
Lars Sommerer
Managing Director SwissPropTech
Die Schweizer Immobilienbranche ist im Umbruch. Die aktuellste Zäsur wird durch die künstliche Intelligenz (KI) vorangetrieben. So reiht sich die nächste Transformation in eine Reihe von innovativen Veränderungen ein, welche die Schweizer Immobilienbranche seit beinahe zehn Jahren erlebt hat und weiterhin erlebt. Und hier geht es um so vieles mehr als eine neue Technologie, welche ihren Weg in die Branche findet. Das vollumfängliche Potenzial von KI-Anwendungen lässt sich momentan nur ungenau beziffern. Doch heute schon sieht man die Richtung, welche eingeschlagen wird: eine fundamentale Veränderung unserer Arbeits- und Prozessweise. Die über 470 PropTechs, welche in der Schweiz aktiv sind, haben unzählige digitale und innovative Erfolgsgeschichten hervorgebracht. Sei es die Neuaufstellung der Machbarkeitsanalyse, die digitale Erstvermietung, den End-to-End-Marktplatz oder den digitalen Baustellenbegleiter. Und mit der zunehmenden Bedeutung der KI zeigt sich, dass diese digitalen Veränderungen nur die Spitze des Eisbergs sind. Die Signale sind gesendet, die Weichen gestellt, der Erfolg ist bewiesen. Doch damit die digitale Transformation auch wirklich erfolgreich passieren kann, braucht es noch viele weitere Akteure und Kräfte, welche miteinander am selben Strang ziehen.
Change macht das Rennen
Die digitale Transformation der Schweizer Immobilien- und Baubranche ist in ihrem Herzen auch ein gigantisches Change-Projekt. So erleben die hiesigen Akteure quasi tagtägliche Veränderung «am offenen Herzen». Denn eine Disruption aus dem akademischen Lehrbuch hat es (noch) nicht gegeben. So sind grosse Lehrbeispiele wie die Disruption der Taxi-Branche dank Uber oder die Smartphone-Revolution ausgelöst durch Apple bislang nicht passiert. Ein Blick über den schweizerischen Horizont zeigt, dass dies auch in anderen europäischen Ländern nicht passiert ist. Das Thema «Wohnen» findet sich eben auf der maslowschen Bedürnishierarchie ganz unten, entsprechend träg ist seine Veränderung. Die externen Stimuli sind längst gegeben und bereit, über 470 PropTechs haben bewiesen, wohin der digitale Weg führen wird. Nun liegt es an den Unternehmen, nachzuziehen und aufzuschliessen. Die Basis hierfür ist bereits gelegt: Jedes Schweizer Immobilien- oder Bauunternehmen hat eine eigene IT-Lösung. Sei dies nun eine on-site Desktop-Variante von Microsoft oder eine komplett papierlose Cloud-Lösung. Feststeht: Schweizer Immobilien- und Bauunternehmen haben digitale und elektronische Geräte im tagtäglichen Einsatz. Mit jedem zusätzlichen Projekt steigt die digitale Kompetenz und es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis diese Unternehmen «digital first» agieren. Wer mit einer passenden Lösung bereit ist und dann schnell andocken kann, macht das Rennen.
Die Digitalisierung ist in der Schweizer Immobilien- und Baubranche längst angekommen, sie ist heutzutage ein integraler Teil davon. – Lars Sommerer, Managing Director SwissPropTech
Keep it simple, stupid
Wenn zur kontinuierlichen Digitalisierung nun also die IT-Infrastruktur, das interne Change-Management und der Wille zur Veränderung hinzugegeben wird, dann ist die Ausgangslage praktisch perfekt. Und so stellt sich die Frage, welche PropTech-Lösungen die besten und relevantesten sind. Es ist ein Zeichen von Schweizer Pionier- und Innovationsgeist, dass es eine wahre Fülle an PropTech-Lösungen gibt. Für beinahe jedes Bedürfnis in der Immobilien- und Baubranche gibt es ein Produkt, eine Lösung oder einen Versuch, dieses zu stillen. Und so muss es künftig möglich sein, dass die digitalen Lösungen einfach und schnell ins eigene Unternehmen eingebracht werden können. Im Idealfall kann eine PropTech-Lösung per Plug and Play angedockt und direkt benutzt werden. Für die PropTechs bedeutet dies, dass ihre Lösungen mit der IT-Infrastruktur ihrer Kunden kompatibel sein müssen. Im besten Fall kann die Lösung direkt über die Cloud eingebunden werden, spricht dieselbe Sprache und nutzt die gleichen Terminologien.
Schöne, digitale Welt
Die gute Nachricht: Die Schweizer Immobilien- und Baubranche hat sich in den letzten gut zehn Jahren intensiv mit den Themen Digitalisierung und Innovation auseinandergesetzt und beschäftigt. Sie versteht, Chancen zu packen und in Ertrag umzuwandeln. Sie ist sich bewusst, dass sich Geschäftsmodelle verändern und neue Möglichkeiten offenbaren. Und sie taucht voller Mut und Spannung in die neue, «AI-first»-Welt ein. Diese Welt wurde und wird immer noch von einer Vielzahl an Schweizer PropTech-Unternehmen geformt und vorangetrieben. Sei es nun im Asset-Management, bei der Planung, auf der Baustelle, in der Vermarktung oder der Bewirtschaftung. Es kann getrost festgehalten werden: Die Digitalisierung ist in der Schweizer Immobilien- und Baubranche längst angekommen, sie ist heutzutage ein integraler Teil davon. So wird sich die aktuelle Transformation der KI direkt und nahtlos einreihen und mit ihrem ganzen Wirken einen erneuten massiven Wind verursachen.
Text Lars Sommerer, Managing Director SwissPropTech
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