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30 Mai 2020

Mann, was interessiert dich?.

Ich hoffe, du erlaubst mir das Du – von Mann zu Mann. Was interessiert dich? Sex, Geld, Kraft… oder Tanz, Musik, Kunst – oder etwas ganz anderes? Und wieso interessiert dich das? Weil es dich glücklich macht?

Jeder ist seines Glückes Schmied. Wie ein glühendes Eisen lässt sich ein Leben bearbeiten und formen. Nicht beliebig – vieles ist in die Wiege gelegt und deine bisherige Entwicklung hat dich wesentlich geprägt. Aber wie du weiter gehst, liegt in deinen Händen.

Jeder Mensch hat laut Aristoteles eine Aufgabe. Diese ergibt sich aus seinen persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Erfüllt ein Mensch seine Aufgabe, so ist er glücklich. In der modernen Glücksforschung schliesst Laszlos Modell der «Optimalen Beanspruchung» daran an: Wenn die Summe der Anforderungen in einem ausgewogenen Verhältnis mit der Belastbarkeit steht, dann solltest du glücklich sein.

Was ist Glück?

Doch was ist Glück überhaupt? Die Vorstufe des Glücks ist die Zufriedenheit. Diese stellt sich ein, wenn die grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind. Maslow nennt diese deshalb auch Defizitbedürfnisse, und zählt zu ihnen die materielle Grundversorgung, Sicherheit und soziale Zugehörigkeit. Epikur bezeichnet bereits diesen Zustand, in dem Schmerz sowie Bedürfnisse abwesend sind, als Glück. Maslow ist da kritischer: In seinem Pyramidenmodell kommen erst in der oberen Hälfte die Wachstumsbedürfnisse, deren Erfüllung glücklich macht. Dazu zählt er Freiheit, Erfolg und Ansehen. Darüber kommt die Selbstverwirklichung – ganz oben die Transzendenz.

Gilt es nun, Stufe um Stufe höher zu klettern? Und wenn wir genug fleissig und langlebig sind, dann kommen wir ganz oben an?

Wohl kaum. Entwicklung und Reifung erfolgen eher wellenförmig und verschachtelt. Glück würde darin bestehen, die eigene aktuelle Bedürfniswelle zu erkennen und auf ihr zu surfen. Stell dir einen Bettelmönch vor. Ohne Schuhe, regelmässige Nahrung oder Obdach findet er im Streben nach Transzendenz sein Glück. Ein möglicher, wenn auch eher spezieller Lebensentwurf, der zumindest in unserer westlichen Kultur eher fremd anmutet.

Fragen über Fragen

Wie frei bist du darin zu bestimmen, was deine Interessen sowie Bedürfnisse sind? Völlig frei, ganz dem individualistischen Zeitgeist folgend? Oder gibt uns unsere Kultur bereits ein recht verbindliches Wertesystem vor? Und leben wir in einem Wirtschaftssystem, das im Streben nach Profit aber auch Wachstum immer neue Bedürfnisse anpreist? Und uns damit, gemäss dem Fluch des Epikur, eben gerade nicht glücklich, sondern unglücklich macht? Mann, wie weit identifizierst du dich mit Leistung, in unterschiedlichen Facetten? Hoher Lohn, krasse Sportart, materielle Statussymbole?

Und wie leicht fällt es dir, zu geniessen? Sei es in der Sexualität: dich hingeben, nicht tun. Sei es im Beruf: Passt deine Work-Life-Balance? Verbringst du genügend Zeit mit deinen Kindern, deinem PartnerIn, deinen Freunden? Willst du wie 80 Prozent der Männer auf ihrem Sterbebett bereuen, dass sie zu viel Zeit im Job verbracht haben?

Sei mutig – erforsche deine Interessen und Bedürfnisse. Sei ehrlich – stehe für deine Interessen ein. Sei konsequent – erfülle deine Bedürfnisse. Das macht dich auf Dauer glücklich. Falls dich das interessiert.

 

Text: Nicolas Zogg, Leiter Politik und Medien, Mitglied der Geschäftsleitung von männer.ch

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