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Zürich
17 Januar 2020

«Hallo, 144? Verdacht auf Schlaganfall!».

Ein Schlaganfall passiert wie aus heiterem Himmel. Um Leben zu retten, gilt es rasch und richtig zu handeln. Auch wenn Symptome scheinbar verschwinden, ist die Gefahr noch nicht vorbei. 

Plötzliche Lähmung in einer Körperhälfte, Schwächegefühl, plötzliche Sprach- oder Sehstörungen oder starker Schwindel: Wie die Symptome eines Schlaganfalls aussehen, hängt davon ab, welche Hirnregionen in welchem Ausmass betroffen sind. Grundsätzlich können Schlaganfälle jeden urplötzlich treffen. Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind sie zwar seltener, aber dennoch möglich.

Schlaganfall erkennen

Es gibt relativ simple Tests, um einen Schlaganfall zu erkennen. Einfach die betroffene Person ruhig darum bitten, zu lächeln, einen simplen Satz zu widerholen oder die Arme nach vorne zu strecken. Hängt beim Lächeln ein Mundwinkel herab, bedeutet das nichts Gutes. Ebenso, wenn ein Arm beim Nachvornestrecken beider Arme (mit Handflächen nach oben) sinkt oder sich dreht. Kann ein einfacher Satz plötzlich nicht mehr nachgesprochen werden oder nuschelt jemand unvermittelt, ist dies ebenfalls ein möglicher Hinweis auf einen Schlaganfall. 

Alarmzeichen die wieder verschwinden

Schlaganfälle passieren urplötzlich, doch es kann Vorboten geben: so genannte transitorische ischämische Attacken (TIA). Anders als beim «richtigen» Schlaganfall dauern solche «Mini-Schlaganfälle» nur wenige Minuten. Der springende Punkt: Die Symptome können danach komplett verschwinden – um zu einem späteren Zeitpunkt als ausgewachsener Schlaganfall wieder zuzuschlagen. Dr. Robert Keller, Geschäftsführer der Schweizerischen Herzstiftung  warnt: «Auch wenn die Symptome nur vorübergehend anhalten, ist es zentral, diese ernst zu nehmen und abklären zu lassen.»

Bei Verdacht sofort anrufen 

Viele wissen nicht im Detail, was sie bei einem Notfall tun würden. Es hilft, das Szenario im Kopf durchzuspielen und die eigenen Kenntnisse regelmässig aufzufrischen: zum Beispiel mit der App «HELP Notfall» der Schweizerischen Herzstiftung. Auch wenn man sich nicht sicher ist: Griff zum Handy – 144 wählen – Situation schildern. Die Person am anderen Ende der Leitung stellt gezielte Fragen und entscheidet über die Dringlichkeit des Falls. Angst vor Kosten sollte man keine haben – wenn der Anruf kein Streich ist. «Schlimmstenfalls» findet man am Telefon heraus, dass es etwas anderes als ein Schlaganfall sein muss. Doch anrufen solle man bei den genannten Symptomen sofort: Denn folgt auf eine TIA ein Schlaganfall, kann der Anruf Leben retten.

Text: Johanna Widmer 

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