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18 Februar 2020

Erneuerbare Ressourcen für effiziente Smart Cities.

Wie sieht sie aus, die Stadt der Zukunft? Fliegende Autos, wolkenhohe Häuser und Betonklötze wohin das Auge reicht. Oder eher das pure Gegenteil mit Pflanzen auf jedem freien Platz, sei es auf Balkonen, Dächern oder Gehwegen. Teil jeder Zukunftsvision ist auf jeden Fall der Strom, der den reibungslosen Alltag ermöglicht.

Energiestadt: Eine Bezeichnung, unter die vieles fällt – sei es nachhaltig, effizient, klimaaktiv oder mobil. Tatsächlich gibt es 50 Massnahmen in sechs Bereichen, die eine Stadt für den Erhalt des Labels erfüllen muss. Die Massnahmen betreffen dabei Bereiche wie Gebäude und kommunale Bauten, Energieversorgung, Mobilität, aber auch interne Prozesse wie z.B. Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Energie oder Kommunikationsaktivitäten.

Zusammenarbeit als Basis einer Smart City

Um die Energiepolitik über den Energiestadtprozess hinaus zu entwickeln, braucht es innovative Vorgehensweisen. Urs Meuli, Fachspezialist Energiestadt beim Bundesamt für Energie BFE, sieht darin einen klaren Trend: «Smart City-Konzepte können hier Taktgeber sein. Anhand der Verknüpfung von Energiefragen mit anderen Themenbereichen wie dem Klima, der wirtschaftlichen Entwicklung oder sozialen Fragen lassen sich neue Möglichkeiten für Innovationen eröffnen.» Entwicklungen für die Energieversorgung in der Zukunft sind allerdings nicht unbedingt Teil der Zukunft – bereits heute existieren Innovationen, darunter beispielsweise sogenannte «2000-Watt-Areale».

Ökologische Gebäudekomplexe

Der Name «Greencity» verspricht bereits einen ökologischen Hintergrund. Die Nachhaltigkeit des Areals in Manegg fängt tatsächlich schon beim Gebäudebau an: Im Vergleich zu anderen Prozessen sollen Bauunter- nehmen dabei weniger Energie verbrauchen. Zudem gehören umgesetzte kompakte Bauformen und die Reduktion von Untergeschossen zum energiesparenden Konzept. Sind die Bewohner eingezogen, zählen der Anschluss an den öffentliche Verkehr sowie die autoarme und elektrobasierte Fortbewegung zu den zu erfüllenden Kriterien. 2012 wurde die «Greencity» als erstes 2000-Watt-Areal ausgezeichnet. Inzwischen sind weitere Areale in Bern, Basel, Lenzburg und Zürich hinzugekommen und rund 20 neue Projekte in Planung. Mit der nachhaltigen Bauweise rücken gleichzeitig immer mehr nachhaltige Energielieferanten in den Fokus wie zum Beispiel lokale Stadtwerke.

Bei der Umsetzung der Energie-Strategie 2050 existieren noch viele Unwägbarkeiten.

Stadtwerke gestalten die Zukunft mit

Die Stadtwerke arbeiten bereits heute an der Umsetzung der Energiewende, unter anderem, indem sie Energie mit erneuerbaren Ressourcen erzeugen. Einige Stadtwerke haben sich in der Allianz Swisspower gemeinsam auf einen «Masterplan Energiezukunft» verpflichtet, der neben erneuerbaren Energien auch die Reduktion der CO2-Emissionen und des Energieverbrauchs anstrebt. Urs Meuli sieht in den Stadtwerken auch wichtige Akteure für Smart-City-Konzepte: «Stadtwerke sind sehr wichtige Partner, um erfolgreich in die Zukunft starten zu können – wenn nicht sogar «Premium Partner» für die Entwicklung innovativer nachhaltiger Energiekonzepte.»

Politische Barrieren und Treiber

Bei der Umsetzung der Energie-Strategie 2050 existieren noch viele Unwägbarkeiten. So ist die Umsetzung des Energiegesetzes in verschiedenen Kantonen kein Selbstläufer. Im Kanton Solothurn z.B. ist das neue kantonale Energiegesetz an der Urne massiv abgelehnt worden. Andere Kantone könnten hier im negativen Sinn nachziehen meint Urs Meuli vom BFE. Bei der Windenergie als wichtige erneuerbare Energiekraft befindet man sich momentan in einer Sackgasse. «Für jedes Windrad braucht es eine Bewilligung. Viele Bürgerinnen und Bürger sind im Vorfeld von der Windenergie begeistert, sobald aber ein Windrad in ihrem Garten steht, verschärft sich die Situation», so Meuli. Schon vor dem Aufbau der Windanlagen stösst man auf Einsprachen und Herausforderungen, die das Projekt blockieren.

Auf der kommunalen Ebene sind die grossen Städte in einer Vorbildfunktion. Winterthur und Basel haben eine formelle Smart-City-Strategie erarbeitet, Zürich ist auf dem Weg dazu und auch Kleinstädte wie Aarau und Wil haben erste Anstrengungen auf dem Weg zu einer Smart City unternommen. Um Smart Cities vorwärts zu bringen, haben sich drei Schweizerische Urgesteine mit vier Deutschschweizer Städten zusammengeschlossen und einen Interessenverband gegründet.

«Smart City Hub» für «Smart Cities»

Schon zuvor arbeiteten die SBB, Swisscom und die Post unter dem Namen «Low Power Network» zusammen, um das Internet der Dinge zu revolutionieren. Die neue Zusammenarbeit zwischen den drei bundesnahen Betrieben mit den Städten St. Gallen, Winterthur, Zug und Zürich wird diesen Sommer mit der Gründung des Verbands «Smart City Hub» lanciert. Gemeinsam wollen die Städte und die bundesnahen Betriebe Smart City-Themen entwickeln und diese in möglichst vielen Städten umsetzen. Der Verband stellt sich am Smart City Day in Fribourg am 13. September zum ersten Mal mit ersten Projektideen der Öffentlichkeit vor. An dieser Westschweizer Veranstaltung können die Besucher an Workshops und Informationsveranstaltungen teilnehmen und viel Wissenswertes über «Smart Cities», neue Projekte und Ideen erfahren.

Text: Sara Schild

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