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20 Januar 2020

Die Gesellschaft der Zukunft: innovativ und originell.

Die Schweiz zählt schon lange zu den innovativsten Ländern weltweit. Damit das in Zukunft auch so bleibt, ist es wichtig, Innovationen zu fördern. Allerdings sind nicht alle Menschen gleich offen gegenüber Neuerungen. Diese und weitere Schwierigkeiten gilt es zu meistern, damit die Schweiz ihre Vorreiterrolle behält. 

Es kommen jährlich viele Produktneuheiten auf den Markt. Solche Innovationen sind manchmal langandauernd, manchmal nicht. Neuerungen lehren, affiner mit Technologien umzugehen. «Nur mit Innovationen entsteht immer wieder etwas Neues und nur so kann man mit den Veränderungen der heutigen Zeit Schritt halten», meint Ewa Ming, Expertin in Sachen Innovationen. Bereits mehrmals wurde die Schweiz zum innovativsten Land der Welt gewählt. Gründe dafür seien unter anderem das leistungsstarke duale Bildungssystem, renommierte Forschungsinstitutionen sowie das politische Klima, welches viele internationale Grosskonzerne in die Schweiz locke. Diese Firmen treiben Neuerungen voran und so werden in der Schweiz jährlich zahlreiche neue Produkte angemeldet. «Die Schweiz hat ein Top-Ökosystem für Innovationen und Forschung, gepaart mit einem hohen Ausbildungsstandard, was uns einzigartig macht», fasst Unternehmerin und Kommunikationsexpertin Ewa Ming zusammen. 

Heutzutage ist es – verglichen mit früher – einfach und günstig, sein Unternehmen in gewissen Bereichen zu automatisieren und zu digitalisieren.

Innovativ in die Zukunft

Heutzutage ist es – verglichen mit früher – einfach und günstig, sein Unternehmen in gewissen Bereichen zu automatisieren und zu digitalisieren. Die Tools dafür stehen zur Verfügung und sollten genutzt werden, sofern man in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben möchte. Besonders im Bereich des Datenmanagements, Marketings sowie einfachen administrativen Prozessen lässt sich viel automatisieren. Expertin Ewa Ming ist sich sicher: « Zukünftig wird es grosse Veränderungen in der Kommunikation auf dem Arbeitsmarkt geben. Wir sind momentan im Wandel und bewegen uns in Richtung neue Arbeitswelt 4.0.» Zusätzlich stünden auch das Finanz- und Versicherungswesen im Umbruch. Smarte Daten, also Daten, die uns beispielsweise mitteilen, wenn unser Kühlschrank leer ist oder welcher Parkplatz wann frei ist, würden unseren Alltag verändern. «Mit den Möglichkeiten neuer Technologien, wie Datenmanagement und künstlicher Intelligenz, ist der Fortschritt rasant.»

Vor allem in der öffentlichen Verwaltung ist noch grosses Verbesserungspotential da.

Branchen mit Verbesserungspotential

In der Schweiz gibt es einige Branchen, welche innovativer sein könnten. Ewa Ming findet: «Vor allem in der öffentlichen Verwaltung ist noch grosses Verbesserungspotential da.» Der administrative Aufwand vieler Schweizer KMU müsse autonomer werden, damit effizienter gearbeitet werden könne. Auch im Bereich der Mechanik und im Maschinenbau sollten Innovationen getätigt werden. Es gibt aber auch Branchen, die bereits weit fortgeschritten sind. Dazu gehören unter anderem der IT-Sektor und die gesamte Pharmaindustrie: Beide Bereiche sind schweizweit sehr innovativ unterwegs. «Im Prinzip gibt es aber in jeder Branche Vorreiter. Unter anderem liegt das an den leistungsstarken Schweizer Bildungsinstitutionen. Trotzdem dauert es meistens eine Weile, bis eine Innovation in jedem kleinen Dorf ankommt», sagt Ewa Ming.

Änderungen bringen immer ein gewisses Risiko mit sich.

Skepsis gegenüber Neuerungen

In Zukunft werde es immer mehr Roboter und Künstliche Intelligenz geben, ist sich die Expertin sicher. Diese Entwicklung bereitet ihr aber keine Sorgen: «Die Chance für Produktneuheiten muss bestehen, nur so werden zukünftig Jobs geschaffen, von denen wir heute noch nichts ahnen.» Wichtig sei, dass alle Prozesse aufeinander abgestimmt seien und ein positives Mindset dahinter stehe. Trotzdem gebe es noch zahlreiche, hauptsächlich ältere Menschen, die Neuerungen äusserst skeptisch gegenüberstehen. Um diese Menschen von einer Innovation zu überzeugen, müsse man sie mit kleinen Schritten aus ihrer Komfortzone locken. Neue Produkte sollten ausprobiert und erlebt werden, am besten auf eine spielerische Art und Weise. Dabei darf man nicht vergessen, dass manche Menschen tatsächlich Angst vor dem Neuen haben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man die Menschen nicht überfordert, sondern sie mit kleinen, positiven Erlebnismomenten für die Innovation begeistert. «Der Nutzen, der die Innovation bringt, muss klar im Vordergrund stehen. Ansonsten ergibt es keinen Sinn, diese Neuerung ins alltägliche Leben zu adaptieren», folgert die Initiantin der «Business Innovation Week Switzerland». Die kritische Haltung sei sogar berechtigt, wenn man bedenke, dass oftmals ein Geschäftsmodell aufgegeben werden müsse, damit eine Neuerung eingeführt werden könne. Änderungen bringen immer ein gewisses Risiko mit sich. Es könne sein, dass die Neuerung noch nicht etabliert genug sei und somit die Adaption einer Innovation immer ein Aufbruch ins Unbekannte darstelle. Ewa Ming erläutert: «Ein Unternehmen braucht viel Durchhaltewillen und das entsprechende Budget, um Innovationen zu fördern. Das erklärt auch, weshalb Grosskonzerne wie Google oder Amazon so innovativ sind.»

Darum braucht die Schweiz Innovationen

Innovationen sind äusserst wichtig für die Schweiz. Sie fördern die soziale Gleichheit, sparen Ressourcen und schaffen grössere Freiheiten. «Dank neuen, modernen Technologien ist es heutzutage möglich, relativ einfach ein Start-Up zu gründen und dadurch eine Geschäftsidee in die Realität umzusetzen», bestätigt die Expertin. Auch die Banken sind zuvorkommender bei der Vergabe von Krediten, was die Sache für die Unternehmer etwas vereinfacht. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es immer mehr erfolgreiche Start-Up Unternehmen gebe und die Anzahl an Forscherinnen und Forscher laut dem Bundesamt für Statistik zunehme. «Das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass nur neue Erkenntnisse zu Innovationen führen.»

Text: Lea Zoss

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