Warum Clinical Data Repositories zur Schlüsselkompetenz einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung werden.
Repositories: Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Demografische Entwicklungen erhöhen den Versorgungsbedarf, während Fachkräfte und finanzielle Spielräume begrenzt bleiben. Mit Reformen wie dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) verändern sich zudem die Rahmenbedingungen der Leistungserbringung grundlegend: weg von historisch gewachsenen Strukturen, hin zu stärkerer Spezialisierung, Vernetzung und Ergebnisorientierung. Parallel steigen die Anforderungen an Datensicherheit, Nachvollziehbarkeit und regulatorische Konformität – nicht zuletzt die notwendige Zertifizierung von medizinischer Software unter der Medical Device Regulation (MDR).
In diesem Umfeld rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die weit über alleinstehende IT-Systeme hinausgeht: Wie gelingt es, Informationen so bereitzustellen, dass sie klinische Entscheidungen, Prozesssteuerung, Dokumentation und Qualität integrieren und effizient unterstützen?
Vom Dokumentieren zum Entscheiden
Krankenhäuser erfassen heute mehr Daten als je zuvor – aus Dokumentation, Diagnostik, Medikation, Pflege und Administration. Dennoch werden Entscheidungen im Versorgungsalltag häufig unter Zeitdruck und mit unvollständiger Informationslage getroffen. Der Grund liegt weniger im Mangel an Daten als in ihrer Fragmentierung: Informationen sind auf unterschiedliche Systeme verteilt, zum Teil redundant (oder gar widersprüchlich), zeitverzögert verfügbar oder nicht ausreichend kontextualisiert.
Relevante Informationen müssen vollständig und kontextbezogen bereitstehen und lückenlos durch den Behandlungsprozess führen.
Digitalisierung entfaltet ihren Nutzen erst dann, wenn sich der Blick verschiebt – von der reinen Dokumentation hin zur aktiven Entscheidungsunterstützung. Ziel ist es, Informationen entlang der Patient Journey zusammenzuführen und dort verfügbar zu machen, wo sie im klinischen Alltag tatsächlich benötigt werden. Holger Cordes, CEO von Mesalvo, beschreibt die Notwendigkeit als konsequentes Prozessdenken: Relevante Informationen müssen vollständig und vor allem kontextbezogen bereitstehen, und ohne Systembrüche lückenlos durch den Behandlungsprozess führen.
»Relevante Informationen müssen vollständig und kontextbezogen bereitstehen, und ohne Systembrüche lückenlos durch den Behandlungsprozess führen.«
Das Clinical Data Repository als verbindendes Element
Vor diesem Hintergrund gewinnt das Clinical Data Repository (CDR) eine strategische Bedeutung, die weit über die Datenhaltung hinausgeht. Es wird zur Integrationsplattform und fungiert als verbindende Ebene zwischen klinischen und administrativen Systemen, führt Daten zusammen, harmonisiert sie und stellt sie strukturiert sowie rollenbezogen bereit. Entscheidend ist dabei nicht die zentrale Speicherung, sondern die Fähigkeit, Informationen prozessnah und entscheidungsrelevant nutzbar zu machen.
Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo Daten nicht isoliert betrachtet werden, sondern den gesamten Versorgungsprozess abbilden. Nur wenn Informationen entlang der Patient Journey konsistent verfügbar sind, lassen sich klinische Entscheidungen, Übergaben und Steuerung wirklich integrieren. William Oliver, Chief Customer Officer bei Mesalvo, beschreibt diesen Anspruch so: »Unsere Lösungen unterstützen und empowern den kompletten klinischen Prozess – von der Aufnahme bis zur Entlassung – und bilden jeden Workflow entlang der Patient Journey ab.«
Datenqualität, Regulierung und Prozesssicherheit
Ein wesentlicher Unterschied moderner Plattformarchitekturen zeigt sich in der Entstehung der Daten. Während viele Ansätze auf nachträgliche Aggregation aus heterogenen Systemen setzen, werden Daten in offenen und integrierten Architekturen bereits im klinischen Prozess strukturiert erzeugt. Das reduziert Komplexität, erhöht die Datenqualität und erleichtert die Einhaltung regulatorischer Anforderungen – insbesondere im Kontext der MDR, die Validität, Nachvollziehbarkeit und Auditierbarkeit softwaregestützter Prozesse fordert.
Cloud als Voraussetzung für Vernetzung und Steuerung
Damit ein CDR als Integrationsplattform dienen kann, braucht es eine geeignete technologische Grundlage. Cloudbasierte Integrations- und Datenplattformen übernehmen hier eine Schlüsselrolle. Sie ermöglichen system- und herstellerunabhängige Interoperabilität, sicheren Datenaustausch und eine gemeinsame Nutzung von Informationen – unabhängig davon, wo diese entstehen.
Exzellenz in der Versorgung bedeutet vermeidbare Fehler tatsächlich zu vermeiden.
In der Praxis bedeutet das: Klinische Daten stehen nicht mehr isoliert in einzelnen Anwendungen zur Verfügung, sondern bilden eine gemeinsame Grundlage für Versorgung, Steuerung und Analyse. Erst so wird eine ganzheitliche Sicht auf Patientinnen und Patienten möglich – über Abteilungen und Krankenhäuser hinweg und zunehmend auch über Versorgungssektoren hinaus. Rahul Butta, Director of Product Management bei Mesalvo, erklärt, dass Mesalvo mit diesem Paradigmenwechsel eine bewusste Abkehr von Einzellösungen hin zu einer offenen Plattformlogik vollzieht, in der Funktionalität und Daten auf einer integrierten technologischen Basis zusammengeführt werden.
»Abkehr von Einzellösungen hin zu einer offenen Plattformlogik.«
Grundlage für Reformen, KI und neue Versorgungsmodelle
Strukturreformen wie das KHVVG, neue Vergütungsmodelle und der Einsatz von künstlicher Intelligenz verstärken die Notwendigkeit, klinische Prozesse transparent, steuerbar und qualitätsgesichert abzubilden. KI unterstützt – etwa durch Entscheidungsunterstützung, Automatisierung oder Analyse komplexer Verläufe. Ihr Nutzen hängt jedoch maßgeblich von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Dr. Lars Dannecker, CTO von Mesalvo, bringt diesen Zusammenhang klar auf den Punkt: »Die Zukunft wird nicht dadurch bestimmt, dass wir Daten speichern – sondern dadurch, dass wir sie verstehen.« KI muss deshalb als Assistenz wirken – erklärbar, auditierbar und eingebettet in stabile Prozesse.
»Die Zukunft wird nicht dadurch bestimmt, dass wir Daten speichern – sondern dadurch, dass wir sie verstehen.«
Datenstrategie als Führungsaufgabe
Die zentrale Erkenntnis lautet: Daten sind keine Nebenprodukte der Digitalisierung, sondern eine strategische Ressource. Ihre Nutzung entscheidet darüber, ob Kliniken den Spagat zwischen Versorgungsqualität, Wirtschaftlichkeit und regulatorischer Sicherheit bewältigen können.
Ein integrierendes Clinical Data Repository auf einer cloudbasierten Plattform ist damit kein IT-Projekt im engeren Sinne, sondern ein Instrument strategischer Führung. Es schafft die Voraussetzungen, Reformen umzusetzen, Qualität nachzuweisen und Innovation verantwortungsvoll in den Versorgungsalltag zu integrieren. Oder, wie Holger Cordes es formuliert: Exzellenz in der Versorgung bedeutet vor allem: vermeidbare Fehler tatsächlich zu vermeiden.
»Exzellenz in der Versorgung bedeutet vor allem: vermeidbare Fehler tatsächlich zu vermeiden.«
Weitere Informationen unter mesalvo.com

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