Kanton Zürich: Mobilität am Puls der Zeit
Ob mit dem Zug, Auto, Velo, Bus oder Schiff: Täglich sind mehr als eine Million Menschen im Kanton Zürich unterwegs und legen dabei im Schnitt rund 29 Kilometer pro Tag zurück. Mobilität verbindet Wohn- und Arbeitsorte, sie bringt uns zum Einkaufen, ins Konzert oder hinaus ins Grüne. Mehr als 44 Prozent ihrer Tagesstrecken legen die Zürcherinnen und Zürcher in der Freizeit zurück. Mobilität bedeutet jedoch mehr als reines Fortbewegen. Sie schafft Lebensqualität, fördert die wirtschaftliche Entwicklung und stärkt das gesellschaftliche Miteinander.
Das kantonale Amt für Mobilität behält alle Verkehrsträger und -zwecke im Blick, vom Fuss- und Veloverkehr über die Strasse bis hin zum Güterverkehr und zur Luftfahrt. Sein Ziel ist es, den Verkehr im Kanton Zürich zu planen, zu gestalten und zu steuern. Dabei berücksichtigen sie sowohl die aktuellen Herausforderungen als auch die zukünftigen Entwicklungen, mit dem Ziel, die Mobilität effizienter und umweltfreundlicher zu machen.
Öffentlicher Verkehr als Rückgrat
Effiziente Mobilität bedeutet, möglichst viele Personen auf möglichst wenig Raum zu bewegen. Genau hier spielt der öffentliche Verkehr seine grosse Stärke aus. Deshalb richtet das kantonale Amt für Mobilität die zukünftigen Entwicklungen von Wohnen, Arbeiten und Studieren konsequent auf gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossene Gebiete aus. Diese Strategie zeigt Wirkung: In den letzten Jahrzehnten konnte der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr kontinuierlich gesteigert werden. Heute legt die Zürcher Bevölkerung täglich rund 27 Prozent der Distanz mit Bus, Tram oder Bahn zurück.
Laden für die Zukunft
Nach wie vor werden 62 Prozent der täglichen Distanz mit dem Auto zurückgelegt. Damit der Individualverkehr nachhaltiger wird, kommt den Elektrofahrzeugen eine zentrale Rolle zu. Bereits 70 Prozent der kantonalen Neuzulassungen bei Personenwagen sind ganz oder teilweise elektrisch betrieben (sogenannte Steckerfahrzeuge). Die Vorteile liegen auf der Hand: Elektroautos wandeln Energie effizienter in Bewegung um, verursachen während der Fahrt keine Luftschadstoffe und sind insbesondere in Städten deutlich leiser.
Damit sich Elektrofahrzeuge durchsetzen können, ist eine Voraussetzung entscheidend: Es braucht ausreichend Ladestationen – insbesondere dort, wo die Fahrzeuge am häufigsten stehen. Genau hier setzt das kantonale Förderprogramm Ladeinfrastruktur an. Mit insgesamt 50 Millionen Franken unterstützt das kantonale Amt für Mobilität Private, Unternehmen und Gemeinden bei der Ausrüstung von Parkplätzen und Tiefgaragen sowie beim Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Denn rund 80 Prozent aller Ladevorgänge finden zu Hause oder am Arbeitsort statt. Bis heute konnten Fördergesuche für fast 100 000 Parkplätze bewilligt werden. Das zahlt sich aus: 2025 wurde im Kanton Zürich schweizweit der grösste Anteil an Elektrofahrzeugen in Verkehr gesetzt.
Die Verbesserung der Mobilität im Kanton Zürich beschränkt sich nicht auf einzelne Projekte.
Der Veloverkehr mit Wachstum
Der Veloverkehr macht im Mobilitätsmix weiterhin einen kleineren Anteil aus, verzeichnet jedoch das stärkste prozentuale Wachstum. Ein wesentlicher Treiber ist die zunehmende Verbreitung von E-Bikes, mit denen auch längere Strecken und anspruchsvollere Topografien komfortabel bewältigt werden können.
Damit das Velo weiter an Bedeutung gewinnt, braucht es durchgängige und sichere Velorouten. Auch hier investiert der Kanton Zürich gezielt. Mit dem Projekt «MehrSpur Zürich–Winterthur» fliessen rund 100 Millionen Franken in den Ausbau des Velonetzes. Und im Rahmen der Glattalbahn-Verlängerung nach Kloten sind Investitionen von 70 Millionen Franken vorgesehen.
Automatisierte Mobilität
Die Mobilität der Zukunft wird nicht nur elektrisch, sondern auch automatisiert sein. Ein Blick ins Ausland zeigt: In verschiedenen Städten in den USA und in China gehören solche Fahrzeuge bereits zum gewohnten Alltagsbild.
Der Kanton Zürich hat deshalb gemeinsam mit dem Swiss Transit Lab, dem Kanton Aargau und der SBB ein Pilotprojekt für automatisiertes Fahren im Furttal gestartet. Dabei geht es weniger um das Testen der Technologie, da diese bereits einen hohen Reifegrad erreicht hat. Vielmehr steht ihr Einsatz als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr im Fokus. Gerade im Furttal sind die Wege zur nächsten Haltestelle teilweise weit. Bald soll es möglich sein, per App ein selbstfahrendes Fahrzeug zu bestellen, das Fahrgäste am Trottoir abholt und zur nächsten S-Bahn-Station oder zu einem gewünschten Ziel bringt – auf einem Netz von 110 Kilometern mit 460 virtuellen Haltestellen.
Mobilität aus einem Guss
Die Verbesserung der Mobilität im Kanton Zürich beschränkt sich nicht auf einzelne Projekte. Eine zentrale Aufgabe des Amts für Mobilität ist es, übergeordnete Konzepte zu erarbeiten, die Siedlung und Verkehr sowie die verschiedenen Verkehrsträger aufeinander abstimmen.
Im Rahmen der regionalen Gesamtverkehrskonzepte und der Agglomerationsprogramme analysiert das Amt die zukünftigen Entwicklungen der Wohnbevölkerung, der Arbeitsplätze, der Studierenden sowie des Güterverkehrs und leitet daraus die notwendigen Massnahmen ab. So entstehen Projekte wie der Ausbau von Bahnhöfen zu Mobilitätsdrehscheiben, neue Tram- und Stadtbahnlinien, der Ausbau von Velowegen sowie die Neugestaltung und Optimierung von Strassen.
Text Markus Traber, Chef Amt für Mobilität
Schreibe einen Kommentar