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18 Mai 2021

Ein System, das nicht einschränkt – sondern Flexibilität schafft.

Kundenansprüche verändern sich – und die Anforderungen an Industrieunternehmen nehmen laufend zu. Aus diesem Grund müssen produzierende Betriebe agiler und flexibler werden. Doch bisher stellten «starre» Produktions- und Verpackungsanlagen ein Hindernis dar. Die B&R Industrie-Automation AG schafft mit dem Konzept der «Adaptive Machine» Abhilfe: Denn ihre Technologien kombinieren mechatronische Transportsysteme mit modernsten Vision-Systemen und Robotik – und sind so mit Produkten aller Art kompatibel.

Paolo Salvagno
Paolo Salvagno
Country Managing Director B&R Schweiz
Paolo Salvagno, B&R hat den Begriff der «Adaptive Machine» geprägt. Was darf man sich darunter konkret vorstellen?

Im Kern ist «Adaptive Machine» unser Lösungsansatz für eine Herausforderung, mit der man bei allen Arten von verpackten Konsumgütern konfrontiert wird: Die Variantenvielfalt nimmt zu, während gleichzeitig der Anspruch besteht, dass Unternehmen in immer kleineren Losgrössen produzieren. Hinzu kommt eine kaum vorhersehbare Nachfrage, die rasant ansteigen, aber ebenso rasch auch wieder abflachen kann. Und zu guter Letzt wird von produzierenden Unternehmen heute erwartet, auf individuelle Kundenwünsche eingehen zu können. Alle diese Faktoren stellen Maschinen- und Anlagenbauer vor grosse Herausforderungen. Zum Beispiel kommt es aufgrund der Variantenvielfalt der Produkte zu unzähligen Formatwechseln auf den Verpackungsmaschinen. Das ist zeitraubend und erhöht die Fehleranfälligkeit. Wir sorgen nun mit unserem Adaptive-Machine-Ansatz dafür, dass Fertigung und Verpackung so flexibel sind, dass die Anlagen für unterschiedliche Produkte adaptierbar sind. Unser «Acopostrak» ist hierfür ein ideales Beispiel.

Was zeichnet das System aus?

Mit Acopostrak revolutionieren wir die Flexibilität von Maschinen und Anlagen: Unser flexibles Track-System ermöglicht die wirtschaftliche Symbiose von Losgrösse eins und Massenfertigung. Produkte und Produktbestandteile werden auf einzelnen Shuttles schnell und flexibel durch die Maschine oder Anlage von Bearbeitungsstation zu Bearbeitungsstation transportiert. Der Clou: Die Betreiber können einen Formatwechsel im laufenden Betrieb vornehmen. Das heisst, dass etwa ein Pharmaunternehmen problemlos vom Verpacken von verschiedenen Medikamenten und Grössen übergehen kann – ohne dass dafür die Anlage stillgelegt werden muss. Dadurch wird das Unternehmen extrem agil, was einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil darstellt. Unser Produkt «Acopos 6D», das sich derzeit in der finalen Entwicklungsphase befindet, geht sogar noch einen Schritt weiter: Magnetisch schwebende Shuttles transportieren Produkte völlig individuell durch die Maschine. Damit gehören die Zeiten, in denen herkömmliche Transportsysteme einen strikten Produktionstakt diktierten, der Vergangenheit an. Und durch die Nutzung des sogenannten «Digitalen Zwillings» lässt sich die Nutzung unserer Produkte und Systeme sogar zusätzlich optimieren.  

Innovation
Die Maschine passt sich einfach an das zu fertigende Produkt an – daher der Name adaptive Maschine.
Digitale Zwillinge ermöglichen, dass neue Produkte quasi ohne Umrüstzeit und Prototypen gefertigt werden können.
Was ist ein «Digitaler Zwilling» genau – und wie können Kunden davon profitieren?

Darunter wird eine virtuelle Abbildung einer bestehenden Anlage oder Maschine verstanden. Dank dem digitalen Zwilling sind Unternehmen dazu in der Lage, den Betrieb ihrer Anlage zu simulieren. Dadurch können sie verschiedene Nutzungs-Szenarien austesten und so das ideale Vorgehen erarbeiten, um es dann an der tatsächlichen Maschine umzusetzen. Wenn eine Firma beispielsweise nicht sicher ist, ob ein Formatwechsel hin zu einem spezifischen Produkt während des laufenden Betriebs möglich ist, kann dieser Prozess einfach virtuell durchgespielt werden. Das spart Zeit und Ressourcen – und erhöht zudem die Betriebssicherheit sowie die Nachhaltigkeit.

Inwiefern die Nachhaltigkeit? 

Ein digitaler Zwilling führt dazu, dass massiv weniger Ressourcen eingesetzt werden. Denn zum einen müssen kaum noch Funktionsmuster erstellt werden, und zum anderen muss auch kein aufwendiger Prototyp einer Maschine oder Anlage gebaut werden. Darüber hinaus ist die Möglichkeit, in Losgrösse eins zu produzieren, an sich bereits nachhaltig: Denn dank der agilen Fertigung müssen Unternehmen keine grossen Lager unterhalten. Und nicht zuletzt sorgt die enorme Flexibilität unserer Anlagen dafür, dass Industriebetriebe vermehrt in Europa und der Schweiz produzieren können. Dadurch verkürzen sich die Transportwege in der Supply Chain enorm, was zu einer Verringerung der CO2-Emissionen führt.

Wie läuft ein Auftrag oder Projekt ab, wenn ein Unternehmen sich für den Adpative-Machine-Ansatz interessiert?

Zu Beginn jeder Zusammenarbeit steht immer die Frage, welche Absicht ein Unternehmen verfolgt. Denn wenn es beispielsweise einfach darum geht, eine in die Jahre gekommene Fertigungsstrasse bzw. Maschine durch eine neue zu ersetzen, dann wird vermutlich nicht immer das gewünschte Ergebnis erzielt. Wenn eine Firma aber dazu bereit ist, ihre Fertigung auf ein neues Niveau anzuheben und von maximaler Flexibilität zu profitieren, dann sind wir der ideale Partner. Wir nehmen dann einen Augenschein vor Ort und passen das System an die Gegebenheiten beim Kunden an. Der grosse Vorteil: Da unsere Systeme so agil sind, müssen sie nicht für jeden Kunden spezifisch programmiert werden, sondern vielmehr nur noch konfiguriert. 

B&R Industrie-Automation AG

Langfeldstrasse 90
8500 Frauenfeld
office.ch@br-automation.com
www.br-automation.com

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