Während Deutschland tief im Winterschlaf versinkt, die Tage kurz sind und Minustemperaturen den Alltag bestimmen, offenbart sich nur wenige Flugstunden entfernt ein gänzlich anderes Szenario. Der maltesische Archipel – bestehend aus Malta, Gozo und Comino – empfängt Besucher mit einem milden Klima und rund 300 Sonnentagen im Jahr.
Es sind weniger als drei Flugstunden nötig, um den grauen Himmel Deutschlands gegen das sanfte, goldene Licht des Mittelmeers zu tauschen. Es ist genau dieser schnelle Szenenwechsel, der Malta zu einem perfekten Ziel für eine spontane Auszeit vom ungemütlichen heimischen Winterwetter macht. Wer die Inseln nur als sommerliches Badeziel kennt, wird im Winter von einer völlig neuen Facette überrascht: Es ist die Zeit, in der der Archipel buchstäblich aufatmet und erblüht. Wo im Sommer die Sonne das Land in ockerfarbene Töne taucht, breitet sich nun ein frischer, grüner Teppich aus. Bereits im Januar stehen Wildblumen und Kräuter in voller Blüte und verwandeln die Landschaft in ein Paradies für Naturliebhaber.
Gerade diese etwas kühleren Monate bieten das ideale Wanderwetter, um das vielseitige Terrain ohne die sommerliche Hitze zu erkunden. Abseits des Trubels locken ruhige Küstenwege mit spektakulären Ausblicken auf das tiefblaue Meer.
Ein besonderes Highlight für Wanderer ist der Weg über die Dingli Cliffs im Südwesten der Insel, wo die Klippen steil ins Wasser abfallen. Ebenso lohnend ist eine Tour entlang des Marfa Ridge. Dieser Höhenzug im Norden bietet nicht nur eine Sicht auf die weitläufige Bucht von Mellieha, sondern auch einen unverstellten Panoramablick auf die kleinen Nachbarinseln Gozo und Comino – ein Moment absoluter Ruhe inmitten der Natur.
Kultureller Reichtum und festlicher Glanz
Doch Malta im Winter ist weit mehr als »nur« ein Naturerlebnis; es ist eine Einladung zum entspannten Sightseeing. Ein Bummel durch die historischen Gassen von Valletta gestaltet sich in dieser Jahreszeit besonders angenehm. Ohne das Gedränge der Hochsaison lassen sich die prachtvollen Paläste und das architektonische Erbe der Hauptstadt in aller Ruhe bewundern.
Der Veranstaltungskalender ist dabei prall gefüllt und sorgt dafür, dass auf der Insel immer etwas los ist. Die Saison beginnt mit leuchtenden, festlich geschmückten Straßen zur Weihnachtszeit und führt nahtlos über in die großen Feierlichkeiten zum Jahreswechsel. Besonders die Silvesternacht auf dem St. George’s Square in Valletta ist ein Magnet: Mit Musik, Tanz und ausgelassenen Partys wird hier bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Wer es klassischer mag, findet im Januar beim »Valletta Baroque Festival« Erfüllung, wenn traditionelle Musik die historischen Theater und Paläste in Szene setzt, bevor im Frühjahr knallbunte Karnevalsparaden Farbe und Lebensfreude auf die Straßen bringen.
Ein Fest für die Sinne in Marsaxlokk
Um das mediterrane Lebensgefühl vollends zu verinnerlichen, darf ein Besuch im Fischerort Marsaxlokk nicht fehlen. Der pittoreske Hafen mit seinen unzähligen bunten Booten, die sanft im Wasser schaukeln, ist eine wahre Augenweide und ein beliebtes Fotomotiv. Besonders sonntags, wenn der berühmte Wochenmarkt stattfindet, pulsiert hier das Leben.
Einheimische und Besucher flanieren gleichermaßen über die Hafenpromenade, angelockt von einer Vielfalt an Waren.
Neben fangfrischem Fisch bieten die Marktstände alles, was die maltesische Küche ausmacht: lokales Obst und Gemüse, selbstgemachte Marmeladen, würzige Chutneys und Wein. Auch wer auf der Suche nach Kleidung oder Souvenirs ist, wird hier fündig. Die umliegende Gastronomie lädt anschließend dazu ein, die erstandenen Eindrücke bei einem ausgiebigen Essen Revue passieren zu lassen. Es ist diese Mischung aus kulturellen Highlights, herrlicher Natur und einem großen Sport- und Freizeitangebot, die das maltesische Inselarchipel im Winter zu einem echten Geheimtipp macht.

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