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Zürich
4 April 2020

Ein intelligentes Zuhause ist ein grünes Zuhause – und spart Geld.

Die Digitalisierung kommt nach Hause. Ein intelligentes Heim erspart uns Geld und Nerven.  Ein intelligentes Büro ermöglicht grösseren Profit. Und die Welt wird etwas nachhaltiger.

Stellen Sie sich vor, dass die Klänge Ihres Lieblingsliedes Sie aufwecken. Verschlafen begeben Sie sich in die Küche. Die Temperatur dort ist bereits angenehm vorgeheizt – ohne, dass die Heizung die ganze Nacht laufen musste – und der frisch eingegossene Kaffee verströmt seinen aufweckenden Duft. Während Sie Ihr ausgewogenes Frühstück geniessen, werden Sie über die Neuigkeiten des Tages informiert. Bald darauf verlassen Sie das Haus, entspannt und voller Vorfreude auf dem Weg zur Arbeit.

Derartiger Komfort ist längst kein Zukunftstraum mehr. Die Digitalisierung des Haushalts erfreut sich immer grösserer Aufmerksamkeit. Noch 2013 hatten die USA und die EU gemeinsam nur 7 Millionen Haushalte mit installierten Smart Home Systemen vorzuzeigen. 2018 sind es schon 51 Millionen Haushalte. Auch in der Schweiz ist grosses Interesse vorhanden, wenn auch die Installation vollständiger Smart Home Systeme noch nicht sehr weit verbreitet ist. «Aufgrund ihrer Komplexität bleiben vollständige Systeme noch ein Privileg für technikaffine Menschen oder Leute, die sich eine Installation leisten können. Bei einzelnen Anwendungen sieht das aber anders aus», erklärt Dr. Andrew Paice, Leiter des iHomeLab der Hochschule Luzern.

Zudem digitalisiert man nicht nur Privathaushalte. Immer mehr kommt auch das Smart Office ins Gespräch.

Das Internet der Dinge

Die Grundlage für das Smart Home – oder Office – bildet das Internet der Dinge (IoT). Das IoT vernetzt physische mit virtuellen Gegenständen. Dies ermöglicht die dichte Vernetzung und Interaktion zwischen Mensch und elektronischen Systemen. Diese Interaktion kann auf verschiedene Weisen stattfinden. Man kann die Geräte über das Handy fernsteuern oder einmal eingegebene Voreinstellungen können ihr Verhalten bestimmen. Manche Geräte interagieren sogar mit den Bewohnern, indem sie aus deren Verhalten lernen, sodass sie selbstständig ihren Präferenzen gerecht werden.

Möglichkeiten zur Energieeffizienz

Die Smart Home Anwendungen liefern aber nicht nur Komfort. «Richtig angewandt können sie die Energiekosten im Gebäude um bis zu 20 Prozent vermindern», weiss Dr. Andrew Paice. Die Automatisierung des Lichts bedeutet etwa, dass es sich selbstständig ausschaltet, wenn Sensoren einen Raum leer vorfinden. Mit einer «Personal Weather Station» verbunden kann das Licht auch auf Änderungen der Sonneneinstrahlung reagieren. Auch die grössten Stromverschlinger – Heizung, Lüftung und Klimaanlage – können mit Sensoren verbunden werden. Bei der Temperaturregelung läge die grösste Möglichkeit, ein Gebäude energieeffizienter zu gestalten, so Dr. Paice. Zudem kann eine Raum-Management-Software messen, wie oft ein Raum benutzt wird. Dies ermöglicht eine effizientere Raumgestaltung, die es vor allem Arbeitgebern erlaubt, Energie einzusparen.

Smart Office eröffnet Chancen

Komfort, Umweltfreundlichkeit und Einsparungen – das alles gehört also zu den Vorteilen, die ein Smart Home für einen Privathaushalt bringen kann. Während Kostensenkungen sicher ein wichtiger Punkt für ein Unternehmen sind, eröffnet ein Smart Office noch mehr Chancen.

Während Kostensenkungen sicher ein wichtiger Punkt für ein Unternehmen ist, eröffnet ein Smart Office noch mehr Chancen.

Laut einer Studie von British Land und Worktech Acadamy möchte der durchschnittliche britische Arbeitsnehmer in spätestens zwei Jahren in einem Smart Office arbeiten. Allerdings erwarten die Angestellten in den nächsten vier Jahren von ihren Arbeitgebern keine Aktivität in diese Richtung. Das Upgrade zu einem Smart Office würde folglich die Attraktivität des Unternehmens steigern und einen Vorteil im Wettbewerb um neue Talente verschaffen.

Aber dabei bleibt es nicht. Es ist allgemeinhin bekannt, dass die Arbeitsumgebung die Produktivität der Arbeitnehmer beeinflusst. Ein Smart Office bietet viele Möglichkeiten zur Zeiteinsparung sowie auch zur «Gamification» von verschiedenen Aktivitäten. So kann man die Produktivität erhöhen, was wiederum zu höheren Gewinnen führt. Ausserdem sorgt das Smart Office für eine gesündere Arbeitsumgebung, die die Zufriedenheit der Arbeitnehmer erhöht und ihre Work-Life-Balance verbessert.

Mehr Sicherheit, aber neue Risiken

Smarte Anwendungen sorgen sowohl in Privathaushalten als auch in Bürogebäuden für mehr Sicherheit. Smarte Detektoren können die schlimmsten Folgen von Bränden oder Wasserlecks verhindern. Natürlich gibt es Systeme, die zur Einbruchsicherheit beitragen. So können Kameras oder Bewegungssensoren installiert werden, die einen auf dem Handy informieren, falls im Heim oder im Büro etwas Ungewöhnliches vor sich geht. Auch biometrische Schlösser sorgen für mehr Sicherheit als herkömmliche.

Smarte Detektoren können die schlimmsten Folgen von Bränden oder Wasserlecks verhindern.

Allerdings bringt das IoT ein schwerwiegendes neues Risiko mit sich: Es ist anfällig für Hackerangriffe. Die Vernetzung der Geräte ermöglicht es Hackern, sich Zugang zu sensiblen Daten zu verschaffen, die die Geräten speichern. Dies ist vor allem für Bürogebäude ein ernstzunehmendes Problem.

«Privatpersonen können sich mit verschiedenen und komplexen Passwörtern schützen und indem sie regelmässig die Software aktualisieren», erklärt Dr. Andrew Paice. «Natürlich kann man immer mehr machen, aber dies sind bereits effektive Grundlagen. Das Risiko eines Hackerangriffes für Geschäftsgebäude ist um einiges höher, deswegen sollte man mehr tun. Es gibt verschiedene Richtlinien, die implementiert werden sollten, um sich zu schützen. Einen vollständigen Schutz kann jedoch nie gewährleistet werden.»

Abgesehen von diesen Risiken zeichnet sich ein komfortables Bild der Zukunft ab. Der Angestellte von morgen kann nach einem produktiven und zufriedenstellenden Arbeitstag in sein intelligentes Heim zurückkehren, wo ihn bereits beruhigende Musik begrüsst, sobald er die Tür öffnet.

Text: Simon Misteli

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