Die Schweiz ist Vorreiterin bei schweren Elektro-Lastwagen. Urs Gerber, Managing Director, und Patrick Wyss, Verkaufsleiter der Volvo Group (Schweiz) AG, erklären, warum Volvo Trucks den Markt prägt und was von der nächsten E-Truck-Generation erwartet werden kann.
Nirgendwo sonst in Europa wurden letztes Jahr so viele schwere E-Lastwagen neu zugelassen wie in der Schweiz. Welchen Anteil haben Volvo Trucks dabei?
Urs Gerber: Die Schweiz ist eine echte Vorreiterin – und wir sind unglaublich stolz, diesen Wandel aktiv mitzugestalten. Volvo Trucks hat einen sehr hohen Anteil an diesen Zulassungen und prägt den Markt entscheidend mit. Was uns besonders stolz macht: Volvo Trucks ist bereits zum fünften Mal in Folge die Nummer eins in Europa im Bereich schwerer Elektro-Lkw. Diese Erfahrung ist unbezahlbar und sie basiert auf Tausenden realen Einsätzen unserer Kunden. Gemeinsam haben wir bereits CO2-Einsparungen erzielt, die einer Strecke von rund 7500 Erdumrundungen entsprechen. Genau diese Wirkung treibt uns jeden Tag an.
Sie sind also Marktführer – was machen Sie anders oder besser als die Konkurrenz?
Patrick Wyss: Wir schauen nicht nur auf das Fahrzeug, sondern auf den gesamten Betrieb unserer Kunden. Elektromobilität funktioniert dann gut, wenn alles zusammenspielt – der Lkw, das Laden, die Energie und die Planung im Alltag. Genau dabei unterstützen wir unsere Kunden Schritt für Schritt. Uns ist wichtig, dass die Lösungen im täglichen Einsatz wirklich funktionieren und verlässlich sind.
Wer seine Gesamtkosten, also Energie, Wartung und Lebensdauer mit einbezieht, merkt oft, dass sich dabei neue Möglichkeiten ergeben.– Urs Gerber,
Managing Director
Sie planen neue Modelle mit noch grösserer Reichweite. Was dürfen Schweizer Transportunternehmen erwarten?
Patrick Wyss: Vor allem eines: neue Möglichkeiten. Die nächste Generation unserer Elektro-Lkw wird mit bis zu 700 km Reichweite deutlich mehr Einsatzbereiche erschliessen, die heute noch als schwierig gelten. Gleichzeitig verbessern wir Effizienz, Ladezeiten und Gesamtbetriebskosten. Es geht nicht nur um Kilometer, es geht um echte Freiheit im Einsatz.
Wird der Elektro-Truck mittelfristig den Diesel-Lastwagen ersetzen?
Urs Gerber: Im regionalen und urbanen Verkehr ja und wahrscheinlich schneller, als viele erwarten. Auf längeren Strecken werden verschiedene Technologien parallel existieren. Aber die Richtung ist eindeutig: emissionsfrei. Und dieser Wandel ist nicht mehr aufzuhalten.
Braucht es dazu politische Weichenstellungen – und wie dringend?
Patrick Wyss: Es braucht sie, und zwar jetzt. Die Schweiz hat eine hervorragende Ausgangslage, aber wir müssen das Momentum nutzen. Investitionen in Infrastruktur, klare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit sind entscheidend. Jede Verzögerung bremst Innovation.
Auch weil E-Trucks wirtschaftlich attraktiver sind?
Urs Gerber: Absolut. In vielen Anwendungen ist die Wirtschaftlichkeit heute bereits klar gegeben und entwickelt sich stetig weiter in die richtige Richtung. Wer seine Gesamtkosten, also Energie, Wartung und Lebensdauer mit einbezieht, merkt oft, dass sich dabei neue Möglichkeiten ergeben. Gleichzeitig wissen wir, dass jede Entscheidung vom individuellen Einsatz und den Rahmenbedingungen abhängt. Für viele Unternehmen entwickelt sich Elektromobilität Schritt für Schritt zu einer Lösung, bei der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gut zusammenpassen.
Wir haben früh mit der Entwicklung und Einführung von schweren Elektro-Lastwagen begonnen und waren die Ersten, die diese in Serie auf die Strasse gebracht haben.– Patrick Wyss,
Verkaufsleiter
Gibt es typische Schweizer Einsatzprofile?
Patrick Wyss: Ja, und sie sind ideal für Elektromobilität. Kurze bis mittlere Distanzen, anspruchsvolle Topografie und viel urbane Logistik. Besonders spannend sind auch die Bergregionen: Durch Rekuperation gewinnen wir Energie zurück, das ist ein echter Effizienzvorteil.
Kritiker warnen vor Stromknappheit. Ist die Schweiz bereit?
Urs Gerber: Die Schweiz bringt sehr gute Voraussetzungen mit, vor allem durch ihren hohen Anteil an erneuerbarer Energie. Gleichzeitig hat die Entwicklung noch Potenzial nach oben und es ist wichtig, dass wir jetzt vorwärtsgehen. Entscheidend ist der intelligente Ausbau der Infrastruktur und ein kluges Energiemanagement. Genau hier liegt die Chance. Die müssen wir nun nutzen.
Was sagen Sie Unternehmern mit Sorge vor steigenden Strompreisen?
Patrick Wyss: Die Sorge vor steigenden Strompreisen verstehen wir. Gleichzeitig stellen viele Unternehmen fest, dass sich mit einer vorausschauenden Planung bereits heute viel Stabilität erreichen lässt. Eigene Energieproduktion, optimierte Ladezeiten und digitale Steuerung eröffnen zusätzliche Möglichkeiten und helfen, Kosten besser im Griff zu behalten. In der Praxis zeigt sich immer häufiger, dass sich Effizienz und Planungssicherheit gut miteinander verbinden lassen.
Ist das heutige Ladenetz ausreichend? Gibt es Lücken?
Urs Gerber: Es entwickelt sich dynamisch, aber es gibt noch Potenzial und Herausforderungen, gerade beim Laden schwerer Nutzfahrzeuge. Viele Angebote sind heute noch stark auf Personenwagen ausgerichtet. Umso wichtiger sind eine gute Planung und eine zukunftsorientierte Ausrichtung. Gleichzeitig sehen wir, dass sich hier viel bewegt und die Lösungen zunehmend besser auf die Bedürfnisse des Schwerverkehrs abgestimmt werden, das stimmt uns zuversichtlich.
Volvo arbeitet mit Partnern an ganzheitlichen Lösungen. Was ist das Ziel?
Patrick Wyss: Unser Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren und unseren Kunden den Einstieg in die Elektromobilität so einfach wie möglich zu machen. Wir möchten Lösungen anbieten, die sich gut und einfach in ihren Alltag integrieren lassen, vom Fahrzeug über die Ladeinfrastruktur bis zur Energieplanung. Elektromobilität funktioniert heute schon gut und wir unterstützen unsere Kunden dabei, sie Schritt für Schritt noch einfacher in ihren Betrieb zu integrieren.
Sind Elektro-Lkw heute schon für Langstrecken geeignet?
Patrick Wyss: In vielen Fällen ja, besonders auf planbaren Routen. Gleichzeitig stehen wir am Anfang einer Entwicklung, die sich rasant weiterentwickelt. Reichweiten steigen, Ladezeiten sinken und die Infrastruktur wächst kontinuierlich. Mit neuen Lösungen von Volvo Trucks, die künftig Reichweiten von bis zu 700 Kilometern ermöglichen, werden sich die Einsatzmöglichkeiten nochmals deutlich erweitern.
Wie wird der Schweizer Schwerverkehr in zehn Jahren aussehen?
Urs Gerber: Er wird leiser, sauberer und effizienter sein. Elektro-Lkw werden das Strassenbild prägen, besonders im Verteilerverkehr. Gleichzeitig entstehen neue digitale und energetische Systeme, die den gesamten Transport smarter machen.
Und welchen Anteil leistet Volvo dafür?
Patrick Wyss: Wir haben früh mit der Entwicklung und Einführung von schweren Elektro-Lastwagen begonnen und waren die Ersten, die diese in Serie auf die Strasse gebracht haben. Diese Erfahrung hilft uns heute, unsere Kunden noch gezielter zu unterstützen. Unser Anspruch ist es, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen und die nächsten Schritte in Richtung moderner Transportlösungen praxisnah mitzugestalten.
Mit der zweiten Generation unserer E-Trucks profitieren unsere Kunden direkt von unserem Erfahrungsschatz und Wissensvorsprung – durch höhere Effizienz, zuverlässigere Einsatzfähigkeit im Alltag sowie Lösungen, die konsequent auf ihre Anforderungen ausgerichtet sind. So schaffen wir echten Mehrwert im täglichen Betrieb und begleiten unsere Kunden sicher in die Zukunft der Elektromobilität.
Urs Gerber: Wir wollen diesen Wandel weiterhin anführen, getragen von einem klaren Verantwortungsbewusstsein gegenüber unseren Kunden, der Branche und der nächsten Generation. Unser Ziel ist eine Transportwelt, die nachhaltig funktioniert und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich bleibt.
Weitere Informationen unter volvotrucks.ch

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