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Zürich
18 Januar 2020

Perfekt gestylt zum grossen Jawort.

Die Möglichkeiten, sich für die eigene Hochzeit zu stylen, sind nahezu grenzenlos. Diese Freiheit kann Paare aber auch überfordern. Die Styling-Expertin Brigitte Glättli kennt sich im Modedschungel aus und verrät, was für ein perfektes Outfit nötig ist.

Brigitte Glättli ist beim Schweizer Fachverband Farb-, Stil- und Imageberatung als Ausbilderin für die Bereiche Visagismus und Personal Shopping tätig. Sie verrät, wie ein rundum stimmiger Look gelingt. «Derzeit liegt ein Fokus auf der Natürlichkeit. Vieles ist im Laufe der Zeit schlichter geworden», sagt sie. «Down-Styling» hiesse der aktuelle Trend, sowohl bei Damen als auch bei Herren. Dieser Trend werde vor allem dann sichtbar, wenn man die Hochzeitsmode der 80er und 90er Jahre betrachte. Damals sei die Kleidung sehr üppig und mit viel Tüll ausgefallen. Ein relativ neuer Trend sei auch, die Kleidung dem Hochzeitsmotto anzupassen: «Das Styling ist heute sehr individuell, es geht von Boho, Hippie bis hin zum sehr edlen White Tie.»

Schlichte Eleganz ist beliebt

Besonders bei den Männern habe sich in dieser Hinsicht vieles getan. Etwa der besonders schicke White Tie sei lange kein Thema gewesen. Heute sieht man ihn laut Glättli aber immer häufiger. Ähnlich sehe es mit dem Dreiteiler aus: «Vesten sind gerade sehr im Trend. Zudem sind die Anzüge heute vermehrt schmal geschnitten und körperbetont. » Dabei spiele die Farbe Blaue bei den Herren eine wichtige Rolle. Trotz allen modischen Veränderungen dominiere hingegen bei den Frauen noch immer die Farbe Weiss. Die Kleider seien schlicht geschnitten und würden sich durch Details wie Spitze oder einen Rückenausschnitt auszeichnen. Auch hier sei Mehrteiligkeit gefragt: «Es können beispielsweise ein Rock mit einem Top oder Hosen mit einem Top kombiniert werden. Diese Variante findet man oft an zivilen Trauungen vor», sagt sie.

Auf Experimente wie eine neue Haarfarbe sollte man verzichten, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Witzige Elemente einfliessen lassen

Accessoires runden ein perfektes Hochzeitsoutfit ab und setzen besondere Akzente. Laut Glättli gibt es nur wenige Regeln, nach welchen man sich richten sollte. «Hauptsache ist, dass die Accessoires zum Kleid oder zum Anzug passen.» Wenn die Braut einen Schleier trage, brauche es nicht mehr viele Accessoires. Verzichte sie jedoch auf ihn, eigne sich ein Kopfschmuck wie etwa ein Diadem gut. Auf die Tasche werde häufig aufgrund des Brautstrausses verzichtet. «Wer dennoch eine Tasche tragen möchte, kann auf einen Stoffbeutel oder eine Clutch zurückgreifen.»

Während Frauen auf eine riesige Auswahl von Accessoires zurückgreifen können, müssen sich Männer mit etwas weniger zufrieden geben. Ein Problem ist das aber nicht: «Mit dem richtigen Griff können Männer viel mit Accessoires aus ihrem Outfit herausholen», sagt Glättli. Denn neben der Krawatte gibt es noch die Fliege, den Krawattenschal, das Plastron oder Jabot. Die beiden letzteren Elemente seien besonders schick und eignen sich daher vor allem für edle Outfits. «Angesagt ist momentan die Fliege. Sie kann auch als witziges Element eingesetzt werden.» Weitere Möglichkeiten seien Manschettenknöpfe, ein Einstecktuch, das eine ähnliche Farbe und einen ähnlichen Stoff wie die Fliege oder Krawatte haben sollte, und natürlich der Gürtel, der zu den Schuhen passen sollte.

Angesagt ist momentan die Fliege. Sie kann auch als witziges Element eingesetzt werden.

Nicht in eine Rolle schlüpfen

Beim Thema Make-up rät Brigitte Glättli den Frauen, die richtige Balance zu finden. «Wenn sich eine Frau durch das Make-up stark verändert, dann ist das unvorteilhaft.» Schwierig werde es ausserdem dann, wenn sich die Braut selbst schminken wolle. «Es ist wirklich schade, wenn sie die Zeit unterschätzt und dann im schlimmsten Fall nicht fertig wird.» Deshalb sei auch hier eine genaue Planung wichtig. Vor allem solle man aber auf Experimente wie Säurepeelings, Solariumbesuche oder eine neue Haarfarbe kurz vor der Hochzeit verzichten, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Aber auch Männer sind laut Glättli dem Make-up nicht ganz abgeneigt. «Ihnen ist es wichtig, nicht geschminkt auszusehen. Deshalb reicht etwas Puder aus, um Rötungen und Augenringe abzudecken und damit die Haut auf den Fotos nicht glänzt.» Ansonsten seien gerade Bärte ein riesen Thema. Wichtig sei es, dass der Bart und die Frisur einen schönen Schnitt haben und gepflegt aussehen.

Text: Olga Shostak

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