oder Stuhlverlust und mehr Kontrolle, auch in Momenten, über die man kaum spricht, etwa beim Windhalten.



Wie häufig ist Inkontinenz und wen betrifft es?

Die Häufigkeit variiert stark nach Alter und Geschlecht, zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer. Schätzungen gehen davon aus, dass rund jede fünfte Person betroffen ist; Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Mit zunehmendem Alter nimmt Inkontinenz zu, bei Frauen macht sie sich ab 40 Jahren besonders gehäuft bemerkbar. Gründe sind unter anderem die unterschiedliche Anatomie von Mann und Frau, hormonelle Veränderungen sowie Schwangerschaften und Geburten. Bei Männern tritt Inkontinenz häufiger im Zusammenhang mit Prostataerkrankungen auf. Und: Inkontinenz kann sich grundsätzlich in jeder Lebensphase zeigen, vom kleinen Kind bis ins hohe Alter.

Warum suchen viele Betroffene erst recht spät Hilfe?

Weil das Thema schambehaftet ist. Viele vertrauen sich nicht einmal der besten Freundin an. Stattdessen werden Einlagen genutzt und das Problem wird versteckt. Dazu kommen Rollenbilder; gerade Frauen älterer Generationen haben oft zu hören bekommen «Das ist normal». Aber: Inkontinenz ist nicht einfach hinzunehmen. Man kann etwas dagegen tun.

Gibt es frühe Warnzeichen, die man ernst nehmen sollte?

Subtile Hinweise sind Urintröpfchen in der Unterwäsche oder auch Urinverlust bei einer Belastung des Beckenbodens, wie beispielsweise Husten, Niesen, Hüpfen. Ich rate, bereits erste Anzeichen ärztlich abklären zu lassen.

Was sind Risiken, wenn man zu spät handelt?

Man verpasst die Chance, früh gegenzusteuern. Je früher man beginnt, desto besser lassen sich Training und beckenbodenschonendes Verhalten automatisieren. Auch bei Senkungsbeschwerden kann eine gute Therapie viel verbessern oder sogar verhindern, dass es schlimmer wird.

Welche Möglichkeiten sind heute besonders wirksam?

Beckenbodentraining und spezialisierte Beckenboden-Physiotherapie sind zentrale Bausteine. Je nach Situation kommen Hilfsmittel wie Biofeedback oder Elektrostimulation hinzu; bei einer Senkung auch Pessare, welche die Organe stützen können. Entscheidend ist die fachliche Begleitung, auch beim Training zu Hause.

Wann sieht man erste Resultate?

Das ist individuell verschieden. Mit kurzen täglichen Sequenzen spüren viele nach einigen Wochen Verbesserungen, vorausgesetzt, man trainiert regelmässig und integriert das Training in den Alltag.

Welche Botschaft möchten Sie mitgeben?

Ein gesunder Beckenboden bedeutet Lebensqualität – und es ist nie zu spät, mit Beckenbodentraining zu starten. Wer früh handelt, kann oft auch den Bedarf an Hilfsmitteln reduzieren. Seit rund 30 Jahren setzen wir uns für die Weiterbildung von Fachpersonen aus Training und Therapie ein und damit für die Prävention und optimale Versorgung der Betroffenen. Wichtig ist mir vor allem: nicht schweigen, sondern Hilfe holen – ohne Scham.

Weitere Informationen unter beckenboden.com

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Auf der Suche nach eine:r Therapeut:in oder einer Ausbildung?

Selbst von Inkontinenz betroffen? Eine Liste von qualifizierten Becken­boden-Trainer:innen und Therapeut:innen ist auf www.finder.beckenboden.com zu finden.

Anderen helfen? BeBo bietet Ausbildungen für Fachpersonen für Beckenbodentrainings an. Die Ausbildung nach BeBo-Konzept zum oder zur zertifizierten Beckenboden Fachfrau/-mann kann durch modulare Spezialisierungen vertieft werden. Alles zu den Lehrgängen unter www.beckenboden.com/ausbildung.

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