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11 April 2021

Digitale Transformation: Die digitalen Denker von morgen.

Keine Branche bleibt von der digitalen Transformation gänzlich unberührt. Wer das eigene Geschäftsmodell nicht kritisch hinterfragt und den Betrieb nicht auf die neuen Gegebenheiten ausrichtet, riskiert, mittelfristig auf der Strecke zu bleiben. Verhindern können das nur Fachleute, die eine echte digitale Transformation einleiten können. Das eröffnet Firmen wie Stellensuchenden gleichermassen gewaltige Chancen.

Wahrscheinlich gibt es kaum mehr Unternehmen, welche die Wichtigkeit der Digitalisierung anzweifeln. Denn auch in vergleichsweise «technologiefremden» Feldern hinterlassen die sich kontinuierlich weiterentwickelnden Tools und Konzepte immer deutlicher ihre Spuren. Und selbst wenn man sich dem Wandel aktiv verschliessen wollte, stünde man vor der Problematik, dass ein Grossteil der Kunden ganz neue Ansprüche an Unternehmen hegt – die massgeblich von der digitalen Transformation beeinflusst sind. Um es mit den Worten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) auszudrücken: Gerade für ein ressourcenarmes Land wie die Schweiz ist es wichtig, die Chancen die sich durch die Digitalisierung ergeben, bestmöglich zu nutzen. Um Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern, müsse die Schweizer Volkswirtschaft gut für die bestehenden und kommenden Herausforderungen positioniert sein. Folglich ist die Digitalisierung ein zentrales Thema des SECO.

Die Relevanz der Thematik scheint also unbestreitbar gegeben zu sein. Wie beeinflusst dies aber konkret die Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen? Zuerst einmal verändern sich aufgrund der technischen Entwicklung die Stellenprofile in der Wirtschaft – wie auch die Anzahl der Stellen selbst. In einem Bericht aus dem vergangenen Jahr führt der Bundesrat unter anderem Analysen auf, die zeigen, dass in den nächsten Jahrzehnten brutto etwa elf Prozent der Stellen in der Schweiz wegfallen könnten. Damit bewege sich der aktuell erwartete Strukturwandel im Rahmen der Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt während der letzten Jahrzehnte. Dies ist selbstverständlich eine Prognose, die wenig Grund für Optimismus liefert.

Allerdings ist erwähnen, dass ebendieser Strukturwandel in den letzten beiden Jahrzehnten positive Auswirkungen für die Schweiz mit sich brachte. So gingen innerhalb der letzte 20 Jahre zwar etwa 350’000 Stellen verloren. Während dieser Periode wurden aber netto 860’000 Stellen geschaffen. Zusammen mit anderen Einflussfaktoren habe der technologische Fortschritt auch in diesem Zeitraum ein anhaltendes Beschäftigungswachstum ermöglicht.

Die zentrale Rolle der Bildung

Unabhängig von der Anzahl der Stellen wir auf jeden Fall eine Umwälzung stattfinden, was den konkreten Einsatzbereich von Angestellten betrifft sowie das notwendige Fachwissen, über das Mitarbeiter verfügen müssen. Gemäss bundesrätlichem Bericht wird es «somit entscheidend sein, dass sich die benötigten Qualifikationen rasch auf dem Arbeitsmarkt finden lassen.» Ein Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung der Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt liege deshalb in der Bildung – und deren Anpassung an die zukünftig benötigten Kompetenzen. Das Schweizer Bildungssystem sei dafür insgesamt gut aufgestellt, auch aufgrund der arbeitsmarktnahen Berufsbildung. Im Kontext der zunehmend forschungsbasierten Digitalisierung der Wirtschaft stellen sich dennoch verschiedene Fragen, beispielsweise inwiefern die Schweizer Hochschulen im Bereich der Lehre einen zielgerichteten Beitrag zur Lösung dieser Herausforderung beitragen können.

Um Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern, müsse die Schweizer Volkswirtschaft gut für die bestehenden und kommenden Herausforderungen positioniert sein.

Letztere haben der zunehmenden Relevanz der Digitalisierung in der Ausgestaltung ihrer Aus-und Weiterbildungsinhalte innerhalb der vergangenen Jahre vermehrt Rechnung getragen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von neuem technischem Fachwissen, welches vor allem von Angestellten bereitgestellt werden muss. Sondern auch um Transformationskompetenzen für Führungskräfte. Denn die digitale Transformation wird zwar durch Technologie angetrieben, muss aber letztlich von den Exponenten eines Unternehmens kulturell umgesetzt werden. Entsprechende Aus- und Weiterbildung gewinnen daher zunehmend an Beliebtheit, wie etwa EMBA-Angebote zur digital Transformation. Diese richten sich an Führungskräfte, die sich den Anforderungen des digitalen Wandels aktiv stellen wollen. Es werden insbesondere zukunftsorientierte Managerinnen und Manager angesprochen, die am Puls des Wirtschaftslebens sind und deren Aufgabe es ist, Unternehmen oder Unternehmensbereiche im digitalen Zeitalter erfolgreich zu führen. Zu den vermittelten Inhalten gehören bspw. strategische Unternehmensführung, digitales Marketing sowie digital Leadership. Der letzte Punkt umfasst auch digitales HR, ein wichtiges potenzielles Spannungsfeld.

Neue Arbeitsmodelle im Aufwind

Denn im Zuge der Digitalisierung verändert sich nicht nur die Arbeit an sich, sondern auch die Art und Weise, wie sie erbracht wird. In einer aktuellen SECO-Studie wird die Entwicklung solcher «atypischen» Arbeitsverhältnisse aufgezeigt. Darin wird festgehalten, dass die Digitalisierung verschiedenste Plattformen und Kommunikationskanäle entwickelt, die es erlauben, Arbeits- oder Dienstleistungen unabhängig von räumlicher Entfernung zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunden zu erbringen. Als Beispiele werden etwa die Verbreitung von Videokonferenzen, Onlinemarktplätzen, Crowdsourcing-Plattformen oder Buchungsportalen genannt. Dadurch entstehen Alternativen zum klassischen Arbeitsmodell und im Bereich der Plattformökonomien neue Arbeitsformen. Im Zusammenspiel von Plattformbetreibern, Plattformnutzern und Auftragnehmern verschwimmt dabei die klassische Aufteilung in Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese Beispiele zeigen, wie wichtig das Verständnis für die Dynamik der digitalen Transformation in allen Unternehmensbereichen ist.

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