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11 April 2021

Aktiv dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Jeder will sie, doch nicht selten gibt es zu wenige von ihnen: qualifizierte Arbeitskräfte. Betroffen vom Fachkräftemangel sind insbesondere Branchen wie die Industrie. Aufgrund der Automatisierung erhöhen sich die Anforderungen an die Mitarbeitenden zunehmend. Die Problematik betrifft indes nicht nur die Bildungspolitik – die Arbeitgeber sind ebenfalls wichtige Player. Player, die profitieren können. Wer sein Personal bei der Aus- und Weiterbildung fördert, hilft nicht nur der Branche, sondern auch sich selber.

Die Schweiz verfügt mit ihrem dualen Bildungssystem über viel Flexibilität und ein breites Angebot. Ob Berufslehre oder Matur: Beide Wege in den Arbeitsmarkt ermöglichen eine Ausbildung, welche auf die persönlichen Fähigkeiten und Interessen zugeschnitten ist. Gleichzeitig berücksichtigt die Bildungsstruktur auch die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes, also der Wirtschaft. Dazu ist es unerlässlich, dass man die Inhalte immer wieder optimiert und anpasst. Ein Beispiel dafür sind die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). In diesen Bereichen existiert seit Jahren ein Angebotsmangel auf dem Arbeitsmarkt, weil sich zu wenig Junge für eine Ausbildung oder ein Studium in diesen Metiers entschieden. Mit bildungspolitischen Massnahmen versucht man nun Anreize zu schaffen, um insbesondere auch mehr junge Frauen für MINT-Fächer zu begeistern und so auch den Fachkräftemangel zu vermindern.

Interesse wecken und engagieren

Unternehmen tun gut daran, wenn sie die Förderung und Rekrutierung von Nachwuchs in ihrer Branche unterstützen. Seien es Projekte für Gymnasiasten oder Schnuppertage für künftige Berufslehr-Absolventen: Aktiver Support aus der Wirtschaft ist eine wichtige Ergänzung zu den bildungspolitischen Massnahmen. Wer sich als Unternehmen engagiert, hilft zudem nicht nur der Branche, sondern selbstverständlich auch sich selbst. Die Möglichkeit, sich dabei als innovative und moderne Organisation zu positionieren, kann beim «Kampf» um den talentierten Nachwuchs ein gewichtiger Vorteil sein.

Mit bildungspolitischen Massnahmen versucht man nun Anreize zu schaffen, um insbesondere auch mehr junge Frauen für MINT-Fächer zu begeistern.

Gemäss einer Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO zum Fachkräftemangel lassen sich bei betroffenen Branchen häufig ähnliche Indikatoren feststellen. Dazu gehören etwa ein starkes Beschäftigungswachstum, ein tiefer Frauenanteil und eine tiefe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Qualifikationsanforderungen. Anders ausgedrückt: Die Branche boomt, die Unternehmen finden aber zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Die demografische Entwicklung verstärkt diese Problematik. Die Babyboomer-Generation erreicht das Pensionsalter, die nachrückenden Jahrgänge vermögen diese Lücke nicht auszufüllen. Darüber hinaus können die gesuchten Fachkräfte aufgrund der eingeschränkten Zuwanderung (Stichwort «Masseneinwanderungsinitiative») nur bedingt im Ausland rekrutiert werden.

Informieren, beraten, begleiten

Die logische Konsequenz: Neben der Förderung des Nachwuchses muss man darauf achten, die Qualifikation jener Arbeitnehmer zu erhöhen, die bereits im Markt tätig sind. Entscheidend ist, dass Unternehmen die Verantwortung dafür nicht nur den Angestellten überlassen, sondern diese aktiv bei der Suche nach passenden Weiterbildungen oder Umschulungen unterstützen. In grösseren Organisationen übernimmt oft die HR-Abteilung die Aufgabe, die Mitarbeitenden zu informieren, zu beraten und beim Ausbildungsprozess zu begleiten. Wenn KMU diese Unterstützung nicht intern anbieten können, sind externe Berater oder die entsprechenden Fachstellen der Bildungsstätten eine mögliche Alternative.

Bildung kostet – und lohnt sich

Neben dem ideellen Support benötigen Arbeitnehmer oft auch finanzielle Unterstützung, um eine Weiterbildung oder eine Schulung absolvieren zu können. Insbesondere für Personen mit Familie ist es nicht realisierbar, währenddessen auf das Einkommen oder einen Teil davon verzichten zu müssen. Mit der Finanzierung der Weiterbildung bzw. dem «Zur-Verfügung-Stellen» von bezahlter Arbeitszeit haben es Unternehmen in der Hand, ihren Mitarbeitenden eine höhere Qualifikation zu ermöglichen. Mit einem Vertrag, der beispielsweise auch eine Vereinbarung über den weiteren Verbleib im Unternehmen einschliesst, kann der Arbeitgeber sicherstellen, dass er selber von seinem Investment in das Know-how des Mitarbeiters profitiert. So kann dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Insbesondere für Personen mit Familie ist es nicht realisierbar, währenddessen auf das Einkommen oder einen Teil davon verzichten zu müssen.

Eine kürzlich publizierte Studie von Adecco und der Boston Consulting Group unterstreicht die Bedeutung von unternehmensinternen Beratungs- und Finanzierungsangeboten. Bezogen auf die Schweiz stellt die Untersuchung nämlich fest, dass lediglich 24 Prozent der Arbeitnehmenden hierzulande aktiv nach persönlichen Kompetenzlücken suchen. Demgegenüber erwarten aber gut zwei Drittel der Angestellten, dass ihr Arbeitgeber Weiterbildungsmöglichkeiten für sie entwickelt. Diese eher passive Haltung verdeutlicht die wichtige Rolle der Unternehmen im Hinblick auf die Förderung der Qualifikation von Arbeitnehmenden.

Schweizer vertrauen Bildungsstätten

Eine Weiterbildung oder Umschulung kann sowohl intern wie auch bei einem externen Anbieter absolviert werden. Berücksichtigt werden sollten bei dieser Wahl die persönlichen Voraussetzungen und Wünsche der Mitarbeitenden. Gemäss der erwähnten Studie von Adecco und der BCG bevorzugt die Hälfte der hiesigen Arbeitnehmenden eine Weiterbildung bei einem externen Anbieter. Dieser Schnitt liegt im internationalen Schnitt nur bei 37 Prozent. Das Vertrauen in die Bildungsangebote der Schweizer Universitäten, Fachhochschulen und Berufsschulen mag mit der Durchlässigkeit des Bildungssystems zusammenhängen. Für praktisch jeden individuellen Hintergrund existiert ein passender Ausbildungsgang.

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