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17 Januar 2020

«Sie gehen als Kinder – und kehren als junge Erwachsene zurück».

Die Lehre markiert einen wichtigen Meilenstein im Leben junger Menschen: Mit dem Eintritt ins Arbeitsleben stellen sie zentrale Weichen für ihre berufliche Zukunft. Und auch auf der persönlichen Ebene wachsen sie in dieser Zeit. In einem Auslandsjahr mit AFS können Jugendliche ihren Horizont zusätzlich erweitern – wovon auch die Lehrbetriebe profitieren.

Es ist eine aufregende Zeit: Nach jahrelangem Schulbankdrücken schnuppern die meisten Jugendlichen im Rahmen ihrer Berufslehre zum allerersten Mal Arbeitsluft. Dabei machen sie neue Erfahrungen, eignen sich wichtiges Fachwissen an und lernen neue Menschen kennen. «Wir wollen es den Lernenden ermöglichen, während dieser Zeit ihren Fokus zu erweitern – im Rahmen eines Auslandsjahres», erklärt Reto Stern. Er ist Leiter Business Development bei AFS Schweiz. Die international tätige, religiös und parteipolitisch unabhängige und gemeinnützige Freiwilligenorganisation ist seit über 60 Jahren in mehr als 50 Ländern aktiv – und begleitet seit 1991 Lehrfirmen.

Auslandsjahre kennt man typischerweise als Angebot für Gymnasiasten. Und obschon AFS dies ebenfalls ermöglicht, etwa im Rahmen eines Schüleraustauschs, wendet man sich auch ganz spezifisch an Berufslernende. «Wir sprechen junge Berufslernende an, die mindestens 16 Jahre alt sind und während ihrer Lehre gerne die Welt entdecken, eine neue Kultur kennenlernen und sich eine Fremdsprache aneignen möchten», führt Reto Stern aus.

Die Gast-Kultur hautnah erleben

Beim Angebot von AFS handelt es sich aber keineswegs um eine Sprachschule auf einem Campus fernab der Realität, betont Stern: «Ein AFS-Jahr findet mitten im Leben statt.» Die Jugendlichen werden im Ausland von einer Gastfamilie unentgeltlich aufgenommen und tauchen so wirklich in den Alltag ihres Gastlandes ein – als Teil der Familie.

Für wen ist das Angebot von AFS konkret gedacht? «Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit Lernenden aus den Berufen KV, Polymechaniker, Konstrukteure und Laboranten», sagt Stern. Aber natürlich sei man stets offen für engagierte und neugierige Jugendliche – egal aus welchen Branchen. «Wichtig ist uns einfach, dass wir denjenigen jungen Menschen diese Chance eröffnen, die wirklich motiviert sind und sich an ihrem neuen Ort voll einbringen möchten.» Denn nur so ziehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirklichen Nutzen aus dem Erlebten und reifen. Und tragen dadurch einen Teil zu einem besseren interkulturellen Verständnis bei – eines der Hauptziele von AFS.

Auch im Sinne des Unternehmens

Die Kosten für das AFS-Auslandsjahr werden in der Regel zur Hälfte vom Lehrbetrieb übernommen. Doch warum sollte eine Firma da mitmachen und diese zusätzliche finanzielle Belastung in Kauf nehmen? «Der Lehrbetrieb profitiert in mehrfacher Hinsicht, wenn sich seine jüngsten Mitarbeiter ins Ausland begeben», erklärt Reto Stern. Der grösste Vorteil liegt in der Tatsache, dass die Lernenden nach ihrem Auslandsjahr mit zusätzlichen Sprach- und Sozialkompetenzen zurückkehren. «Es ist einfach verblüffend zu sehen, wie verändert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem Jahr sind.» Sie gehen als Kinder und kehrten als junge Erwachsene zurück. Und nehmen automatisch viel mehr Verantwortung wahr im Unternehmen.

Ein weiterer Vorteil: Lehrbetriebe, welche ein AFS-Jahr mittragen, werden als attraktivere Lehrstellenanbieter wahrgenommen. Und haben so grössere Chancen, dass gute Lehrlinge nach ihrem Abschluss im Betrieb bleiben.

Weitere Informationen zum Angebot, dem genauen Prozedere sowie zur Finanzierung findest du hier. Lehrbetriebe finden hier alles Wissenswerte.

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