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Zürich
30 März 2020

Überwältigend schöne Kälte.

Lappland – ein Ort, dessen Natur so aussergewöhnlich ist, dass sogar das Abendessen im Restaurant zum einzigartigen Erlebnis wird. Die Schneelandschaften scheinen einem Gemälde entsprungen. Mit durchschnittlich zwei Einwohnern pro Quadratkilometer ist es für Besucher einfach, den Alltag hinter sich zu lassen.

Lappland ist kein eigener Staat, sondern das Siedlungsgebiet des Volkes der Samen. Eine Urbevölkerung, die sich in den Ländern Finnland, Norwegen, Schweden und Russland niederliess. Früher nannte man das indigene Volk Lappen, wodurch der heutige Namen des Gebietes Lappland entstand. Bis heute verfügen die Samen über eine eigene Sprache und Kultur, obwohl sie nur noch vier Prozent der Einwohner ausmachen. Sie sind bekannt für ihr Kunsthandwerk mit verschiedenen Holzarten. Erstellte Gegenstände wie Messer, Holzschalen und Schmuck verkaufen sich nicht selten zu hohen Preisen. Andere Erwerbstätigkeiten sind der Fischfang, die Rentierzucht sowie die Forst- und Landwirtschaft.

Weil der Winter so lange anhält, gestaltet sich das Anbauen von Pflanzen jedoch schwierig. Eine Ausnahme sind Kartoffeln, die die Einheimischen im Oktober kurz vor dem ersten Schnee ernten können. Weiter wachsen im Sommer rund 25 verschiedene Beerenarten. Lappland ist vor allem für seine Blaubeeren und den daraus gemachten Kuchen bekannt. Die beliebteste Beere der Einheimischen ist die gelborangene Moltebeere, welche es in der Schweiz nicht gibt und allgemein in Mitteleuropa selten ist. Sie ist ein Wahrzeichen des Siedlungsgebietes der Samen und auf der finnischen Zwei-Euro-Münze abgebildet.

Lappland ist vor allem für seine Blaubeeren und den daraus gemachten Kuchen bekannt.

Jenseits von Stress

In Lappland gibt es für Touristen verschiedene Unterkunftsarten, von Glasiglus bis hin zu Hotels. Wer Abenteuer und Idylle kombinieren möchte, entscheidet sich für eine traditionelle Blockhütte. Die rustikalen Häuschen stehen abgelegen mitten in der Natur und bieten gemütlichen Komfort. Viele davon sind mit einer eigenen Sauna ausgestattet und individuell eingerichtet. Ebenso ist neben dem offenen Kamin meistens auch ein effektives Heizsystem eingebaut. Reisebloggerin Melanie Schillinger von «good morning world» war schon mehrere Male in Lappland und schwärmt von den besonderen Unterkünften: «In einer der abgelegenen Blockhütten in den Wäldern Lapplands zu schlafen, ist einfach unvergleichlich. Näher kann man der Natur und der Wildnis des hohen Nordens nicht kommen!» Die Einheimischen nutzen diese Hütte übrigens auch selber für ihre Ferien.

Schnee, wo das Auge hinreicht

In Finnisch-Lappland mitten im Wald befindet sich im Winter ein kleines Dorf namens Snow-Village. Es besteht aus Schnee, Eis und noch mehr Schnee. Jedes Jahr gibt es ein neues Motto, wozu Figuren und Motive ins Eis gemeisselt werden. Besucher haben die Möglichkeit, an diesem einzigartigen Ort zu übernachten. Bei einer Aussentemperatur von minus 30 Grad herrschen im Schneehotel Temperaturen um die 5 Grad. Durch die Körperwärme von zwei Gästen steigt sie auf 0 Grad Celsius. Diese Übernachtung ist zweifellos abenteuerlich, aber nicht kuschelig. Jedes Jahr reisen Künstler und Schneebaumeister aus der ganzen Welt an, um ein neues Schneehotel zu bauen. Denn das Eiskunstwerk fängt jeden April an langsam zu schrumpfen, bis das Schmelzwasser die Erde tränkt.

In einer der abgelegenen Blockhütten in den Wäldern Lapplands zu schlafen, ist einfach unvergleichlich.

Imposante Aktivitäten

Für Schweizerinnen und Schweizer ist die Natur Lapplands etwas so Besonderes, dass jede Aktivität ein Erlebnis ist. Die Masse an Schnee ist eindrücklich und die Kälte fühlt sich anders an als hierzulande. Durch das trockene Klima sind die durchschnittlich minus 25 Grad Celsius im Winter gut auszuhalten. Gegen Ende des Jahres ist es von 10 Uhr bis 15 Uhr hell. Allerdings glitzert das Eis und der Schnee auch im Dunkeln und es brennen viele offene Feuer. Wer sich möglichst schnell und aufregend fortbewegen möchte, macht dies am besten mit dem Hundeschlitten. Auf längeren Strecken rennen die Huskys in einer Geschwindigkeit von rund 20 km/h und auf kürzeren Distanzen sogar bis zu 40 km/h. Trotzdem ist die Fahrt idyllisch leise. Die Mitfahrer hören ausser dem Hecheln der Hunde und dem Gleiten der Kufen des Schlittens nicht viel. Dafür sehen sie umso mehr von der schneereichen, märchenhaften Landschaft.

Wem das noch nicht reicht, kann die eindrückliche Natur Lapplands auf den Langlaufskis bestaunen. Langlaufen hat in Finnland grosse Tradition und so ist es kein Wunder, dass man unzählige Loipenkilometer in Finnisch-Lappland vorfindet. Die Strecken führen über Moore und sanfte Hügel, durch tiefverschneite Wälder und entlang von Seen. Wer eine Pause einlegen möchte, der findet in den zahlreichen Loipencafés die nötige Stärkung, um die restlichen Kilometer unter die schmalen Latten zu nehmen. Eine weitere Variante, um das Winterwunderland zu entdecken, ist eine Schneeschuhwanderung. Dabei lenken markierte Pfade die Schneeschuhläufer durch die Landschaft. Tipp: Bei klarem Wetter unbedingt eine Schneeschuhtour auf einen Hügel machen. Der Blick über die unendliche Weite ist fantastisch.

Das Phänomen der Nordlichter

Ein weiteres Highlight von Lappland sind die Nordlichter. Das Farbspektakel am Himmel steht bei immer mehr Schweizern auf der Bucket-List. Die Herausforderung dabei: Dieses Naturwunder lässt sich nicht planen oder buchen. Jedoch erhöhen Interessierte ihre Chancen, indem sie dorthin reisen, wo die Nordlichter oft zu sehen sind. Einer dieser Ortschaften ist Finnisch-Lappland. In sieben von zehn Nächten können Touristen und Einheimische die märchenhaften Farberscheinungen am Himmel bestaunen – wenn das Wetter mitspielt. Die idealen Voraussetzungen sind ein klarer Blick auf den Himmel und eine niedrige Bevölkerungsdichte. Zwischen September und März stehen die Chancen übrigens am besten. Wer seinen Urlaub noch spektakulärer machen will, besucht das Dorf des Weihnachtsmanns in Rovaniemi. Es liegt direkt auf dem Polarkreis und zieht Touristen aus aller Welt an. Für alle, die es diesen Winter nicht ins verschneite Lappland schaffen, gibt es eine Alternative: Der originale Weihnachtsmann aus Rovaniemi ist am ersten und zweiten Dezember im Spielwarengeschäft Franz Carl Weber in Zürich zu Besuch.

Text: Michelle Christen

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