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11 April 2021

Ein gesunder Körper als Fundament für einen gesunden Geist.

Das Thema »Corona« ist derzeit allgegenwärtig. Doch Frauen dürfen deswegen nicht die anderen relevanten Gesundheitsaspekte vernachlässigen. Aus diesem Grund hat sich »Fokus« mit aktuellen Studien zum Thema »Frauengesundheit« befasst. Hier finden Leserinnen die wichtigsten Erkenntnisse für ihr mentales, körperliches und sexuelles Wohlbefinden.

»Krebs kennt keinen Lockdown.« Mit diesem klaren Statement bringt Prof. Dr. Christian Singer, Leiter des Brustgesundheitszentrums an der Medizinischen Universität Wien, ein aktuelles Problem auf den Punkt: Aufgrund der Coronapandemie werden seit letztem Jahr wichtige Vorsorgeuntersuchungen aufgeschoben. Und das kann sich rächen.

Christian Singer ist mit seinem Appell (zu finden auf newnormalsamecancer.at) nicht allein: »Die Covid-19-Pandemie ist nicht nur eine der größten Gesundheitskrisen des letzten Jahrhunderts, sie zieht auch massive Kollateralschäden nach sich – nicht zuletzt bei Menschen mit einer Krebserkrankung«, konstatiert Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. Denn erste internationale Untersuchungen bestätigen, dass Krebspatient*innen ein erhöhtes Risiko haben, eine Covid-19-Erkrankung schlecht zu überstehen. Zusätzlich erhöhen die verspäteten Diagnosen sowie der reduzierte Zugang zu Therapien die Mortalität der Betroffenen. Darum muss an dieser Stelle klar festgehalten werden: Trotz des veränderten Alltags durch die Pandemie sollten Frauen wichtige Früherkennungsuntersuchungen unbedingt wahrnehmen.

Gesundheit
Wenn die Seele leidet

Anders als bei Krebs wird die Gefährlichkeit der Depression als Erkrankung noch immer generell unterschätzt. Das ist alarmierend, denn laut der »Deutschen Depressionshilfe« gehört diese Form der psychischen Störung zu den am weitesten verbreiteten Krankheitsbildern überhaupt: Eine Studie aus dem Jahr 2016 belegt, dass innerhalb eines Jahres 8,2 Prozent (oder 5,3 Millionen) der erwachsenen Deutschen an einer unipolaren oder anhaltenden depressiven Störung erkranken. Etwa jeder fünfte Bürger leidet mindestens einmal im Leben an einer Depression – wobei Frauen zwei- bis sogar dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Die Behandlung einer Depression erfolgt in den meisten Fällen entweder über das Verabreichen von Medikamenten und / oder in Form einer Psychotherapie. Auf der Website der Deutschen Depressionshilfe (deutsche-depressionshilfe.de) finden sowohl Betroffene wie auch Angehörige weitere Informationen. 

Die heilende Wirkung des Sports

Bewegung kann die Behandlung einer Depression unterstützen. Dementsprechend ist Sport in vielen Kliniken Teil des Therapieplanes. Auch außerhalb der Klinik können sich Betroffene ein unterstützendes Sport-Angebot von ihrem Arzt verschreiben lassen. Der sogenannte »Rehabilitationssport« bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen die Möglichkeit, ihre Bewegungsfähigkeit unter speziell ausgebildeter Übungsleitung nachhaltig zu verbessern. 

Sportliche Betätigung ist natürlich nicht nur gut für die Psyche, sondern auch für die körperliche Gesundheit. Wer sich regelmäßig bewegt und dabei auch ab und zu mal verausgabt, verbessert nicht nur das Körpergefühl, sondern stärkt auch die Abwehrkräfte. Damit trägt Sport nachweislich und maßgeblich zu einem allgemein besseren Wohlbefinden bei. Aber Achtung: Wie bei allen Dingen ist auch beim Sport die Dosierung ausschlaggebend. Auf aktive Einheiten müssen dringend Phasen der Regeneration und Erholung folgen. Expertinnen und Experten betonen, dass mindestens ein Tag Pause zwischen zwei Sporteinheiten eingelegt werden sollte. Regelmäßiger Schlaf ist ebenfalls wesentlich: Eine Studie des britischen Schlafexperten Jim Horne zeigt, dass Frauen sogar mehr Schlaf benötigen als Männer – weil ihr Gehirn komplexer ist. Die allgemein empfohlene Schlafdauer von acht Stunden sollten sich Frauen daher besonders zu Herzen nehmen. 

Der Orgasmus als Schmerz-Linderung

Bleiben wir thematisch im Bett und wenden uns der Sexualität zu. Denn für Frauen wie auch Männer ist eine erfüllte Sexualität eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit und Wohlbefinden. Für Frauen kann das Erleben von Orgasmen sogar noch einen Zusatznutzen entfalten: Laut den Resultaten einer klinischen Studie, die vom Sextoy-Hersteller »Womanizer« zusammen mit dem Menstruations-Artikel-Start-up »The Female Company« in Auftrag gegeben wurde, kann Masturbation Menstruationsbeschwerden lindern. Bereits nach drei Monaten regelmäßiger Selbstbefriedigung werden Symptome wie Krämpfe, Durchfall, Erschöpfung sowie Schmerzen im Unterleib und Rücken merklich verringert. Natürlich – die Tatsache, dass ein Sextoy-Hersteller hinter der Studie steht, kann einen potenziell skeptisch stimmen. Doch einfacher (und angenehmer) lässt sich eine klinische Studie wohl kaum verifizieren. Weitere Informationen dazu findet Frau unter menstrubation.com.

Natürlich ist nicht nur Sex mit sich selber gesundheitlich förderlich, sondern auch der Geschlechtsverkehr mit einem Partner oder einer Partnerin. 2020 gelangte die Studie »Gesundheit und Sexualität in Deutschland«, die Wissenschaftler*innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt haben, zum Schluss, dass Sexualität und Gesundheit in enger Beziehung zueinanderstehen. Für die Studie wurden insgesamt 4955 Personen (2336 Männer und 2619 Frauen) zu ihrer Sexualität befragt. Die Ergebnisse sind aufschlussreich: So haben die meisten Deutschen zwischen vier- und fünfmal im Monat Geschlechtsverkehr. Allerdings geben Menschen, die in keiner festen Partnerschaft leben, deutlich häufiger an, in den vergangenen vier Wochen keinen Sex gehabt zu haben (77 Prozent). Im Gegensatz dazu waren es bei den fest liierten Männern und Frauen nur 20 Prozent. Aber nicht nur die Regelmäßigkeit, sondern auch die Zufriedenheit mit der Sexualität hängt offenbar vom Beziehungsstatus ab: So sind sexuell aktive Singles deutlich weniger zufrieden als Befragte in fester Partnerschaft.

Text SMA

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