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Trotz Schwangerschaftsbeschwerden die Vorfreude geniessen

12.09.2012
von Sybille Bruetsch-Prevot

Auch wenn nicht gegen alle Schwangerschaftsbeschwerden ein Kraut gewachsen ist, kann durch Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper doch viel Wohlbefinden erreicht werden. Damit der Vorfreude nichts im Wege steht.

Luisa hat sich damit abgefunden: Seit dem sechsten Schwangerschaftsmonat zieren kleine, gerötete Pickelchen ihr Kinn. Alle gutgemeinten Tipps von Freundinnen, alles Eincremen, Ausdrücken und Ärgern haben nichts genützt. «Sie bekommen bestimmt einen Bub», hat kürzlich eine ältere Dame beim Anstehen an der Kasse zu ihr gesagt, «als ich mit meinem Sohn schwanger war, hatte ich auch so ein verpickeltes Kinn!» Luisa trägts mit Fassung und greift zum Concealer.

Die Haut verändert sich

Natürlich lässt sich nicht alles so einfach wegzaubern. Gerade vor unschönen Schwangerschaftsstreifen fürchten sich viele Frauen. Wenn die Haut überdehnt wird, entstehen Risse im Bindegewebe. Während der Schwangerschaft schimmern diese blaurot, nach der Geburt verblassen sie zwar, doch sie verschwinden nie mehr ganz. Schwangerschaftsstreifen sind vorwiegend genetisch bedingt, und Frauen, die unter schwachem Bindegewebe leiden, sind häufiger davon betroffen. Auch wenn sich die Streifen nicht ganz vermeiden lassen, gibt es doch einiges, diesen entgegenzuwirken: Zupfmassagen, bei denen die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger hochgezogen und kurz festgehalten wird, machen das Gewebe geschmeidiger. Ebenso helfen Bürstenmassagen und das Einmassieren eines speziellen Öls. Wer sich überwinden mag: Wechselduschen kurbeln die Durchblutung an und verbessern die Hautelastizität.

Gerade vor unschönen Schwangerschaftsstreifen fürchten sich viele Frauen.

Muttermale, Sommersprossen und auch Narben können sich übrigens in der Schwangerschaft vergrössern und dunkel verfärben. Deshalb: immer gut eincremen, die Haut mit Kleidung schützen und raus aus der Sonne! Ebenfalls können Hautirritationen wie bei Luisa auftreten – selbstverständlich nicht nur bei Bubenschwangerschaften! – diese verschwinden meistens nach der Geburt von selbst.

Sport: Mässig, dafür regelmässig

Auch Sport stärkt das Bindegewebe! Er hilft zudem gegen Rückenschmerzen und senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. Ausser- dem hebt Sport das Selbstwertgefühl und die Stimmung. Dass in der Schwangerschaft keine olympischen Hochleistungen erbracht werden sollen, ist klar. Ebenfalls nicht geeignet sind Mannschaftssportarten mit Sturzgefahr. Ideal ist Ausdauersport wie Velo fahren, walken, joggen und natürlich schwimmen. Das leichte Gefühl im Wasser ist eine Wohltat, wenn der Körper schwerfälliger wird. Sich während der Schwangerschaft zweimal pro Woche sportlich zu betätigen, ist das richtige Mass, um sich wohl und fit zu fühlen. Fragen Sie sicherheitshalber Ihren Arzt oder Ihre Ärztin und halten Sie sich an diese Empfehlungen. Übrigens: Auch wenn Sie Sport treiben, sollten Sie zur Schwangerschaftsgymnastik und in die Geburtsvorbereitung. Denn nur dort lernen Sie die richtige Atemtechnik und spezielle Übungen für die Geburt.

Pro Kind ein Zahn

Keine Angst: Der Spruch, dass einer Frau jedes Kind einen Zahn kostet, gehört längst ins Märchenland. Wegen der Hormone sind während der Schwangerschaft Zahnfleischentzündungen allerdings häufiger. Gründliches Zähneputzen und der regelmässige Gebrauch von Zahnseide sind deshalb wichtig. Frauen, die an Übelkeit leiden und häufig erbrechen müssen, sollten sich nicht unmittelbar danach die Zähne putzen – der Zahnschmelz ist durch den sauren Mageninhalt aufgeweicht und kann so abgetragen werden.

Babymoon – Ferien für werdende Eltern

Noch einmal nur als Paar in die Ferien verreisen und die Zweisamkeit geniessen: Der sogenannte Babymoon boomt bei werdenden Eltern. Ganz bewusst miteinander den einen Lebensabschnitt abschliessen, bevor man den nächsten beginnt, empfinden viele Paare als wichtigen Schritt. Viele Hotels im In- und Ausland haben diesen Trend erkannt und bieten spezielle Angebote mit Candle-Light-Dinner, Wellness-Programm und sanften Sportmöglichkeiten, von denen auch werdende Mütter profitieren können. Nochmals so richtig durchatmen, ausspannen und in Ruhe Pläne für die Zeit als Familie schmieden, ist es, was Paare am Babymoon besonders schätzen.

Der sogenannte Babymoon boomt bei werdenden Eltern.

Wer einen Babymoon plant, sollte ihn ins zweite Schwangerschaftsdrittel (vierten bis sechsten Monat) legen. Die meisten Beschwerden der frühen Schwangerschaft sind bis dahin abgeklungen, und der Babybauch ist noch nicht so gross, dass er die Beweglichkeit zu sehr einschränkt. Lange Flugreisen oder Autofahrten besser vermeiden. Und das Babymoon-Ziel so wählen, dass ein Krankenhaus in der Nähe und die medizinische Versorgung gewährleistet ist.

Auch sehr aktive Frauen sollten in der Schwangerschaft die Ferien ruhevoller angehen. Pausen in den Tagesablauf einplanen und auch einhalten, ein Mittagsschläfchen machen oder einmal einen Nachmittag auf dem Liegestuhl verbringen helfen, Energie zu tanken. Viel und regelmässig trinken, denn gerade auf Reisen besteht die Gefahr, dass Sie dehydrieren. Kleine Snacks wie Nüsse, Dörrfrüchte oder Müesliriegel helfen, die Zeit bis zur nächsten Mahlzeit gesund zu überbrücken. Und bei der Kleidung und den Schuhen kommt Bequemlichkeit vor Schönheit! Gerade wenn die Füsse anschwellen, sind flache, komfortable Treter wichtig. Blasenpflaster gehören jetzt in die Handtasche, denn auch bequeme, eingetragene Schuhe können drücken.

Text: Sybille Brütsch-Prévôt

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