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14 November 2019

Nach zehn Jahren lohnt sich meist Neuanschaffung.

Unser eigenes Leben energieeffizienter zu gestalten, ist gar nicht so schwer. Für die grösseren Veränderungen, etwa eine energetische Renovation, gibt es verschiedenste unterstützende Tools, online wie offline.

Energieeffizienz. Jeder will möglichst wenig für Strom ausgeben und deshalb ist Effizienz natürlich ein Anliegen. Doch was versteht man eigentlich unter Energieeffizienz? «Um die Energieeffizienz international zu vergleichen, verwendet man das Verhältnis zwischen Energieverbrauch und Bruttoinlandprodukt der jeweiligen Länder», erklärt Marianne Zünd, Leiterin Abteilung Medien und Politik des Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Solche Vergleiche seien allerdings wenig aussagekräftig, da die Länder ihre Wertschöpfung völlig verschieden generieren: Ein Land, dessen Wertschöpfung zum Beispiel in der Schwerindustrie mit hohem Energieverbrauch liege, kann man kaum mit einem Land wie der Schweiz vergleichen, das vor allem Dienstleistungen erbringe. «Deshalb macht es mehr Sinn, die Energieeffizienz des eigenen Landes im Laufe der Jahre zu beobachten. Und da sieht man: Es gibt eine Entkoppelung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch. Wir werden also effizienter», freut sich Marianne Zünd.

Haushalte verbrauchen einen Drittel der Gesamtenergie

Dass auch das Verhalten jedes Einzelnen in dieser Rechnung eine Rolle spielt, ist klar: Denn rund ein Drittel der Gesamtenergie verbrauchen Haushalte. «Der grösste Teil der Energie verwendet man fürs Heizen. Sieht man nur den Strom an, dann fallen vor allem die grossen Haushaltsgeräte wie der Backofen, der Herd, der Kühlschrank oder die Waschmaschine ins Gewicht. Diese verbrauchen über 50 Prozent des Stroms in einem Haushalt», erläutert die Expertin. In der Schweiz leben zwei von drei Personen in einer Mietwohnung. «Das bedeutet, dass die Mieter darauf angewiesen sind, dass die Hauseigentümer oder die Verwaltung auf moderne Geräte achtet, da diese Geräte meist in der Wohnung eingebaut sind», sagt Marianne Zünd.

Ein Klassiker sei der Kühlschrank: «Aus Studien weiss man, dass moderne Top-Kühlschränke verglichen mit einem zehn Jahre alten Gerät zwischen 30 und 50 Prozent weniger Strom verbrauchen». Besitzer eines Eigenheims sollten jeweils notieren, wann sie neue Geräte angeschafft haben. Als Faustregel gelte: Nach 10 Jahren lohnt sich ein Neukauf statt einer Reparatur. Bei den Haushaltsgeräten gibt es also theoretisch viel Potential, Strom zu sparen.

Wo früher viel Strom gespart werden konnte, etwa beim Ausschalten von Standby-Modi bei elektronischen Geräten oder beim Auswechseln von Glühbirnen durch Stromsparlampen, ist heute das Sparpotential schon fast ausgereizt. «Für den Standby-Modus gibt es strenge Vorschriften bezüglich des Stromverbrauchs. Und Glühbirnen gibt es gar nicht mehr. Das Licht macht übrigens nur 15 Prozent vom Gesamthaushaltsverbrauch aus», betont Marianne Zünd. Durch die Digitalisierung gebe es dafür immer mehr elektronische Geräte, die Strom brauchen und aufgeladen werden. «Hier lohnt sich das Ausstecken der Ladegeräte. Dass diese Strom verbrauchen auch wenn sie gerade kein Gerät aufladen, bemerkt man daran, dass sie warm sind.

Den eigenen Stromverbrauch herausfinden

Diverse Tools helfen beim Überprüfen des persönlichen Stromverbrauchs. «Auf der Webseite von Energieschweiz und Energybox gibt es die Möglichkeit, seinen eigenen Verbrauch zu erfassen, beurteilen und mit dem Schweizer Durchschnitt vergleichen zu lassen», verrät Marianne Zünd. Wer hier herausfindet, dass er doppelt so viel Strom verbraucht als ein vergleichbarer Haushalt, weiss, dass allenfalls Handlungsbedarf besteht. Bei Energybox gibt es auch die Option zu testen, ob ein Gerät besser repariert oder ersetzt wird.

Doch die Energieeffizienz, gerade bei einem Eigenheim, kann auch gründlicher erforscht werden. «Kantonale Fachstellen bieten Beratungen an, die nach der Aufnahme des Ist-Zustands zu einem Gebäudeenergieausweis führen. Dieser gibt Anhaltspunkte dazu, wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen und wie ein Modernisierungskonzept aussieht. Manchmal schaut man sich auch das Gebäude vor Ort an, zum Beispiel mit einer Wärmekamera. Je nach Bedarf können diese Berater auch eine allfällige Sanierung begleiten», sagt die Fachfrau. Der Preis so einer Beratung ist abhängig von der Intensität.

Wo früher viel Strom gespart werden konnte, ist heute das Sparpotential fast ausgereizt.

Eine Beratung mache vor allem Sinn, wenn man ein Gebäude als Gesamtkonzept beurteilen möchte, denn bei einer bessern Dämmung sei beispielweise eine kleinere Heizung nötig. Ein Berater kann auch bezüglich Fördergeldern vom Kanton behilflich sein. Und energetische Renovationen sind nötig, denn «man geht in der Schweiz von 1.5 Millionen sanierungsbedürftigen Gebäude aus». Doch auch Mieter können mit einer Beratung ihren Stromverbrauch optimieren. Bei einem Neubau sind zahlreiche Indikatoren zu beachten, wenn man energieeffizient bauen möchte. Grundsätzlich gelten dabei kantonale Vorschriften. «Nur schon Standort und Ausrichtung in Bezug auf die Sonne ist wichtig. Welche Heizung macht Sinn, soll selber Strom produziert werden, wer nutzt das Gebäude für was und so weiter. Ein Haus muss man immer als Gesamtsystem anschauen», sagt Marianne Zünd.

Einige Tricks können viel Strom sparen:
  • Um einen Liter Wasser zu kochen braucht ein Wasserkocher am wenigsten Strom. Der Effizienzgewinn ist aber nur gegeben, wenn damit Suppe oder Tee zubereitet werden. Wenn dass heisse Wasser in die Spaghettipfanne gegossen wird, geht der Gewinn verloren, da hier erst noch die Pfanne erhitzt werden muss.
  • Kochen: Stets mit Deckel
  • Geschirrspüler immer gut füllen
  • Eier mit Ogi-Methode kochen (Ei in fingerbreit Wasser in Pfanne mit Deckel kochen). Dies dauert gleich lang, spart aber
  • Mit der Mikrowelle Speisen zu erwärmen geht viel schneller als auf dem Herd oder im Backofen.
  • Kühlschrank: Kein warmes Essen hineinstellen; Wandabstand einhalten, Gerät nicht neben Kochherd, Heizung oder Abwaschmaschine platzieren, auf Energieetikette achten.
  • Waschen: Mit 30 Grad lässt sich bis zu 70 Prozent Strom sparen gegenüber einer 90-Grad-Wäsche. Dazu: Waschmaschine möglichst füllen, Vorwaschen weglassen, Waschmittel richtig dosieren, Flecken vorbehandeln.
  • Versteckte Stromfresser sind etwa: Aquarium, Sauna, Raumklimagerät, Wasserbett, Luftbefeuchter.
  • Auf Labels wie die Energieetikette, Energy Star u.ä. achten

Infos: www.energieschweiz.ch

Text: Natalie Ehrenzweig

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