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13 Juli 2020

Kanada – vielseitige Ski-Destination.

Schweizer reisen gerne nach Kanada – allerdings vor allem im Sommer. Als Winter- und somit Skidestination muss das Land im Norden der USA noch besser ins Bewusstsein der Schweizer Touristen rücken. 

Kanada, das zweitgrösste Land der Welt, besuchen Schweizer Touristen in erster Linie, weil sie von der Natur beeindruckt sind. Dies hat Sandra Krieg in ihrer Bachelor-Arbeit «Analyse der Reisemotivation von Schweizer Kanadabesuchern: Wo liegen Herausforderungen und wo Potenzial für den Schweizer Markt?» herausgefunden. Die Zahlen zeigen, dass der grössere Teil der 115 000 Schweizer Touristen, die Kanada besuchen, in den Sommermonaten anreisen. Im Winter, also allenfalls fürs Skifahren, reist nur etwa ein Drittel an. Allerdings: Die Destination Kanada nimmt an Beliebtheit in den letzten Jahren stetig zu – laut Sandra Krieg von 2012 auf 2015 um 13 Prozent.

Im Winter sind besonders die drei Provinzen British Columbia, Ontario und Quebec bei den Schweizerinnen und Schweizern beliebt. Das ist wohl nicht zufällig, denn auf diese drei Provinzen fallen auch die meisten der knapp 300 Skigebiete Kanadas. 

Die Zahlen zeigen, dass der grössere Teil der 115 000 Schweizer Touristen, die Kanada besuchen, in den Sommermonaten anreisen.

Auf Platz Eins steht bei Herrn und Frau Müller die im Osten Kanada gelegene Provinz Quebec. Mag sein, dass dies an der Amtssprache Französisch liegt? Hier wird auf den laurentinischen Bergen und in den Apalachen Ski gefahren. Zusammengezählt bietet Quebec an die 800 Pisten. Die Hälfte der Destinationen liegt ausserdem in der Nähe von grösseren Städten. Pro Saison fallen hier vier bis sieben Meter Schnee.

Ontario, die Provinz westlich von Quebec, hat die Gebiete von Calabogie über die Blue Mountain bis nach Searchmont zu bieten. Die Calabogie Peaks sind der höchstgelegene Skiort in Ortario. In Blue Mountain ist zwar nicht die höchste, dafür die grösste Skidestination der Provinz. Viel in die Infrastruktur wurde kürzlich in Searchmont investiert.

Die dritte Provinz, in die Schweizerinnen und Schweizer im Winter gern reisen, ist British Columbia. Die Region an der Westküste von Kanada ist auch im Sommer besonders beliebt. Und nicht nur die Schweizer sind gern an der kanadischen Westküste: Ein Drittel der Skitouristen, die nach Kanada kommen, landen in British Columbia. Hier erheben sich nicht nur Teile der Rocky Mountains, sondern auch die Coast Mountains. Insgesamt dreizehn Skiorte liegen in dieser Provinz. 

Stadt- und Winterferien kombiniert

British Columbia ist vielleicht bei den Schweizer Touristen auch so beliebt, weil es möglich ist, Wintersport und Stadtferien zu kombinieren. Denn mit nur einer halben Stunde Autofahrt von Vancouver erreicht man bereits drei Skiorte. In Cypress Mountain, Grouse Mountain und Mount Seymour locken nicht nur die Pisten, sondern auch eine tolle Aussicht auf die Stadt, gerade auch nach Sonnenuntergang, wenn die Lichter fürs Nachtskifahren angestellt wurden.

Der berühmte Skiort Whistler Blackcomb liegt nur zwei Stunden die Küste hoch – das Städtchen auf 675 m ü.M. hat Skilifte, die bis auf 2284 m ü. M. fahren. Dieses Skigebiet wird regelmässig zur nordamerikanischen Top-Destination gewählt. Nicht umsonst fanden 2010 dort die Olympischen Winterspiele statt. Die Saison hier gehört zu den längsten in Nordamerika: Von Ende November bis Anfang Mai sind die Pisten geöffnet, auf dem Gletscher in Blackcomb sogar bis Ende Juli. Wer gerne auf den Ski bis vor die Türe fährt, sollte den Big White Ski Resort in der Nähe von Kelowna, sechs Stunden ostwärts von Whistler, besuchen: den grössten Ski-In-Ski-Out Resort Kanadas.

British Columbia ist vielleicht bei den Schweizer Touristen auch so beliebt, weil es möglich ist, Wintersport und Stadtferien zu kombinieren.

Weiter landeinwärts, etwa acht Stunden Autofahrt von Whistler, würden sich ausserdem die ebenfalls bekannten Destinationen Banff und Jasper finden – allerdings in der Provinz Alberta. Die Orte trumpfen, weil sie so weit vom Meer weg liegen, mit trockenem, leichtem Schnee auf.

Besondere Übernachtungen in Quebec

Natürlich, jede dieser Destinationen bietet neben der Skisport-Infrastruktur eine breite Palette an Dienstleistungen rund um die Winteraktivität. Je nachdem, worauf der Fokus liegt, eigenen sich andere Destinationen. Auch Besonderheiten spielen eine Rolle. Ist mal ein Ruhetag angesagt, können überall jede Menge anderer Aktivitäten unternommen werden. In Quebec gibt es beispielsweise die Möglichkeit, in einem Baumhaus, einem Iglu oder Eishotel zu übernachten. Wer ausserdem ganz sicher sein will, dass Schnee auf der Piste liegt, ist in Tremblant Ski & Village gut bedient, denn die Destination soll eines der besten Kunstschneeanlagen in Nordamerika besitzen.

Mehrere Skiorte in Ontario bieten Snowtubing an. Die längste Snowtube-Piste befindet sich in Horseshoe Resort. Mit bis zu 70 Stundenkilometer geht es bergab. Nicht ganz so schnell sind die Schlittenhunde unterwegs: Verschiedene Anbieter haben sowohl Hundeschlittentouren wie auch Skigjøring im Programm. In British Columbia gibt es ebenfalls zahlreiche Alternativen zum Skifahren. Glück hat, wer in einer klaren Nacht das Nordlicht erleben darf. 34 Kilometer lang ist ausserdem der längste Schlittschuhweg entlang des Lake Windermere – der längste der Welt. Danach lässt sich in verschiedenen heissen Quellen entspannen.

Elche, Rehe, Schafe, Koyoten oder Wölfe: Diese Tiere gehören ins Gebiet von Jasper und können auf einer Tour im National Park entdeckt werden. Aufwärts geht es dafür in Banff: Entweder mit Eispickel und Steigeisen beim Eisklettern einen gefrorenen Wasserfall hinauf oder mit einem Helikopter über die Kanadischen Rocky Mountains. Und klar: Wo es Helikopter gibt, gibt es auch die Möglichkeit, per Helikopter Skifahren zu gehen.

Text: Natalie Ehrenzweig

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