»Digitale Souveränität ist im öffentlichen Sektor ein strategischer Imperativ«
Behörden stehen unter enormem Modernisierungsdruck. Während Fachkräftemangel und demografischer Wandel Abteilungen belasten, erwarten Bürgerinnen und Bürger schnelle digitale Services und Prozesse. Effizienzsteigerung und Digitalisierung sind daher unverzichtbar – doch gerade im öffentlichen Sektor, der zu den zentralen Säulen der kritischen Infrastruktur eines Staates zählt, muss dies mit klarem Fokus auf Souveränität und Sicherheit erfolgen. Denn nicht nur stehen hier hochsensible Daten und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger auf dem Spiel, auch die Unabhängigkeit der staatlichen Organe vor externer Einflussnahme muss unbedingt gewahrt bleiben.

Rolf Schumann
Co-CEO Schwarz Digits
Herr Schumann, warum hat digitale Souveränität für die öffentliche Verwaltung an Dringlichkeit gewonnen?
Die geopolitischen Rahmenbedingungen und das transatlantische Verhältnis haben sich verändert. Gleichzeitig steigen mit der Technologieabhängigkeit auch die Bedeutung digitaler Infrastrukturen und die Bedrohung durch hybride Angriffe. Die Kontrolle über die eigenen Daten und IT-Systeme zu behalten ist heute entscheidend für die Resilienz. Daher ist es wichtig, bei der Wahl der Technologiepartner genau hinzusehen. Wer sich von außereuropäischen Anbietern abhängig macht, die anderen politischen Interessen und Gesetzen unterliegen, geht hohe Risiken ein. Für den öffentlichen Sektor, der das Rückgrat des Staates bildet, ist das keine Option.
Was braucht der öffentliche Sektor, um digitale Souveränität zu etablieren?
Digitale Souveränität ist ein Konzept, das die gesamte IT-Architektur betrifft – von der Cloud-Infrastruktur über den digitalen Arbeitsplatz und die Cybersicherheit bis hin zur künstlichen Intelligenz. All diese Schichten müssen zusammengedacht werden, denn Souveränität in einer Ebene verliert ihren Wert, wenn eine andere kompromittierbar bleibt. Um Komplexität zu reduzieren, empfiehlt es sich, mit einem europäischen Anbieter zusammenzuarbeiten, der alle Bereiche aus einer Hand abdecken kann. Schwarz Digits hat ein komplettes Ökosystem an leistungsstarken, souveränen Lösungen aufgebaut, mit der Stackit Cloud als Fundament. Alle Daten werden ausschließlich in Europa gespeichert und verarbeitet. Dabei ist die kompromisslose Einhaltung der DSGVO gewährleistet, ebenso wie die Umsetzung der Sicherheitsvorgaben laut C5-Testat des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.
Welche Rolle spielen Cybersicherheit und künstliche Intelligenz in einer Souveränitätsstrategie?
Cybersicherheit ist eine entscheidende Voraussetzung für Souveränität, denn wer erfolgreich angegriffen wird, verliert die Kontrolle über seine Systeme. Cyberkriminelle agieren heute voll automatisiert, zunehmend KI-gestützt und greifen über alle Ebenen der IT-Umgebung hinweg an. Um kritische Assets zu schützen und die Resilienz sicherzustellen, müssen Verteidiger in der Lage sein, Bedrohungen in der gesamten IT-Umgebung in Echtzeit zu erkennen und Risiken zu priorisieren. Dafür ist eine digital souveräne, ganzheitliche Cybersecurity-Plattform erforderlich. Künstliche Intelligenz wiederum vergrößert die Angriffsfläche und muss unbedingt in einer Souveränitätsstrategie berücksichtigt werden. Denn der Treibstoff jeder KI sind Daten. Wer vertrauliche Informationen in KI-Modelle außereuropäischer Anbieter einspeist, riskiert Kontrollverlust und Datenabfluss. Je stärker KI außerdem in kritische Geschäftsprozesse integriert wird, desto weitreichender und gefährlicher werden die Auswirkungen einer potenziellen Kompromittierung von Trainingsdaten oder Modellen. Daher ist es wichtig, KI von Grund auf sicher und souverän auf Basis von europäischen Modellen zu implementieren.
Welche Maßnahmen sollte der öffentliche Sektor jetzt angehen?
Um die Digitalisierung voranzubringen und die Effizienz zu steigern, sind KI und Cloud-Technologie unverzichtbar – aber im Einklang mit europäischem Datenschutz, dem EU AI Act und unter Wahrung voller Kontrolle über Daten und Systeme. Im ersten Schritt empfiehlt sich die Einführung einer souveränen Cloud-Plattform als Fundament für eine skalierbare, leistungsfähige Infrastruktur. Auf dieser können dann alle weiteren Lösungen aufsetzen, von souveräner Kollaboration und Kommunikation über KI bis zu einer ganzheitlichen Sicherheitsarchitektur. Eine Multi-Cloud- und Open-Source-Strategie sowie offene Schnittstellen verhindern dabei einseitige Abhängigkeiten und sorgen für Transparenz.
Wer souveräne Cloud, ganzheitliche Cybersicherheit und verantwortungsvolle KI konsequent zusammenführt, schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige digitale Verwaltung. Effizienz und Resilienz gehen dabei Hand in Hand. Wer diese Weichenstellung versäumt, nimmt dagegen wachsende Abhängigkeiten, strukturelle Sicherheitsdefizite und letztlich eine Einschränkung der staatlichen Handlungsfähigkeit in Kauf. Digitale Souveränität ist für den öffentlichen Sektor daher keine Option, sondern ein strategischer Imperativ.
Weitere Informationen unter schwarz-digits.de

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